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Peter Pan ist heute überall. Zumindest möchte er das gerne sein. Die Städte sind vollgestopft mit Mitvierzigern, die nicht von ihrer Jugend lassen können. Sie füllen die Metropolen mit lustigen T-Shirts, kurzen Hosen und Flip-Flops. In dieser Umgebung sorgt eine Person für Kopfschütteln, die bei vielen als schrullig gilt, weil sie sich schon früh entschieden hat, als Mann das Leben zu meistern. Passenderweise ist der Name dieser Person Alsmann, Götz Alsmann.
Dem breiten Publikum ist Götz Alsmann vor allem als Moderator der etwas anderen Talkshow "Zimmer frei" bekannt, die der WDR seit 1996 höchst erfolgreich ausstrahlt. Nur wer den selbsternannten "Fritz Lang des swingenden Schlagers" schon einmal live erlebt hat, ahnt, welch facettenreiche Karriere sich bereits vor seinem TV-Ruhm abgespielt hat.
Der Moderator, Multiinstrumentalist, Entertainer und Bandleader sitzt bereits seit seinem 14. Lebensjahr auf der Bühne einiger Folk- und Jazz-Clubs hinterm Piano. Zu jener Zeit spielt der am 12. Juli 1957 in Münster geborene Alsmann in seiner ersten Band namens Heupferd Jug Band, die immerhin drei Alben veröffentlicht.
Kurze Zeit nachdem er 1976 der Punk-Bewegung nach London folgt, beginnt Alsmann sein Studium der Musikwissenschaft, das ihn aber nicht davon abhält, als Sessionmusiker vor allem in Holland aktiv zu sein. Neben dem Klavier spielt er nun Mandoline, Banjo und Steelguitar, mit der er an einer Vielzahl von Country-, Skiffle- und Pop-Produktionen teilnimmt. Bei einem USA-Besuch kommt er 1980 sogar in den Genuss einer Session mit der griechisch-amerikanischen Bandleader-Legende Johnny Otis.
Wieder zurück, macht sich Alsmann auf zu neuen musikalischen Ufern und fuhrwerkt mit den Sentimental Pounders durch Ska- und Calypso-Gärten. Der Band ist eine achtjährige Existenz vergönnt, das heute unter Fans hartnäckig gesuchte Debütalbum "Party Time" erscheint 1982. Die Aufnahme dauert ganze drei Tage.
Zwei Jahre später beendet Alsmann sein Studium und schreibt seine Dissertation über die Entwicklungsgeschichte des Rock'n'Roll in Amerika. Bereits 1979 veröffentlichte er gemeinsam mit Stefan Blankertz das Buch "Rock'n'Roll Subversiv", das den Rock'n'Roll der 50er Jahre beleuchtet.
1985 gelingt dem frisch gebackenen Doktor ein erster Charts-Coup: Er unterzieht den Depeche Mode-Hit "People Are People" einer swingenden Jazz-Version, die zum Szene-Hit mutiert und sogar in den New Yorker Disco-Charts auftaucht. Laut Alsmann ließen Depeche Mode seine Version regelmäßig vor ihren Konzerten als Teil des Vorprogramms auflegen. Als gesichert gilt jedenfalls, dass ihm der Song die Türen der Radio- und Fernsehstudios sperrangelweit öffnet: "Bist du nicht der Typ von 'People Are People'? Willst du nicht Radio machen?"
Alsmann will. Bis 1988 geht er im WDR Hörfunk mit der Sendung "Jazz For Sale" on air, im SFB moderiert er das "DLF-Rock Café" und die legendäre "Professor Bop-Show" auf WDR1 existiert gar bis 1995. Zwischendurch produziert "der singende Karfunkelstein" 1985 die Debüt-LP der Psychobilly-Band Sunny Domestozs.
Von 1986 bis 1990 moderiert er im WDR Fernsehen "Roxy - das Magazin für den jungen Erwachsenen" - "die Mutter aller Lifestyle-Magazine", wie er später augenzwinkernd anmerkt. 1990 zieht es den Jazz-Besessenen ins wiedervereinigte Berlin zu Rias TV, wo er bis 1993 die Sendung "High Life" moderiert, eine fünfstündige Live-Show am Samstagmorgen.
