Porträt

laut.de-Biographie

Lee Ranaldo

Lee Ranaldo hat als Gründungsmitglied der so einflussreichen wie schon zu Lebzeiten legendären Noiserocker Sonic Youth sowieso einen Ehrenplatz in den Geschichtsbüchern des R'n'R sicher. Dass er mit den Jahren ein beachtliches Solowerk geschaffen hat, mit zahlreichen anderen Musikern zusammenarbeitet und auch noch als Dichter und Künstler tätig ist, wird dabei leicht übersehen.

Lee Ranaldo And The Dust - Last Night On Earth
Lee Ranaldo And The Dust Last Night On Earth
Der George Harrison von Sonic Youth vermeidet den Krach.
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Schon vor Sonic Youth spielt Ranaldo in verschiedenen Bands, beeinflusst von psychedelischen 60s-Acts wie Grateful Dead bis hin zu Proto-Punk-Outfits wie Television. An der Seite von Kim Gordon und Thurston Moore avanciert er mit Sonic Youth während der 80er und frühen 90er zu den Godfathers of Grunge, die nicht zuletzt Nirvana beeinflussen.

Sein erstes Soloalbum "From Here To Infinity" erscheint bereits 1987 auf dem genreprägenden SST-Label, bei dem nicht nur seine Hauptband sondern auch Hardcore-Legenden wie Black Flag, Hüsker Dü, Firehose, Minutemen oder die Meat Puppets unter Vertrag stehen. Auf der im Vergleich zu Sonic Youth weitaus experimentelleren Platte intensiviert er die Noise-Erkundungen und lotet die Möglichkeiten der Gitarre weiter aus.

Bis 2002 erscheint nach und nach weiteres Material, das er von 1988 bis 1995 aufnimmt. Im gleichen Zeitraum beginnt er in mehreren Nebenprojekten mit verschiedenen Musikern und Künstlern zusammenzuarbeiten. Die freien Improvisationen dieser Kollaborationen, ob mit dem Jazz-Drummer William Hooker, mit der Künstlerin (und Ehefrau) Leah Singer oder mit Alan Licht, Ulrich Krieger und wechselnden DJs als Text Of Light sind ebenfalls dem Noiserock gewidmet. Nebenbei singt bzw. spricht er 2007 auch den besten Cribs-Song "Be Safe" ein.

Mittlerweile hat Ranaldo ein kleines Oeuvre an Gedichtbänden und Tourtagebüchern geschaffen, seine Sound- und Licht-Installationen werden von Bratislava bis Neuseeland ausgestellt. Auch zu politischen Themen meldet er sich immer wieder zu Wort, u.a. als Befürworter der Occupy-Bewegung, die vor seiner Haustür in New York ihren Anfang nimmt.

Mit "Between The Times And The Tides" und "Last Night On Earth" veröffentlicht Lee seine bis dato zugänglichsten Platten, denen man dennoch anhört, dass hier der Noise-Veteran am Werk ist. Aber natürlich ist ein Lee Ranaldo schon lange jenseits von Kategorien wie Pop oder Avantgarde: "Ich hab' keine Ahnung, was 'Pop' bedeutet. Das ist einfach so eine vage Sache – mit Sonic Youth haben wir uns nie wirklich Gedanken über das Wesen von Pop gemacht, weil wir schon immer dachten, wir würden Popmusik machen, nur in anderer Leute Ohren war es eben kein Pop. Wir haben aufgehört uns darüber Gedanken zu machen".

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  • Lee Ranaldo Homepage

    Lee informiert über seine zahlreichen Tätigkeiten

    http://www.sonicyouth.com/symu/lee/

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