Porträt

laut.de-Biographie

Me First And The Gimme Gimmes

Man nehme fünf unterforderte (Punk-)Rocker und einige Dutzend Klassiker der Popmusik und erhält Me First And The Gimme Gimmes. Die Band mit dem bekloppten Namen findet 1995 zusammen und besteht aus Spike Slawson (Swingin' Utters, Vocals), Fat Mike Burkett (NoFX, Bass), Chris Shiflett (Foo Fighters, Gitarre) sowie Joey Cape und Dave Raun (Lagwagon, Gitarre und Drums). Ihre Mission: Punkrock-Coverversionen von Pop- und Rock-Klassikern.

Alle fünf verbindet die Liebe zur Musik vergangener Jahrzehnte. Zunächst konzentrieren sich die Gimme Gimmes auch darauf. Dass sie das Ganze nicht so ernst meinen, zeigt die Tatsache, dass zuerst keine Aufnahmen für ein Album geplant sind. Die Idee scheint allerdings zu zünden: Schon 1996 beginnen sie, Singles zu veröffentlichen. Die benennen sie schlicht nach den gecoverten Künstlern.

So erscheinen der Reihe nach (John) "Denver" (1995), "Billy" (Joel, 1996), (Neil) "Diamond" (1997), "Paul" (Simon, 1997), "Barry" (Manilow, 1997), "In Your Barlounger" (1999), "Elton" (John, 1999), "Garf" (Simon & Garfunkel, 1999), (Del) "Shannon" (2001), (Cat) "Stevens" (2001), "Bob" (Dylan, 2001) auf unterschiedlichen Labels. Daneben nehmen sie 1997 mit "Have A Ball" ihren ersten Longplayer auf, das übergeordnete Thema lautet "Hits From The 60's & 70's".

Im Großen und Ganzen folgen die Coverversionen der scheinbar respektlosen Punks immer demselben Muster. Sie reißen die Songs in der Regel etwas schneller herunter und verpassen ihnen natürlich die rotzige Punkrock-Politur. Dennoch machen die Gimme Gimmes einen Heidenspaß und erhalten so ihre Daseinsberechtigung. Obwohl alle Bands nebenher weiterhin aktiv bleiben (Shiflett spielt bis 1999 übrigens bei No Use For A Name), findet die Band regelmäßig zusammen, um Songs einzuspielen.

1999 erscheint das zweite Album "Are A Drag" mit Coverversionen aus Musicals. Unter anderem gibt es hier Neuinterpretationen von "Don't Cry For Me Argentina" ("Evita"), von "The Phantom Of The Opera Song" und von "Cabaret". Selbstverständlich (ver)kleiden sich die Bandmitglieder für das Artwork der Alben standesgemäß. Auf "Are A Drag" sind sie als Karten spielende Frauen zu sehen. 2001, kurz vor ihrer dritten Platte, erscheint mit "Turn Japanese" eine Japan-only EP mit bereits auf Singles veröffentlichten Tracks.

Auf besagter dritter Platte "Blow In The Wind" müssen dann noch einmal die Sechziger dran glauben. Dieses Mal fallen den Gimme Gimmes unter anderem die Beach Boys ("Sloop John B") und die Beatles ("All My Lovin'") zum Opfer. Mit diesem Album avanciert der Fes, eine traditionelle orientalische Kopfbedeckung, zum Markenzeichen der Band. Zwischendurch geht es zurück zu den Stammbands. Kurz nachdem NoFX ihr "The War On Errorism" veröffentlichten, erscheint mit "Take A Break" ein weiteres Themenalbum.

Auch vor Nicht-Gitarrenmusik machen die Gimme Gimmes nicht Halt. Das dürfen auf diesem Album neben anderen Boyz II Men, Bill Withers und R. Kelly erfahren. Doch es kommt noch dicker: Ein Jahr später schneidet die Gruppe auf der Bar Mitzwa eines gewissen Jonny einen Live-Gig mit. Hier trifft genialer Dilettantismus auf großartigen Livespaß.

Wiederum widmen sich die Mitglieder zwei Jahre lang ihren eigentlichen Bands. Nach der "Zwangspause" erscheint im Herbst 2006 "Love Their Country", eine Sammlung von Country-Songs. Hier finden sich beispielsweise Johnny Cash, Garth Brooks und Hank Williams durch den Wolf gedreht. Die neuen Songs testen Me First And The Gimme Gimmes erstmals auf einer ausgedehnten Tour auch an deutschem Publikum. Der erste Anlauf im Frühjahr 2006 endet allerdings wegen dringender Familienangelegenheiten im Hause Burkett abrupt. Im Sommer werden die ausgefallenen Termine nachgeholt.

2008 feiert die Band mit der Veröffentlichung von "Have Another Ball" das Zehnjährige des ersten Albums. Auf der Platte sind übriggebliebene Tracks von den "Have A Ball"-Sessions und B-Seiten zusammengetragen. Fünf Jahre später widmen sich die fünf Blödelpunks mit "Are We Not Men? We Are Diva!" den großen Damen des Pop-Biz'.

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