1996 schlägt schließlich Götzis große TV-Stunde: Im Sommerprogramm des WDR-Fernsehens tritt er zusammen mit Christine Westermann die Moderation der ersten 18 Folgen von "Zimmer frei!" an. Seit 1997 hat die Sendung einen festen Sendeplatz am Sonntagabend inne und genießt bei den Fans Kultstatus.
Seine steile Medien-Karriere hält Alsmann natürlich keine Sekunde vom Musizieren ab: Nach der Trennung der Sentimental Pounders gründet er 1989 die Götz Alsmann Band und nimmt mit dem britischen Trio The Keytones das Album "The Keytones Meet Götz Alsmann" auf.
Seit 1992 spielt seine Band in unveränderter Besetzung: Ludwig Götz (Posaune), Michael Müller (Bassgitarre), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Passlick (Percussion). Dass letzterer sämtliche Geräuschinstrumente von Djembe bis Udu im Schlaf beherrscht, spricht sich 2002 bis zu den Ärzten herum, die ihn für ihr "MTV Unplugged"-Konzert engagieren.
Die Götz Alsmann Band selbst darf sich über den Ruf der besten Fernsehband der deutschen TV-Geschichte freuen, den sie sich durch unermüdliches Spielen in Alsmanns NDR-Spätshow (ab 1996 im NDR) erwirbt.
1995 überfällt das Easy Listening-Fieber die Republik, so dass Alsmann sein mit karibischen Rhythmen und Calypso-Songs angereichertes "Zazou"-Album beim großen Motor-Label veröffentlichen darf.
Zwei Jahre später singt Götzi, der seit einer Ohr-Operation einen Platin-Steigbügel im Ohr trägt, erstmals ausschließlich auf Deutsch, das Ergebnis "Gestatten ... Götz Alsmann" bringt ihm 1999 den Jazz-Award ein. Den bekommt er auch für sein Nachfolgewerk "Zuckersüß" verliehen. Außerdem moderiert er 1999 die Love Parade für den SFB und tritt als Gastsolist bei den Ärzten ("13") und Reinhard Mey ("Lampenfieber") in Erscheinung.
2000 erhält Alsmann mit TV-Partnerin Westermann den längst verdienten Grimme-Preis im Bereich Fiktion und Unterhaltung. Kurz nach der Ehrung bereist der Mann ganze 95 Städte, um seinen neuesten CD-Streich "Filmreif!" zu promoten, der alte Filmmelodien in die Erinnerung zurückrufen soll.
Wie ein mittelalterlicher Hofnarr hechelt der konsequente Krawattenträger seither rastlos zwischen TV-Studio und Live-Bühne hin und her und hat scheinbar nur eines im Sinn: seinem ständig wachsenden Publikum humor- und stilvolle Unterhaltung zu bieten. Da bleibt einem nur zu sagen: Mission accomplished, Götz!
Bereits im Frühsommer 2003 erscheint mit "Tabu!" ein neues Studioalbum des Münsteraners. Wie immer eingespielt mit seiner Götz Alsmann Band, gelingt dem Musiker damit einer seiner größten Erfolge: "Tabu" hält sich nicht nur sechs Wochen in den deutschen Charts, sondern gewinnt im März 2004 sogar den begehrten Echo als beste Jazz-Produktion und verweist renommierte Künstler wie Maceo Parker und Pat Metheny auf die Plätze.
Im selben Jahr nimmt der Westfale, der sich bereits als "Brillenmann 2002" bezeichnen darf, den vom Deutschen Mode-Institut in Köln verliehenen Preis "Krawattenmann 2004" entgegen. Sein Outfit gehöre "als Zitat der Mode der 40er und 50er Jahre harmonisch zur gesamten Performance", so die Krefelder Preisrichter.
Zu Jahresbeginn 2005 purzeln zahlreiche neue Livetermine in die Öffentlichkeit, so dass sich alle "Zimmer Frei"- und Götzi-Fans selbst ein Bild des stilvollen Entertainers machen können. Im Juni erscheint sein neues Album "Kuss", das selbstverständlich ebenfalls mit einer Tournee beworben wird.
Im März 2006 feiert an den Städtischen Bühnen Münster eine Musikrevue zum 100. Geburtstag des Komponisten Michael Jary (geboren am 24. September 1906) Premiere. Alsmann, seine Band und vier Gast-Streicher ehren in diesem speziellen Programm den Komponisten zahlreicher, weltbekannter Schlager-Melodien, darunter Zarah Leanders "Ich Weiß, Es Wird Einmal Ein Wunder Gescheh'n".
