Porträt

laut.de-Biographie

The Scrucialists

Unsere eidgenössischen Nachbarn haben viel Schönes zu bieten. Das sollte mittlerweile weithin bekannt sein. Dass sich Heidis Heimatland daneben langsam aber sicher zum europäischen Reggae-Exporteur Nummer eins mausert, mag bisher dem ein oder anderen verborgen geblieben sein, aber hey! Selbst die Queen of Dancehall setzt auf Schweizer Wertarbeit: Lady Saw greift für ihre Europatournee auf die Dienste der Basler Scrucialists zurück.

The Scrucialists - All The Way Aktuelles Album
The Scrucialists All The Way
Von Basel nach Jamaica und zurück.

Die Erfolgs-Story beginnt 1997: Keyboarder Simon Hänggi, Luc Montini und Matthias Tobler an Gitarre und Bass sowie Schlagzeuger Eric Gut gründen, um ihrer Leidenschaft für jamaikanische Musik zu frönen, die Scrucialists. Auf dem Programm stehen Roots Reggae, Dub und Dancehall, gelegentlich angereichert mit ein wenig Calypso. Obwohl sie zunächst noch mit Richard "Ites" White als festem Sänger unterwegs sind, werden die Scrucialists von Anfang an gerne als Backing-Band eingesetzt, und das lange nicht nur von Reggae-Künstlern. Auch bei Schweizer Hip Hop-Acts stehen sie als Live-Band hoch im Kurs. Die Liste der begleiteten Sängerinnen und Sänger ist lang. Richard White ist bis 1999 mit von der Partie, bis er die Scrucialists verlässt. Sein Abschiedskonzert 2000 auf Barbados gehört (nach eigenen Aussagen) zu den Höhepunkten in der Band-Geschichte.

1999 realisieren Eric und Luc eine schon längere Zeit gehegte Idee: Mit hohem persönlichen Einsatz von Finanzmitteln und vor allem von Arbeitszeit bauen die Scrucialists in einer Lagerhalle im Industriegebiet von Muttenz ihr eigenes Studio auf. Künftig bietet das One Drop Studio den Scrucialists selbst (aber auch anderen jungen Künstlern) die Möglichkeit, Demobänder oder CDs für den Eigenvertrieb aufzunehmen. Ein Jahr später folgt die Gründung des hauseigenen Labels One Drop Records. Erste Singles werden veröffentlicht. Nach einem Umbau des Studios im Dezember 2001 erreicht One Drop semi-professionellen Studio-Standard. Man beschränkt sich bewusst nicht nur auf Künstler aus dem Reggae-Bereich. Auch Jazz-, Hip Hop- und Singer/Songwriter-Projekte kommen zum Zug. 2001 bannen sie zwei Live-Dub-Konzerte auf CD. Die Scrucialists sehen ihr Studio als "Ort der Begegnung", an dem verschiedene Leute mit unterschiedlichen Hintergründen, Arbeitsweisen und Ideen aufeinandertreffen und sich austauschen.

Unterdessen sind die Scrucialists als Band unterwegs. Sie spielen zahllose Festivals in ganz Europa. 2002 treten sie mehrfach gemeinsam mit Antiguas General P auf, "Scrucialists With General P" dokumentiert die Zusammenarbeit. Ins gleiche Jahr fallen die zweiwöchige Europatour als Backing-Band von Lady Saw sowie Auftritte in der Schweiz mit Namusoke, die zwar aus Zürich stammt, deren Wurzeln aber in Tansania zu suchen sind.

2003 spielen die Scrucialists mit der New Yorker Ska- und Dancehall-Legende King Django das Album mit dem beredten Titel "King Django Meets The Scrucialists" ein. Die Platte erscheint gleichermaßen in Europa und den USA. Die zugehörige Tour "Transatlantic Dancehall Clash" führt die durch King Django und Dr. Ring-Ding sangestechnisch verstärkte Truppe vier Wochen lang quer durch Europa. Nahezu nahtlos schließen sich Auftritte mit der Schweizer Hip Hop-Crew TAFS und mit Brandhärd an.

Auch 2005 bleibt kaum Zeit zum Luftholen. Im Sommer unternehmen die Scrucialists eine Mini-Festival-Tour mit Ward 21, daneben begleiten sie Konzerte von Half Pint. Die Riddims der Scrucialists finden auch bei den alten Hasen im Reggae-Geschäft großen Anklang. Das Quartett reist nach Jamaika, um in den dortigen Black Scorpio Studios die Vocals zum anstehenden Album "All The Way" aufzunehmen. Neben heimischen Gewächsen wie Cali P und Phenomden (mit denen die Scrucialists ganzjährig auftreten) findet eine beachtliche Reihe persönlicher Idole der vier Basler den Weg auf die Platte: Zu hören sind unter anderem Luciano, Turbulence, Ward 21 und Mykal Rose. "All The Way" erscheint im Oktober 2005.

Alben

  • Offizielle Homepage der Scrucialists

    Basler Leckerli in Ton und zahllosen Bildern.

    http://www.scrucialists.com
  • One Drop

    Das Scrucialists-eigene Studio samt zugehörigem Label

    http://www.onedrop.ch
  • Nation Music

    Die Adresse für qualitative helvetische Musik.

    http://www.nationmusic.ch

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