Porträt

laut.de-Biographie

Cornershop

Wer sich je über Kwik-e-Mart-Besitzer Apu in der TV-Serie Die Simpsons schlapp gelacht hat, weiß, wie das gängige Klischee über indische Mitbürger in englischsprachigen Ländern aussieht. Jeder Inder oder Pakistani hat demnach seinen eigenen kleinen Eckladen, in dem er allerlei orientalischen Ramsch verscheuert.

Dieses Stereotyps bedient sich die Band um Sänger, Gitarrist und Dholki-Spieler Tjinder Singh und nennt sich kurzerhand Cornershop. Das Original Lineup von 1991 ergänzt der Keyboard- und Tamburinspieler Ben Ayres, Tjinders Bruder Avtar Singh und Drummer David Chambers.

1993 veröffentlicht die Band auf dem Indielabel WIIIJA zwei EPs: "In The Days Of Ford Cortina" und "Lock, Stock And Double Barrel" (auch als "Elvis Sex-Change" bekannt). Mehr Aufmerksamkeit erhält die Band allerdings, nachdem sie einen regelrechten Kreuzzug gegen Smiths-Legende Morrissey veranstaltet. Dem wird (wie zu der Zeit nicht unüblich) vorgeworfen, mit rechts angehauchten Skinheads zu sympathisieren. Die Presse ist nicht begeistert von einer derartigen Diskreditierung ihres Lieblings und stempelt Cornershop weitgehend als unprofessionell ab. Die Intention wird als reine Selbstvermarktung abgetan statt als Anti-Rassismus-Statement.

Nach dem Einstieg von Anthony Saffery (Kayboard, Harmonium) und Wallis Healy (Gitarre) wagt sich die Gruppe an ihr erstes Album: "Hold On It Hurts" erscheint 1995. In der Folgezeit verlassen David Chambers und Avtar Singh die Combo und werden durch Nick Simms (Schlagzeug) und Pete Hall (Percussion) ersetzt. In dieser Besetzung erhalten sie einen Vertrag bei David Byrnes Luaka Bop Label und veröffentlichen mit "Woman's Got To Have It" einen weit mehr beachteten Zweitling.

Trotz des Achtungserfolges und guten Feedbacks seitens der Kritiker verlassen die Neuzugänge Healy und Hall Cornershop nach dem Albumrelease. Als neuer Percussionist kommt Peter Bengry hinzu. Noch im gleichen Jahr folgt das dritte Album der Gruppe, "When I Was Born For The 7th Time", und mit ihm endlich der Durchbruch. Das Spin-Magazin wählte die Platte gar zum Album des Jahres.

Ayres und Singh widmen sich ihrem Nebenprojekt, der eher danceorientierten Gruppe Clinton. Der Release des Debutalbums "Disco And The Halfway To Discontent" im Jahr 1999 sowie die anhaltende Stille um Cornserhop lassen Gerüchte laut werden, die Band habe sich ganz aufgelöst.

Doch diese erweisen sich als unbegründet. Mit ihrer Mischung aus indischen Elementen mit hypnotischen Hip Hop-Beats und Gesang auf Englisch und Punjab melden sich Cornershop regelmäßig zurück, um die Lobhudeleien der Kritiken einzustecken. Gleichzeitig bleiben sie für die Öffentlichkeit immer seltsam unsichtbar. Eine Eintagsfliege mit unerwartet langem Leben im Schatten von "Brimful of Asha".

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