Im September trifft der Pianist mal wieder auf Dieter Thomas Heck, allerdings nicht wie schon ein Jahr zuvor im Rahmen von "Zimmer Frei", sondern anlässlich der Verleihung der Goldenen Stimmgabel an Götz Alsmann als erfolgreichsten Solisten des Jahres 2006.
Das Jahr klingt aus mit der CD-Produktion "Winterwunderwelt", die Alsmann erstmals extra für Weihnachten und ohne seine Stammcombo aufnimmt. Gemeinsam mit dem preisgekrönten, 18-köpfigen WDR Big Band-Orchester interpretiert er 13 Weihnachtssongs auf gewohnt stilvolle Weise. Darunter "Eine Muh, Eine Mäh, Eine Täterätätä", "Hei, Hei, Hei, So Eine Schneeballschlacht" und Smash-Hits wie "Süßer Die Glocken Nie Klingen".
Mit "Mein Geheimnis" beginnt 2007 Alsmanns Kooperation mit dem renommierten Jazz-Label Blue Note. Damit geht für den Musiker ein Traum in Erfüllung.
2011 erscheint "In Paris", das dritte Release bei Blue Note. Das Album ist eine deutschsprachige Hommage an den großen französischen Chanson von Charles Aznavour, Charles Trenet und Serge Gainsbourg. In der Kategorie "Jazz – Sänger des Jahres national" erhält Alsmann hierfür zum zweiten Mal den Echo.
Aber auch in ihm steckt ein Kind. Es kommt zum Vorschein, wenn er sich in den großartigen Arrangements seiner Platten verliert. In jeder Ecke seiner Aufnahmen findet sich das Spiel mit der Musik wieder. Überall scheint noch Platz für eine kleine Melodei auf einem abwegigen Instrument. Alsmann spielt meisterlich mit allen Klischees, immer bereit für neue Abenteuer im Nimmerland für Erwachsene: der Musik.
Der TV-Unterhalter über Anglizismen bei DSDS und Titten beim Grand Prix.
Freitag Morgen, 10 Uhr. Bei Götz Alsmann in Münster klingelt das Telefon. Einfach so den Hörer abnehmen wird er nicht, teilte die Plattenfirma vorab geheimnisvoll mit.
Statt dessen solle man warten, bis der Anrufbeantworter anspringt, sich daraufhin höflich vorstellen und auf die Gnade des Meisters warten. Nach zweimaligem Läuten meldet sich eine müde Stimme.
Alsmann?
Guten Morgen, Herr Alsmann. Michael Schuh von laut.de hier.
Ja, wunderbar.
Bevor ich mit den Fragen beginne, möchte ich mich gleich mal bedanken. Sie gelten ja nicht gerade als internetaffiner Zeitgenosse.
Ich habe auch dazugelernt.
Schön. Nun sind Sie der erste männliche deutsche Musiker, der einen Vertrag mit dem legendären Blue Note-Label ergattert hat. Wundern Sie sich als passionierter Jazzfan mit dem Abstand von einem Jahr noch selbst ein wenig darüber?
Ich habe festgestellt, dass es Musikerkollegen mehr wundert als mich. Ich glaube, wer sich mit der Geschichte des Labels befasst, weiß, dass da vor allen Dingen in den Anfangsjahren einige Jazzkomiker dabei waren. Leute wie Babs Gonzales. Das gerät heutzutage natürlich in Vergessenheit, wenn man bestenfalls glaubt, dass die Geschichte von Blue Note mit der zweiten Donald Byrd-LP anfängt.
Mich hat es natürlich gefreut. Es ist noch immer hoch erotisch, seinen Namen und das Blue Note-Label auf ein und demselben Cover zu erblicken. Ich glaube aber, viele Musiker haben eher fassunglos darauf reagiert und dem Publikum ist es glaube ich egal (lacht).
Können Sie den Punkt mit der Kollegenkritik präzisieren? Haben Sie das persönlich mitbekommen?
Ja natürlich. Aber das ist ja auch kein Wunder, davon träumen schließlich viele. Viele, die sich sicher für ernsthaftigere Jazzmusiker halten als sie mich einschätzen. Es gibt sie halt immer wieder, diese Frage: Warum der und nicht ich?
