Porträt

laut.de-Biographie

Glass Animals

Gleich bei der Albumpremiere einen Vertrag bei Superproducer Paul Epworth zu unterzeichnen: beileibe keine üble Referenz. 2014 beschließt Epworth, der bereits Lana Del Rey, Adele und Coldplay produzierte, dem Oxford-Quartett Glass Animals sogar die erste Veröffentlichung auf seinem neu gegründeten Label Wolf Tone zu überlassen. Viel Vorab-Ehr für eine Band, die 2012 auszieht, um die Intelligent Pop-Konkurrenz um Alt-J und Foals das Fürchten zu lehren.

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Glass Animals entstehen aus einer langjährigen Freundschaft heraus. Gitarrist Drew MacFarlane, Bassist Edmund Irwing-Singer und Drummer Joe Seaward kennen sich seit Schulzeiten. Aus reinen Freizeitjams formt sich die Band, als der gebürtige Texaner und Lead Vocalist Dave Bayley hinzustößt. Seaward blickt zurück: "Wir gingen damals zu lokalen Shows in einer Venue, die Radiohead und Supergrass gehörte. Wir schauten uns Rakes, British Sea Power, Maximo Park, die Foals und Young Knives an."

Aus diesen Gigs schöpfen Glass Animals zunächst auch ihre Inspiration. "Dave kam eines Tages einfach an und meinte: 'Ich hab' ein paar Songs geschrieben, die lade ich auf MySpace hoch. Wollt ihr eine Band gründen?'", beschreibt der Schlagzeuger. Man beschließt, zunächst die Universitätsdiplome, unter anderem in Neurowissenschaften, einzufahren und anschließend Ernst zu machen, mit der Musik. Aus dem Namen Afro Pony wird zunächst Alligator Puffin Chicken Go Yeh Woo, und schließlich Glass Animals.

Vor allem Sänger Bayleys Hip Hop-Einflüsse sorgen dafür, dass das Quartett letztlich nie so ganz nach dem inseltypischen Lad Rock klingt. Stattdessen schlagen die Animals auf "Zaba" wie auf dem Nachfolger "How To Be A Human Being" einen geschmeidigen Trip Rock-Weg ein. Post-Dubstep-Beats, Hip Hop-Basslinien, verschleppte Marimbaklänge und eine gute Prise Psychedelia prägen ihren Sound.

Dazu trägt Bayley verhuschte Lyrics vor, deren Inhalte oftmals rein assoziativ statt konkret-bedeutsam daherkommen. Der fast durchgehend entspannte Groove verschmilzt die einzelnen Tracks zu einem hypnotischen Downbeat-Ganzen.

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Der Erfolg dieser eingängigen Mischung lässt nicht auf sich warten: Die Single "Gooey" landet 2014 auf Platz zwei der globalen Spotify-Viralcharts und die Band darf St. Vincent auf Europatournee begleiten. In Australien entert "Zaba" die Top-Zwanzig der Album-Hitliste und landet auf Platz eins der US-Alternative-LP-Charts.

Die Begeisterung für Hip Hop-Sounds sorgt derweil dafür, dass Glass Animals immer wieder auch Tracks für befreundete Rap-Acts schreiben. "In unserer Freizeit hören Dave und ich bis heute hauptsächlich Hip Hop", ordnet Drummer Seaward ein. Im Oktober 2015 sorgen die Oxforder denn auch mit dem Featuretrack "Lose Control" mit Joey Bada$$ für einige Schlagzeilen.

Die US-Tournee verkauft sich infolge der überbordenden Resonanz auf der Streamingplattform Spotify sowie in sozialen Medien in Windeseile aus. Auch die Festivalauftritte beim Lollapalooza, dem Glastonbury und Coachella werden frenetisch gefeiert. Was angesichts folgender Liste an in den 2010ern angesagten Role Models eigentlich kaum verwundert: Glass Animals begeistern sich neben Radiohead auch für Animal Collective, Burial und Flying Lotus.

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Glass Animals - Zaba: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2014 Zaba

Kritik von David Hutzel

Ohrwurm-Melodien und Erdnussbutter-Vibes. (0 Kommentare)

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