Porträt

laut.de-Biographie

Mylo

Wer sich seine Füße 2004 auch mal im Club vertreten hat, dem klingt Mylos Hitsingle "Drop The Pressure" mit Sicherheit noch in den Ohren. Kaum ein Discjockey, der sich ohne eine Kopie im Koffer an die Plattenteller wagt. Der Mann, der die Tanzflächen von Ibiza bis Tokio in Wäschküchen verwandelt, heißt Myles MacInnes und stammt von der dünn besiedelten Insel Skye, an der nordwestlichen Küste von Schottland gelegen.

Schottland hat sich einen guten Ruf erarbeitet, wenn es um elektronische Musik geht. Seit Mitte der 90er dient Soma Quality Recordings als Outlet von internationaler Größe einer ganzen Reihe von Musikern als Zuhause. Funk D'Void und Slam gehören genauso zum Stammpersonal wie Silicone Soul oder Envoy. Einige Jahre später bereichert das DJ-Gespann Optimo mit seinen eklektischen Sets das Nachtleben der Großstädte im Norden der britischen Inseln.

Ein Produzent aber, der lange Jahre in einer entlegenen Gegend, abgeschottet vom Rhythmus der Popkultur aufwächst, ragt deutlich aus der Masse hervor. Aus Mangel an Alternativen hört MacInnes auf Skye viel Softrock, bevor er zum Studium nach Oxford und Kalifornien geht. Fortan interessiert ihn alles von Serge Gainsbourg über Dr. Dre bis zu Daft Punk und Kraftwerk. Nach seinem Philosophie-Studium kehrt MacInnes 2001 nach Glasgow zurück; mit der festen Absicht Musik zu machen.

Die Resonanz auf die ersten Demos ist positiv, dennoch beschließt er, zusammen mit Freunden das eigene Label Breastfed zu gründen. Gleich die erste Mylo Single "Destroy Rock & Roll" macht den Schotten zum Gesprächsthema. "Muscle Car" und "Drop The Pressure" lassen Mylo endgültig durchstarten und finden sich in Sets von Tiga, Laurent Garnier, Pete Tong oder Erol Alkan.

Auf seinem ersten Album "Destroy Rock & Roll" präsentiert MacInnes einen augenzwinkernden Stil- und Samplemix zwischen loungigem Abheben, sanftem Raumgleitern und Filter verzerrten Discofieber-Schüben. Klar, dass Air und Daft Punk hier als Paten herhalten müssen, während The Face in Mylo die "schottische Antwort auf Röyksopp" erkennt. MacInnes selbst kümmert das wenig, ihm geht es in erster Linie darum, im Studio Spaß bei der Arbeit zu haben.

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