"Mein Geheimnis" war eines der drei erfolgreichsten Jazz-Alben 2007. Wem mussten Sie sich geschlagen geben?
Ich weiß es gar nicht. Ich vermute mal, etwas von Till Brönner, denn wir sind zusammen nominiert worden.
Inwieweit interessieren Sie sich für den musikalischen Werdegang Ihrer Kollegen, etwa den des erwähnten Till Brönner, von Helge Schneider oder dem aufstrebenden Nils Wülker?
Alle drei Namen sind mir bekannt. Till Brönner kenne ich natürlich schon lange, er spielte ja auch auf einigen meiner Platten mit. Da werde ich schon auf dem Laufenden gehalten.
Sie gelten als energischer Verfechter der Bewahrung der deutschen Sprache und Unterstützer deutschen Liedguts. Was hat Sie in dieser Hinsicht in letzter Zeit am meisten beeindruckt?
(Pause)
(Nach zehn Sekunden:) Sie merken, eine sehr lange Pause. Aber gut, der sehr große Erfolg von Reinhard Mey im letzten Jahr mit dem erfolgreichsten Album seiner Karriere "Bunter Hund" ... das weist schon einige schöne Facetten auf, die immer wieder überraschen. Kitty Hoff gefällt mir sehr gut, die demnächst auch auf Blue Note erscheinen wird.
Finden Sie die Zeit, sich zur Wissens- und Meinungsbildung manchmal auch genrefremde Bands anzuhören, etwa aus dem Hip Hop-Bereich oder auch das Jugendphänomen Tokio Hotel, dank denen sogar ausländische Kinder wieder verstärkt die deutsche Sprache lernen?
Das ist natürlich fein, aber ehrlich gesagt interessiert mich das überhaupt nicht. Hip Hop findet in meinem Leben nicht statt. Wie eigentlich alle Formen zeitgenössischer Popmusik. Daher kann ich mich dazu auch nicht kompetent äußern.
Was finden Sie am Zustand der deutschen oder deutschsprachigen Musik denn beklagenswert?
Ach Gott ... (lacht) Stunden später. Naja, ich finde halt vieles im Schlager sehr lieblos. Ich fand natürlich die Annett Louisan-Texte sehr gut. Die Texte und musikalischen Einfälle im Mainstream-Schlager von heute sind doch weitgehend nach sehr überschaubarem Format gestrickt.
Hier Knopf eins, da Knopf zwei, dann kommt hinten irgendwas raus, darauf noch zwei Kinderzimmer-Reime und fertig is die Laube. Das kann einen auf Dauer nicht befriedigen. Das Genre Schlager, für dessen Erhalt ich ja tapfer und wacker eintrete, ist in seiner derzeitigen Ausformung nicht immer ein Quell der Freude.
Also, bestimmte Lehnworte sind eben irgendwann da und werden auch von mir benutzt. Ein Wort wie Meeting hat ja sogar schon in die russische Sprache Eingang gefunden, wird dort sogar lautmalerisch kyrillisch nachgeschrieben. Es ist auch nicht weiter schlimm, dass es englische Lehnwörter gibt. Schlimm ist, wenn es sinnlose Lehnwörter gibt. Wenn nicht mehr abgestimmt, sondern gevotet wird. Das finde ich zum Kotzen. Wir voten heute für ... (lacht laut auf)
Die Leute glauben nach einigen "Deutschland Sucht Den Superstar"-Staffeln ja tatsächlich, dass voten ein deutsches Wort ist. Dabei ist es nicht mal ein Wort, sondern ein Witz.
Würden Sie Worte wie Laptop oder Fast Food als Lehnwörter ansehen?
Ja. Fast Food etwa drückt ja nicht nur das schnelle Essen aus. Ein schnelles Essen ist auch ein Strammer Max und das ist großartig. Fast Food drückt auch etwas Negatives aus. Begriffe, die eine ganze Assoziationswelt mit sich herumtragen, sind sicherlich zulässig.
Dann sagen Sie anstatt Laptop nicht Klapprechner?
