Porträt

laut.de-Biographie

Fatboy Slim

"Every woman, every man, join the Caravan of Love..." Wer erinnert sich nicht an diesen 80er Jahre Ohrwurm der britischen Popformation Housemartins? Damals zupfte Norman Cook den poppigen Bass. Heute ist er den meisten Leuten eher unter seinem Pseudonym Fatboy Slim bekannt. Für fette tanzbare elektronische Beats. 'Big Beat' nennt ein damaliger Mitbewohner seinen Musikstil. Und spätestens seit Sommer 1998 kann jeder den Refrain: "Check it out now - the Funksoul Brother" mitsummen. "Rockafeller Skank" ist der Hit der Saison und verschaffte dem Multitalent noch mehr Ruhm und Reichtum.

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Dabei fängt alles ganz harmlos an. Aus Spaß mixte Norman damals einige Acidtracks und unterlegt sie mit Hip Hop-Rhythmen. Freunde muntern ihn auf, die fertigen Songs aufzunehmen und an Plattenfirmen zu verschicken. Die sind allerdings nicht daran interessiert und so gründete Norman nebenbei noch sein eigenes Label. Ab da geht es dann nur noch bergauf.

Jetzt könnte man meinen, dass der junge Mann nach so vielen Auszeichnungen und Charterfolgen den Boden unter den Füßen verloren hat. Aber weit gefehlt. Norman bleibt bescheiden. Er hält sich auch lieber im Hintergrund und meidet die Öffentlichkeit so gut es geht. Das führt sogar so weit, dass er Promotiontermine sausen lässt, damit er mit seiner Familie zusammen sein kann. Trotzdem läßt er sich einige Kurzauftritte, a la Hitchcock, in seinen Videos nicht entgehen.

Am allerliebsten produziert der smarte Brite seine Tracks oder steht als DJ hinter den Plattentellern. Am wohlsten fühlt er sich dabei natürlich in seiner Heimatstadt Brighton. In der Big Beat Boutique legt er bis zuu deren Ende jede Woche als Resident DJ auf und die Menschen kommen sogar aus London angefahren, um auf seinen Tracks abzutanzen.

Das erste Fatboy Slim-Album "Better Living Through Chemistry" war 1996 ein voller Erfolg in den Clubs. Obwohl ihm vorgeworfen wurde, dass er einige Songs von den Chemical Brothers abgekupfert hätte. Darüber schmunzelte er nur und meinte, dass er DJ ist und man sich da schon mal bei befreundeten Musikern einige Inspirationen abgucken könnte.

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Überambitioniertes Disco-Musical mit allzu vielen Ideen.
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Natürlich sollte man auch die zahlreichen anderen Projekte von Norman Cook beim Namen nennen. Nicht alle wissen, dass er auch hinter Beats International ("Dub Be Good To Me"), Freak Power, The Mighty Dub Cats und Pizzaman steht. Er produziert die unterschiedlichsten Arten von Musik, daher ist seine Fangemeinde auch sehr heterogen. Die einen lieben Fatboy Slim und verabscheuen dafür die Musik von Pizzaman.

Norman Cooks Diskographie ist kaum mehr auflistbar. Über 300 Veröffentlichungen. Darunter auch zahlreiche Remixe, u.a. für Beastie Boys ("Body Movin'"), Fine Young Cannibals, A Tribe Called Quest, Stereo MCs, INXS und Jungle Brothers. Der wohl bekannteste Remix: "Brimful of Asha" von Cornershop. Norman fand den Song eigentlich schon großartig genug. Es war auch nicht seine Absicht, durch den schon vorhandenen Song die späteren Lorbeeren zu ernten. Er wollte ihn nur ein wenig schneller machen und fettere Beats drunterlegen. Es kam sogar soweit, dass auf einem Cornershop-Konzert in Brighton das Publikum Norman Cook auf der Bühne sehen wollte. Sie bevorzugten den schnelleren Remix von "Brimful of Asha" vor dem Original.

Bei den Videos zu seinen Hit-Singles kommt immer wieder Erstaunliches heraus. Zu "Praise You" tanzt eine unfreiwillig komische Laientanzgruppe, geführt von einem nerdig aussehenden Lehrer, der sich engagiert ins Zeug wirft. Bei "Weapon Of Choice" hat kein geringerer als Christopher Walken einen unglaublichen Auftritt. Die wenigsten wissen, dass der Hollywood-Schauspieler eine abgeschlossene Tanzausbildung hat und so wieder einmal dazu kam, eine heiße Sohle aufs Parkett zu legen.

Ohne Zweifel ist Norman Cook aka Fatboy Slim zu Beginn des 21. Jahrhunderts der erfolgreichste DJ des Planeten. Wer sonst kann von sich behaupten, vor 250.000 (Brighton Beach) bzw. 360.000 Menschen (Rio) Platten aufzulegen? Eigentlich sollte da eine Flasche Champus fällig sein, doch die sollte dann doch im Schrank bleiben, denn beim Gig auf dem Brighton Beach im Juli 2002 sterben im Tumult zwei Menschen. Die ursprünglich nur für 60.000 Besucher ausgelegte Party läuft komplett aus dem Ruder, letztendlich ist es fast einem Wunder zu verdanken, dass nicht mehr passiert. Eine weitere Auflage wird es wohl nicht mehr geben.

Dennoch bannt Cook das Ereignis auf DVD. Zwar beeindruckt die Disc mit tollen Aufnahmen von ausgelassen feiernden Fans, einen faden Nachgeschmack hat "Big Beach Boutique" dennoch. Vier Jahre nach seinem letzten Studiowerk "Halfway Between The Gutter And The Stars" stellt Cook mit "Palookaville" sein viertes Album in acht Jahren vor.

2006 erscheint die DVD "The Greatest Hits: Why Make Videos", auf der sämtliche Clips und allerlei alternatives Szenenmaterial rund um Norman Cook gebündelt sind.

News

Alben

Fatboy Slim - Palookaville: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2004 Palookaville

Kritik von Alexander Cordas

Pimmels hier, Boobies dort, entblößte Ärsche allenthalben. (0 Kommentare)

Videos

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