Porträt

laut.de-Biographie

Freestyle Man

Als Mitte der 1980er Jahre Chicago-House sich erstmals auf den Weg in die alte Welt macht und seine Fühler bis in den hohen Norden Europas ausstreckt, erliegt auch in einem kleineren finnischen Ort in der weiteren Umgebung von Turku ein junger Mann den Reizen dieser damals noch jungen Spielart elektronischer Tanzmusik. Klas Lindblad, auch Sasse genannt, hat zu dieser Zeit allerdings noch recht wenig Gelegenheit, in Clubs zu gehen oder gar Platten solcher Art zu kaufen. Seinerzeit übernimmt vornehmlich das heimische Radio den Part der musikalischen Unterhaltung und Information, so dass Lindblad die entsprechenden Sendungen mit Clubmusik auf Tape bannt. Später kauft er sich zwei Plattenspieler sowie ein Mischpult. 1992 markiert den Beginn seiner Karriere als DJ. Sasse spielt bevorzugt New York-House im Stile eines Jovonns und Detroit-Techno. Auch heute liegen seine Vorlieben in erster Linie bei deepen Sounds.

Sasse zieht nach Turku. Hier findet er endlich auch einen geeigneten Plattenhändler, um sich mit dem neuesten Vinylscheiben einzudecken. Und wie zuvor in seinem alten Heimatort, organisiert er hier Partys und führt überdies später noch einen House-Club. Lindblad bricht die Schule ab, die Musik liegt ihm weitaus mehr als das Pauken. In Turku ist Sasse unterwegs mit den Jungs von Sähkö, dem Label von Tommi Grönlund. Dort wie auf dessen Sublabels Keys Of Life und PUU veröffentlicht z.B. auch Jimi Tenor. Nebenher arbeitet Lindblad an eigenen Stücken, von denen einige unter seinem Alias Freestyle Man 1995 erstmals bei Sähkö erscheinen, ebenso wie die Ergebnisse seiner Kooperation mit Tenor und Severi Pyysalo ("Que Domingo Inquieto"). 1996 gründet Lindblad Mood Music Records. Hier veröffentlicht er in der Folge unter den Pseudonymen Freestyle Man, Sasse, Morris Brown, Thirsty Monk zahlreiche Scheiben.

Drei Jahre später siedelt Sasse nach Deutschland über. In Frankfurt findet er ein neues Zuhause und Mood Music erhält Unterstützung durch Corrado Izzos ELP-Medienpool. Mit Izzo teilt er sich das Studio Metalbar. Überdies produziert Sasse mit Marco Carola ("Fusion"), George Spruce ("Solid Support, Why, Gotta Need") oder Losoul ("Aspects On The Same Theme"), fertigt Remixe u.a. für Blaze ("Lovelee Dae, Funky People"), Antonelli Electr. ("The Vogue"), Gamat 3000 ("All Seasons") oder Mr Velcro Fastener ("Robots 4 Life") und bringt "Nightstarter" als erste Label-Compilation von Mood Music heraus. Zu guter Letzt legt er eine Zeit lang als Resident im Offenbacher Club Robert Johnson auf. In der alten finnischen Heimat kommt er ebenfalls diversen DJ-Verpflichtungen nach.

2000 schließlich erscheint das Freestyle Man Debüt-Album "Going South" auf Cliché. In den nachfolgenden Jahren produziert er weiter fleißig Platten und Remixe z.B. für Dirt Crew ("Rok Da House"), Thugfucker ("Body Shaker") und Slam ("Lie To Me"). Mittlerweile lebt der Finne in Berlin und kümmert sich um die Belange von Mood Music, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. Als zweite Werkschau mit bisherigen Erscheinungen sowie unveröffentlichtem Material von Henrik Schwarz alias RikPutin, Dirt Crew, Thugfucker, Spirit Catcher, Phonogenic, Nick Chacona sowie seinen eigenen, veröffentlicht Lindblad 2005 die Compilation "Nightstarter 2". Immer bereit, deepen Stoff mit ordentlich Bumms dahinter unters Volk zu bringen.

Mit dem Sasse-Album "Made Within The Upper Stairs Of Heaven" verhält es sich nicht großartig anders. Nur liegt der musikalische Focus auf Italo-Disco. Mit Unterstützung seiner Landsleute Kiki und Jani Lehto sowie mit Hilfe von Bernadette La Hengst und Malte Schlorf setzt er dieses gelungene Album um.

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