(lacht) Also da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Allerdings habe ich keinen, deshalb muss ich das Wort auch nicht benutzen. Es gibt ja auch in der Rockmusik gängige Fachausdrücke wie den Flanger oder den Chorus, um bestimmte Effekte auszudrücken. Was einfach damit zusammenhängt, dass diese Begriffe weltweit auf diesen Apparaten stehen. Die sind gar nicht mein Problem.
Ob sie jetzt aus dem Griechischen oder aus dem Lateinischen stammen, heute stammen sie halt aus dem Englischen. Ich kokettiere ja beispielsweise auch gerne mit altmodischen Fremdwörtern, die aus dem Französischen stammen. Oder im Tourneegeschäft gibt es ja den Rider. Aber da gibts auch den Ablaufplan. Ich benutze also seit langem nicht mehr das Wort Rider. Nein, lächerlich sind Nagelstudios, die "Nails And More" heißen. Oder Potatoe stations. Aber die Welt ist bunt.
Ah, da haben Sie aber tief gewühlt in meinen Zitaten.
Oh. Nein, eigentlich stammt das von mir.
Ah ja, so was habe ich auch mal gesagt.
Meine Frage ist: Nehmen Sie dieses Bauernopfer in Kauf, wenn Sie sich etwa im Kampf gegen die Eintönigkeit der Formatradios plakativ für mehr deutschsprachige Musik einsetzen?
Es ist ja nicht so, dass es keine deutschsprachige Musik im Radio gibt. Es gibt sogar deutschsprachige Formatradios. Nur sind die meistens eher mit der bemitleidenswerten Seite des Schlagers behaftet. Aber nichtsdestoweniger: Es ist erstaunlich, dass ambitionierte deutschsprachige Unterhaltungsmusik eher noch auf Teenagerwellen gespielt wird, denn auf Erwachsenen- und Unterhaltungswellen.
Beim WDR gibt es das Teenagerradio Eins Live, die spielen eine Annett Louisan. Dann gibts das Formatradio für Information, die spielen eben sehr viel Bon Jovi und keine Annett Louisan. Und dann gibts WDR4, das ist der Volksmusik- und Schlagersender, der spielt ganz viel Annett Louisan.
Das ist ja das Verrückte: dass da plötzlich eine Brücke geschlagen wird zwischen den Hausfrauen- und den Teenagersendern. Das Bindeglied ist aber die Sprache, nicht die Musik.
Im letzten Jahr haben Sie ja heftige Kritik am Grand Prix bzw. am Eurovision Song Contest geübt, nannten den früheren Schlagerwettbewerb einen Geschmackskollaps. Abgesehen von Ihrem Wunsch, dass alle Interpreten wieder in der Landessprache singen sollten; was müsste sich am Regelwerk des Vorentscheids ändern, damit heftige Niederlagen wie die der No Angels oder Roger Cicero vermieden werden könnten?
Ich glaube, das hat überhaupt nichts mit den Vorentscheidungen zu tun. Sie können in den 52 Jahren der Geschichte dieses Wettbewerbs ja sämtliche Formen des Vorentscheids durchdeklinieren. Da gab es auch diese Geschichte, dass im Fernsehen ohne Publikum drei Schlager vorgestellt wurden, woraufhin eine Fachjury darüber abgestimmt hat. Es gab wirklich schon die komischsten Sachen.
Roger Cicero, dem ich ja nichts Negatives nachsagen kann, ist durch seinen großen Erfolg auf einer Woge der nationalen Sympathie geritten. Dass aber in Osteuropa ein deutschsingender Schlagersänger, der sich von einer Big Band begleiten lässt, den Geschmack moskovitischer Voter (ironisch) nicht auf Anhieb trifft, das war ja an zwei Fingern abzuzählen. Ich glaube, das ganze Konzept hat sich einfach überlebt.
Sie würden also auch nicht mehr antreten?
Das steht doch überhaupt nicht zur Debatte. Das Ding war ja auch früher mal, müssen Sie wissen, in erster Linie ein Komponistenwettbewerb. Als 1957/58 Margot Hielscher antrat, sang sie Lieder ihres Mannes Friedrich Meyer, der damals ein sehr populärer Komponist war. Die Komponisten dirigierten seinerzeit ja noch selbst das Orchester. Wohingegen wir es heute mit Halbplayback-Veranstaltungen zu tun haben, bei denen einfach die schönsten Titten prämiert werden. Oder andere Dinge, die mit Musik nichts zu tun haben. Ähm, habe ich eben Titten gesagt?
