Porträt

laut.de-Biographie

Moke

Geht es um holländische Rock-Bands, denkt man hierzulande eher früher als später an Within Temptation. Das spricht nicht gerade für die Alternative-Rock-Szene des Landes. Dabei gab es mit Krezip und Kane immer wieder Kollegen, die es auch jenseits der heimatlichen Grenzen zu beachtlichem Erfolg brachten. Moke versuchen, in deren Fußstapfen zu treten.

Mit einem Fürsprecher wie Paul Weller stehen die Zeichen dafür ziemlich gut. Der Modfather findet nicht nur Gefallen am stylischen, von Karl Lagerfeld (!) designten Outfit der fünf Musiker aus Amsterdam. Er mag auch ihren Sound, was ein Aufkleber mit seinem Zitat "Fucking Smashing Tunes" auf dem Moke-Debüt "Shorland" verdeutlicht.

Dieses kommt in Deutschland im Januar 2009 in die Läden, nachdem der Fünfer in der Heimat bereits so ziemlich alles richtig gemacht hat. Phil Tilli (Gitarre), Marcin Felis (Bass), Rob Klerkx (Drums), Eddy Steeneken (Keyboards) und der in Belfast geborene Sänger und Songwriter Felix Maginn finden bereits zwei Jahre zuvor zusammen und erregen mit ihrer Debütsingle "Last Chance" großes Aufsehen.

Das holländische Fernsehen wählt den eingängigen Song als Hintergrundmelodie seiner Champions League-Übertragungen. Dadurch wird Fußball-Legende Johan Cruyff auf die Band aufmerksam und lädt sie ein, bei der "Footballer Of The Year"-Gala live aufzutreten. So erreichen Moke innerhalb von nur drei Minuten eineinhalb Millionen TV-Zuschauer.

Nun rollt der Ball richtig los: Nach Supportshows für Weller in London erhalten Moke Einladungen zu Festivals wie dem Pinkpop und dem ungarischen Sziget, machen sich einen Namen auf Branchenmessen wie der Popkomm (in Berlin) und dem SXSW (in Texas) und arbeiten derweil weiter fleißig an ihrem ersten Album.

Mit Lagerfelds Styling-Engagement, der der in ihrer Heimat bereits "Men in Black" genannten Truppe seine "K-Linie" auf den Leib schneidert, bleibt man auch in Lifestyle-Rubriken präsent. Nach Weller teilen sie sich auch mit den Kooks und Razorlight große Bühnen. Parallel zur Veröffentlichung von "Shorland" stellt das Quintett seine neuen Stücke im Vorprogramm von Amy McDonald vor.

Der Moke-Sound verbindet höchst eingängig Britrock und New Wave, Maginns warmes Organ trägt die Mixtur. Die Band betont jedoch immer wieder, dass man sich nicht per se als Rockband sehe und auch von Gruppen wie Depeche Mode und den Pet Shop Boys beeinflusst wurde.

Bei so viel prominentem Zuspruch lässt der Zweitling nicht lange auf sich warten: 2010 nehmen Moke, unterstützt von einem Orchester, "The Long And Dangerous Sea" auf. "Wir wollten, dass das neue Album ganz anders wird", erklärt Felix.

Das gelingt durchaus: Zwar verlassen sie ihre vom UK-Sound geprägten Pfade nicht völlig, auch der Synthie kommt wieder zum Einsatz. Doch orchestrale Untermalung und satte Gitarren- und Schlagzeugarrangements rücken das Stück in die Nähe stadiontauglicher Indiehymnen.

Mit dem Album wagen die Jungs nicht nur musikalisch einen Schritt in Richtung U2. Auch das Albumcover ziert eine Fotografie des Haus- und Hoffotografen der Iren um Bono, der ansonsten nur ausgewählten Künstlern wie Depeche Mode oder The Killers die Ehre einer Zusammenarbeit zuteil werden lässt. Anton Corbijn schießt die Aufnahme von Moke, als sie gerade in Stuttgart weilen.

Die Band fühlt sich geehrt: "Ehrlich gesagt habe ich ein paar Tage gebraucht, um die Tatsache zu verarbeiten, dass uns Anton Corbijn angerufen hatte, um die Aufnahmen mit uns zu machen", sagt Maginn. "Der ganze Tag war einfach nur verrückt: Du wachst auf und dann steht plötzlich Anton Corbijn in der Tür und fragt, ob wir nun loslegen könnten - das war schon ein absolutes Highlight."

Für gut angezogene Menschen nimmt sich der Star unter den Musikfotografen offenbar gerne Zeit. Felix Maginn darf sich seit 2011 auch ganz offiziell den am besten gekleideten Niederländer rufen lassen, wie die holländische Ausgabe des Esquire-Magazins verfügt.

Über den Klamotten bleibt die musikalische Umtriebigkeit aber nicht auf der Strecke. Moke legen schon 2012 ihr nächstes Album, "Collider", nach. In Deutschland ist selbiges ab Frühjahr 2013 zu haben.

"Moke sind in ihren eigenen Teilchenbeschleuniger gestiegen, um nach der Grundlage für einen richtig guten Song zu suchen. Danach, was einen Moke-Tune genau ausmacht - das würden wir gerne wissen", erklärt die Band. "Wir haben herausgefunden, dass Moke tatsächlich viel farbenprächtiger sind, als wir bisher gedacht haben."

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