Porträt

laut.de-Biographie

Nazz'n'Tide

Der Name dieser zweiköpfigen Rapcrew alleine schreit beinahe nach Pornofilm-Assoziationen. Doch mit schlüpfrigen Sexstyles haben die Siegener nicht das Geringste zu tun. Vielmehr zählen sie, mit freundlicher Unterstützung der Großmeister Curse und Roey Marquis, Anfang des Jahres 2006 zu den größten Hoffnungen der heimischen Backpack-Hip Hop-Szene.

Zumindest Nazz, mit bürgerlichem Namen Natascha Zowierucha, sollte aufmerksamen Rapfans schon länger ein Begriff sein. Immerhin krönt die Dame ihre Freestylekarriere im Jahr 2000 mit dem Sieg beim damaligen Mixery Raw Deluxe-Battle. Ihr Kollege Benjamin Schulz aka. Tide rappt bei der Gründung der Crew im Jahr 1999 gerade mal zwei Jahre lang. Obwohl sein lockerer Style, der dem von Optik-Soldier Ercandize ähnelt, durchaus überzeugt, so ist doch offensichtlich, wer in dem Duo die Baggies anhat.

Und so ist es auch Nazz, die beim ersten verwertbaren Lebenszeichen der Band auf Platte gepresst wird. "Ladies First", ein Female-MC-Sampler, der auf dem damaligen Main Concept-Label Deck8 erscheint, bringt der Gruppe mehr Gelegenheiten zu Liveauftritten. Zwei Jahre lang verbringen die beiden eine Menge Zeit auf der Bühne, touren in der Liveformation 2Split Mentalities gemeinsam mit zwei DJs und vier anderen MCs durch Deutschland. Doch dann liegtt die Karriere des Duos erst einmal auf Eis.

Das Stichwort heißt Babypause. Was zu anderen Female MCs so wenig zu passen scheint wie diese zu Edmund Stoiber, nutzt Nazz dazu, sich intensiv um ihre Tochter zu kümmern. Doch die einjährige Auszeit erweist sich als Tankstelle für verbrauchte Energien. 2004 kommen Nazz’n’Tide zurück, hungriger denn je. Sie arbeiten zunächst mit anderen Siegener Untergrund-Headz zusammen. Primär mit Pera Susu auf dessen Debüt-EP "Weltfremd" und Mixtape-DJ Crates.

Irgendwann wird schließlich Beatbastler-Genius und selbsternannter Talentscout Roey Marquis II auf die Crew aufmerksam und nimmt mit ihnen den Track "Manchmal Bestimmung" für seinen "Momentaufnahmen 3"-Sampler auf. Im Jahr 2005 folgen Features mit Donato, Marquis-Schützling Absztrakkt und Mopz Wanted-Homie Sinuhe. Auch zu "Viel Zu Früh", dem Debütalbum von oben genannten Pera Susu und DJ Crates, steuern die beiden Rapper den ebenso herrausragenden autobiographischen Track "Hunger" bei.

Die besten Ergebnisse des zweijährigen kreativen Wütens vereinen die Rapper Ende 2005 auf dem Mixtape "Rubin". Gemastert wird dieses beeindruckende Erstlingswerk von Curse-Homie Busy, der Mindener Rapstar selbst ist so angetan, dass er die Tracks selbst einleitet.

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