Ich glaube, Sie haben Brüste gesagt.
Brüste, ja natürlich.
Zum Schluss: Sie erreichen auf Ihren Tourneen stetig mehr Zuschauer, Sie sind ein bekanntes TV-Gesicht und haben vielseitige Talente. Wäre es da nicht ein Traum, eine Samstagabendshow im Stile eines Harald Juhnke zu gestalten, in der Sie sowohl die Moderation, die Unterhaltung der Gäste als auch die musikalische Untermalung übernehmen?
Ich mache ja schon die Freitagabendshow im ZDF, "Götz Alsmanns Nachtmusik". Nein, ich habe zu viel zu tun, als mir darüber Gedanken zu machen.
Ich habe immer das Gefühl, Sie würden fürs Fernsehen nie Ihren Konzertmarathon von 100 bis 120 Konzerten im Jahr reduzieren. Sind die unantastbar?
Nein, es dürfen auch gerne ein paar weniger sein. Aber richtig, ich will schon auftreten. Allerdings ... dieses Jahr ist es wieder so ein Irrsinnspensum. Ich wünsche mir schon auch Jahre mit weniger Konzerten, aber eben nicht ohne Konzerte.
Hat die Familie auch ein Votum in dieser Frage?
Die Familie freut sich, dass es ihr gut geht.
Mein Geheimnis Live (2008)
Zirkus Alsmann (2007)
Zuckersüß (1999), Zimmer Frei (1998), Gestatten ... Götz Alsmann (1997), Zazou (1995), Big Bamboo (1993), Twelve To Six (1988)
| Fr | 24.05.2013 | Götz Alsmann Wolfsburg (Theater) | |
| Sa | 25.05.2013 | Götz Alsmann Wolfenbüttel (Lessingtheater) | |
| Sa | 08.06.2013 | Götz Alsmann Iserlohn (Parktheater) | |
| Sa | 15.06.2013 | Götz Alsmann Frankfurt (Alte Oper) | |
| Di | 18.06.2013 | Götz Alsmann Gelsenkirchen (Musiktheater) | |
| Do | 15.08.2013 | Götz Alsmann Wiesbaden (Kurhaus) | |
| Mo | 19.08.2013 | Götz Alsmann Buchholz (Empore) | |
| Di | 20.08.2013 | Götz Alsmann Sylt (Meerkabarett) | |
| Mi | 21.08.2013 | Götz Alsmann Sylt (Meerkabarett) | |
| Do | 22.08.2013 | Götz Alsmann Sylt (Meerkabarett) | |
| So | 25.08.2013 | Götz Alsmann KulturImZelt (Braunschweig) | |
| Mo | 26.08.2013 | Götz Alsmann Vellmar (Theaterzelt Festplatz) | |
| Di | 27.08.2013 | Götz Alsmann Dresden (Weißer Hirsch) | |
| Fr | 20.09.2013 | Götz Alsmann Remscheid (Teo-Otto-Theater) | |
| Fr | 27.09.2013 | Götz Alsmann Rietberg (Cultura) | |
| Sa | 28.09.2013 | Götz Alsmann Beverungen (Stadthalle) | |
| Fr | 11.10.2013 | Götz Alsmann Heidelberg (Stadthalle) | |
| Sa | 12.10.2013 | Götz Alsmann Zweibrücken (Festhalle) | |
| So | 13.10.2013 | Götz Alsmann Losheim (Eisenbahnmuseum) | |
| Do | 31.10.2013 | Götz Alsmann Lengerich (Gempt Halle) | |
| Do | 14.11.2013 | Götz Alsmann Sonneberg (Gesellschaftshaus) | |
| Do | 05.12.2013 | Götz Alsmann Düsseldorf (Savoy-Theater) | |
| Fr | 06.12.2013 | Götz Alsmann Düsseldorf (Savoy-Theater) | |
| Mi | 18.12.2013 | Götz Alsmann Dortmund (Konzerthaus) | |
| Do | 19.12.2013 | Götz Alsmann Dortmund (Konzerthaus) |
Götz Alsmann steht Rede und Antwort.
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Götz Alzmann Konzert gestern in Hamburg 30.3.2009 Showa |
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31.03.09, 08:11 Showa |
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