Porträt

laut.de-Biographie

Max Romeo

Der am 22. November 1947 in Jamaika geborene Maxwell Livingston Smith zählt seit den ausgehenden 1960er Jahren zu den tragenden Figuren des Roots Reggae. Als Sohn aus Saint Ann Parish, dem Landkreis, der der Welt auch Bob Marley und Justin Hinds geschenkt hat, schlägt er zunächst den schiefen Weg ein.

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Mit seiner Stiefmutter kommt er nicht klar, weshalb Max mit 14 Jahren von Zuhause ausreißt. Er arbeitet auf einer Zuckerrohrplantage, lebt zwischenzeitlich eine prekäre Existenz in verlassenen Höhlen und Autos. Dann verändert eine Begegnung mit einem weisen Mann sein Leben.

Auf der Veranda eines Freundes lässt ihn der Alte eine Liste mit Berufswünschen niederschreiben. Romeo, der sich damals an einem Tiefpunkt aus Armut und Ziellosigkeit befindet, erinnert sich an seine Worte: "Ich mag den Glamour bei der Musik und den Respekt, den man einem Prediger entgegenbringt." Die Aufgabe ist gefunden – Max zieht in die Hauptstadt Kingston und gewinnt mit 18 einen Gesangstalentwettbewerb.

Zwei Jahre später, zur Hochphase des Rocksteady, nimmt er als Teil des Trios The Emotions die erste Single auf. "(Buy You) A Rainbow" klettert sensationell bis auf Platz zwei der nationalen Hitliste. Der Jamaikaner schöpft Selbstbewusstsein für eine Solokarriere.

Während er tagsüber als Verkäufer für Lee Perry jobbt und die Band The Hippy Boys gründet - die später zu The Upsetters wird, Lee Perrys Studioband und wiederum die Keimzelle für Bob Marleys The Wailers -, schreibt er einen Songtext für Derrick Morgan. Die Genre-Legende verzichtet jedoch, weshalb Romeo das Stück selbst einsingt. A star is born.

Der aufgrund anzüglicher Texte von der BBC boykottierte Track "Wet Dream" erobert nicht nur die West Indies, sondern auch das Vereinigte Königreich. Das Verbot kommentiert der Künstler kokett mit der Behauptung, das Early Reggae-Stück handele von einem undichten Hausdach. Großartig stören muss die Zensur ihn ob des durchschlagenden Erfolgs ohnehin nicht. 1969 erscheint schließlich ein ganzes Debütalbum voller schlüpfriger Lyrics ("A Dream").

Ab den frühen 1970ern wendet sich der Rude Boy substanzielleren Themen zu. Nachdem das Plattenfirmenunterfangen Romax scheitert, spielt er mit Niney Holness diverse Singles abseits des Rocksteady ein. Die beschäftigen sich nicht mehr vorrangig mit dem weiblichen Körper, sondern transportieren schon im Titel kulturelle, religiöse wie politische Botschaften ("The Coming Of Jah" oder "Babylon Burning").

Auf dem Höhepunkt politischer Unruhen, namentlich zum '72er-Wahlkampf zwischen konservativer JLP und der sozialistischen PNP, kommt es zu gewalttätigen Unruhen in Jamaika. Romeo schreibt der PNP die offizielle Wahlkampfhymne, rechnet im Song "No Joshua No" jedoch später auch wegen mangelnder Reformen kritisch mit der Partei ab.

In den Jahren danach kommt es zu zahlreichen Reggae-Arbeiten mit Produzent Lee "Scratch" Perry (u.a. der Klassiker "Three Blind Mice"). Ein Plattendeal mit Island Records besorgt Romeos wichtigsten Album "War Ina Babylon" auch in U.K. ein massives Following. Als sich dieses Traumpaar im Streit voneinander trennt, verzeichnet das Genre einen der größten Verluste überhaupt.

Nichtsdestotrotz bekennt sich der Ex-Rude Boy weiter zur Rastafari-Bewegung: "Weed is the healing of the nation" wird zum Leitspruch. 1978 erfolgt der Umzug nach New York City. Unter seiner Mitautorenschaft entsteht dort das Musical "Reggae"; außerdem kooperiert er mit den Rolling Stones und lässt ein Album von Keith Richards mitproduzieren. Dann wird es musikalisch sehr ruhig um Romeo. Große Erfolge bleiben aus. Er findet Arbeit in einem Elektronikgeschäft und kehrt 1990 mit dem Aufleben des Dancehall nach Jamaika zurück.

Back to the roots widmet sich Max wieder regelmäßiger dem Tour- und Studiorhythmus. Wie weit der Einfluss in den Reggae, Dancehall und Dub der Gegenwart reicht, zeigt schon der Umstand, wie oft seine Songs von zeitgeistigeren Acts gesampled werden. Ob Prodigys "Out Of Space" (1992), das auf "I Chase The Devil" basiert, oder Hip Hop-Superstar Kanye West, der für einen Jay-Z-Track auf ihn zurückgriff: Romeos Einfluss bleibt ungebrochen.

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Alben

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    Streams, Blog, Freunde.

    http://www.myspace.com/maxromeoepicdub
  • Reggae Vibes

    Ausführliches Interview.

    http://www.reggae-vibes.com/concert/maxromeo/maxromeo.htm

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