Porträt

laut.de-Biographie

Aviv Geffen

Aviv Geffen ist mit seiner Antikriegshaltung seit Anfang der 1990er einer der populärsten Musiker Israels. Seine Glaubwürdigkeit wird verstärkt durch die Verwandtschaft mit dem ehemaligen israelischen Verteidigungs- und Außenminister Moshe Dayan sowie die Organisation von Veranstaltungen zugunsten des Friedens. 1995 hatte er gerade ein Konzert beendet, als der damalige Premierminister Yitzhak Rabin auf derselben Bühne bei einem Anschlag das Leben verlor. Aviv kann sich die zweifelhafte Ehre ans Revers heften, der letzte Mensch gewesen zu sein, der Rabin lebend die Hand geschüttelt hat.

Aviv ist der Sohn von Yehonatan Geffen und Nurit Makover. Er erlebt eine problematische Kindheit, die er später immer wieder in Texten thematisiert. Auf seinen berühmten Dichter-Vater angesprochen, offenbart sich das schwierige Verhältnis der beiden: "Ich bin nicht Yehonatan Geffens Sohn - er ist Avivs Vater."

Zum ersten Mal ins Licht der Öffentlichkeit tritt Geffen im israelischen Film "Hamitpahat" von 1987, zu dem er auch den Titelsong "Ima" schreibt und singt. Weitere Engagements in Filmen und Serien folgen ebenso wie die Gründung der Band Hatauyot. Mit dieser Formation entsteht auch der Song "Achshav Meunan", der unter dem Namen "Cloudy Now" auch in der englischen Version zu einem Riesenhit avanciert. Die Zeile "We are the fucked up generation" fasst für viele Israelis die Hilflosigkeit und die Verzweiflung über die herrschenden Lebensumstände in Worte.

Geffen kritisiert offen Regierung und Vaterland, rebelliert gegen die Obrigkeit und weigert sich - in Israel fast ein Sakrileg - zum Militär zu gehen. Er droht seinerzeit gar mit Selbstmord, sollte man ihn dennoch einziehen. Man einigt sich darauf, ihn wegen Rückenbeschwerden auszumustern. Abseits seines musikalischen Erfolges setzt er sich für eine Aussöhnung mit den arabischen Nachbarn ein und fordert zum Frieden auf. Seine Meinung zum Konflikt mit den Nachbarn ist im Heimatland nicht immer gerne gesehen, weshalb er nicht ohne Bodyguard das Haus verlässt.

Um die Jahrtausendwende lädt Aviv Steven Wilson nach Israel ein, damit deren Band Porcupine Tree auch einmal dort auftritt. Die beiden belassen es nicht bei Handshakes und Schulterklopferei, sondern verschwinden im Studio, wo Songs entstehen, die 2004 unter dem Banner "Blackfield" erscheinen. Drei Jahre später folgt der zweite Streich. Die Songs avancieren in einigen europäischen Ländern zu Chartstürmern und machen Blackfield zu einer größeren Nummer, eine Live-DVD hält einen New York-Gig auf Band fest. Dadurch ermutigt, möchte Aviv auch außerhalb seiner Heimat verstärkt als Solokünstler tätig werden. So erscheint 2009 das erste rein englischsprachige Album seiner Karriere.

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