Porträt

laut.de-Biographie

Famara

Im Jahr 2004 adelt das eidgenössische Boulevardblatt Blick den Reggae-Künstler Famara zum "schwärzesten Schweizer". "Das Internetmagazin Blacksheep ergänzt: "Der Mann ist aus Versehen mit weißer Haut auf die Welt gekommen."

Von seinem bleichgesichtigen äußeren Erscheinungsbild sollte man sich also besser nicht täuschen lassen: Aus den Offbeats formt Famara echten, erdigen, schwärzesten Reggae.

Mit bürgerlichem Namen heißt Famara Thomas Nikles. Er wächst als Sohn einer Fabrikantenfamilie im Leimental im Kanton Solothurn, unweit von Basel, auf. Bei einem Percussion-Workshop kommt er 1984 erstmals mit afrikanischen Rhythmen in Kontakt. Eine Leidenschaft entflammt.

Vom Groove Mama Afrikas kommt Famara fortan nicht mehr los. Im Laufe der Jahre entwickelt er sich zum gefragten Trommler. Solo-Auftritte, sein Engagement in verschiedenen Afro- und Latin-Formationen und seine Erfahrungen als Raggamuffin-Sänger bei der Basler Rapperin Luana führen schließlich 1997 zur Veröffentlichung seiner ersten Single "Sunshine Bubbler".

In der Heimat erzielt er damit zwar einen Achtungserfolg. Als er jedoch ein Jahr später nach Gambia reist und seine Show auf einem Festival anlässlich der Feier der Unabhängigkeit Gambias vor einem 15.000-Leute-Publikum präsentiert, avanciert er dort zum Star. "Swiss Reggae Star in Town", titeln die Lokal-Zeitungen und feiern ihn als schwarze Seele in weißer Haut.

Noch im selben Jahr bereist Famara Gambia im Rahmen einer Tournee, auf der er sein Debütalbum "Natural Fact" einspielt. Ein Jahr später folgt eine zweite Afrika-Tour, die durch Gambia, Mali und den Senegal führt. Famara hat seine Heimat gefunden, und die hat ihren Sohn zurück. Er teilt sich die Bühnen mit Künstlern wie Youssou N'Dour, Tiken Jah Fakoly, Seeed, Ziggy Marley, Gentleman und seinen Landsleuten von den Scrucialists.

Seine Musik strotzt vor purer Echtheit und kreativer Homogenität. Auch wenn von Scheibe zu Scheibe die Zutaten etwas variieren, sein inspirierter, ehrlicher Afro-Reggae überzeugt durchweg mit dem lässigen Wohlbefinden, das er auslöst. "Famara ist pure Sonnenenergie in einer Welt voller Atomstrom", metaphert das Blacksheep-Mag.

Sein Sound erweist sich als der Seele des Menschen genauso nahe wie seinem Tanzbein. Der diskografische Weg führt dabei über ausgefallene Beats und "dschungelkrasse Sounds" (Blacksheep) bis hin zu ebenso radiotauglichen wie tanzbaren Gratwanderungen in Gefilden zwischen Reggae, Dub und Weltmusik.

Alben

Famara - Oreba: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 Oreba

Kritik von Dani Fromm

Der schwärzeste Schweizer lässt keine Zeit für Langeweile. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare