Porträt

laut.de-Biographie

Lucius

Lucius zelebrieren die 1960er in der Jetztzeit. Die fünfköpfige Band aus Brooklyn, New York verarbeitet jede Menge Einflüsse aus der populären Musikkultur vergangener Tage in ihrem Stil – nicht nur musikalisch, sondern auch optisch.

Lucius - Good Grief
Lucius Good Grief
La Roux und Chvrches gibt es leider schon ...
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Die beiden Sängerinnen Jess Wolfe und Holly Laessig wiegen ihre Stimmen in harmonischem Zusammenklang und bilden eine Girlgroup innerhalb der Band. Dabei unterstützen sie Dan Molad (Drums), Andrew Burri (Gitarre) und Peter Lalish (Gitarre), die sich dezent im Hintergrund halten.

Allein das reicht natürlich noch nicht, um als Retro-Band durchzugehen. Zunächst fallen die Outfits der Musiker auf: Stets perfekt aufeinander abgestimmt, tragen Laessig und Wolfe meist identische Kitsch-Kostüme, während die Herren – ebenso untereinander stimmig gekleidet – sich in denselben Stil einfinden.

Doch Wolfe findet es zu einfach, ihren Indie-Pop aufgrund der Kleiderwahl in starre Schubladen einzuordnen: "Die Leute sehen nur, dass hier zwei Frauen zusammen singen, deren Stimmen manchmal harmonisieren und die exakt die gleichen Sachen tragen. Ich glaube, wenn wir Jeans und Flanell-Hemden anziehen würden, dann würden sie anders über uns denken."

Die Sängerin fügt aber an, dass die Mitglieder der Band allesamt "Bewunderer der 1960er und 1970er" sind – einige ihrer Lieblingssongs seien in genau dieser Periode entstanden.
Schließlich erweist sich diese Leidenschaft als fruchtbarer Nährboden für eine Freundschaft, als sich Laessig und Wolfe im Jahr 2005 an der Berklee School of Music treffen, wo beide Musik studieren.

Nach dem abgeschlossenen Studium begibt sich das Duo gemeinsam nach New York, um dort die Karriere voranzutreiben. Stilecht ziehen sie im Jahr 2009 in ein altes viktorianisches Häuschen – und veröffentlichten nur wenig später ihr in Eigenregie produziertes Debüt-Album "Songs From The Bromley House".

Heute vertreiben Lucius diese Platte gar nicht mehr, doch damals dient sie als Köder für die endgültige Bandbesetzung. Der jetzige Drummer Dan Molad bekommt eines der Exemplare in seine Hände, verliebt sich in die Songs und stellt den Front-Frauen später Peter Lalish und Andrew Burri vor.

Damals befindet sich die Band bereits im Songwriting zu den Tracks, die schließlich Ende 2013 in den USA als "Wildewoman" veröffentlicht werden. Eine Indie-Pop gewordene Hommage an die Girlgroups aus den Zeiten der Andrew Sisters, mit viel Swing, Doo Wop und ein bisschen Rock'n'Roll, die in den USA unter anderem Anklang beim Rolling Stone findet.

Und wie das heute so üblich ist, folgt dem Release eine ausgedehnte Tour, bei der sie unter anderem mit Roger Waters, David Byrne oder Jeff Tweedy auf der Bühne stehen. Eine Energieleistung, die ihren Tribut fordert, wie Wolfe inzwischen weiß: "Ich glaube, wir waren 2014 insgesamt 20 Tage zu Hause."

Dennoch will sie diese Erfahrung nicht missen – die anstrengende Zeit sei der Grund für einen enorm produktiven Schreibprozess gewesen, der direkt folgt: "Das hatte etwas Therapeutisches für uns." Die Kreativphase erweist sich als derart ergiebig, dass bereits im März 2016 der Nachfolger "Good Grief" in den Läden steht.

Der Name ist hierbei Programm: Nicht nur textlich befassen sich Lucius auf dem Album mit "gutem Kummer", auch die Musik tönt nicht mehr so beschwingt wie noch zuvor. Die Songs klingen insgesamt dunkler, mehr Synthies kommen zum Einsatz, so dass man sich an manchen Stellen an Elektropop-Bands wie Chvrches erinnert fühlt.

Dabei vergessen Wolfe und Laessig ihre stärkste Tugend nie: Die harmonierenden Gesangsstimmen tragen nach wie vor durch alle Lucius-Songs. So, dass man sich stets angenehm in längst vergangene Tage zurückversetzt fühlt – egal, ob man sie nun selbst miterlebt hat oder nicht.

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