Porträt

laut.de-Biographie

Losoul

Peter Kremeier erwischt einen Traumstart in seine Produzentenkarriere. Seit 1994 erst sitzt der gebürtige Kölner mit viel Leidenschaft an Synthesizer und Mischpult. Keine zwei Jahre später veröffentlicht er erstmals auf dem noch jungen Label Playhouse die Maxi "Open Door" und landet damit einen weltweiten Clubhit, der schon kurz darauf unter der Rubrik Klassiker eingeordnet wird. Vor allem in der House-Geburtsstadt Chicago fallen die schnörkellosen, doch emotionsgeladenen Grooves von Losoul auf fruchtbaren Boden.

Die Seele in der Musik von Losoul erklärt sich vielleicht mit der Plattensammlung seiner Eltern. Darin stöbert der kleine Peter von Kindesbeinen an gerne und entdeckt dabei zeitgenössisches wie Disco, Soul oder Jazz, freut sich aber genauso gerne an klassischen Streichern. Nach dem Elternhaus werden die Freunde zum musikalischen Kristallisationspunkt. Funk, Soul und Disco sind auch hier wieder am Start, angereichert nun mit einer guten Portion Hip Hop sowie frühen Acid House und Techno-Tracks.

Nach dem Umzug von Köln ins Rhein-Main-Gebiet 1989 beginnt für Peter Kremeier eine musikalische Neuorientierung, nach dem Motto 'neue Freunde, neue Musik'. Es ist Zeit, ein wenig in Indie, Punk, EBM und Industrial hineinzuschnuppern, bevor ihn 1992 die Clubkultur voll in ihren Bann zieht. Das Omen und das Dorian Gray werden zu Anlaufpunkten. Mit Kumpels gründet er sein eigenes Soundsystem und veranstaltet in Wiesbaden Parties, wo auch mal Carl Craig oder Ata vorbeischauen, und veröffentlicht 1994 seine ersten Tracks. Don Disco nennt sich Kremeier zu dieser Zeit noch.

Mit "Open Door" folgt der Paukenschlag. Für sein erstes Demo an Playhouse erntet Kremeier noch eine Abfuhr. Dem sexy Charme von "Open Door" können die Labelchefs Ata und Heiko Schäfer jedoch nicht widerstehen, sie veröffentlichen den Track als sechste Maxi auf ihrem Label. Die bei "Open Door" angelegte knisternde Spannung in Verbindung mit einer guten Portion beseelter Emotionalität entfaltet Kremeier mit den folgenden Releases auf Playhouse weiter.

Sein erstes Album "Belong" erblickt im Jahr 2000 schließlich das Licht der Welt und bringt die Qualitäten, mit denen Losoul zu einem gefragtesten Acts rund um den Globus wird, auf den Punkt. Der feine Sinn für Dramatik zeichnet die Tracks auf "Belong" genauso aus wie eine gewichtige Portion Funkiness, die in die Beine geht. Auf "Belong" gibt Kremeier einem Teil seiner Tracks erstmals eine Stimme. Malte Schlorf, mit dem er bereits zusammen in der Konstellation DJ und MC auftrat, haucht den Tracks von Kremeier die Seele ein.

Die Konstellation bewährt sich, und so leiht Malte "Warriors" genauso seine Stimme wie "You Know", dem ersten Vorboten des nächsten Albums. Bis "Getting Even" erscheint, schreibt man den Herbst 2004. Die lange Durststrecke zwischen seinen Alben verkürzt Kremeier stets mit (spärlich) eingesträuten Maxi-Veröffentlichungen. In seinen Releases huldigt Losoul einem zeitlos schönen Sounddesign, das seine Bezugspunkte auch jenseits der Clubkultur findet und doch dort zuhause ist.

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Alben

Losoul - Care: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Care

Kritik von Daniel Straub

Die elektronische Musik braucht Künstler wie Losoul. (0 Kommentare)

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