Porträt

laut.de-Biographie

Youssou N'Dour

Nicht jeder kann sich mit dem Titel "afrikanischer Künstler des Jahrhunderts" brüsten, den das mainstream-kritische englische Weltmusik-Fachblatt Folk Roots Youssou N'Dour 2002 verleiht. Nicht jeder gilt als der "erfolgreichste afrikanische Sänger unserer Zeit" (Blue Rhythm) und nicht jeder zählt zu den "100 einflussreichsten Menschen" (Time Magazine).

Internationale Berühmtheit erlangt N'Dour vor allem durch sein Duett "Seven Seconds" mit Neneh Cherry, das 1994 den Äther der ersten Welt verstopft. Seither ist der Popstar aus dem Senegal nicht mehr wegzudenken aus der World-Pop-Arena.

Youssou N'Dour kommt 1959 im senegalesischen Dakar zur Welt. Seine Liebe zum Gesang führt ihn bereits mit zwölf Jahren auf die heimischen Bühnen. In der 'Star Band', einer äußerst erfolgreichen und bekannten senegalesischen Truppe, sammelt er seine ersten Bühnenerfahrungen und Erfolge. Acht Jahre gönnt er sich mit den afrikanischen Superstars, bevor er 1979 mit "The Etoile De Dakar" seine erste eigene Formation zusammen stellt.

Zwei Jahre Zeit benötigen sie, um sich an die Spitze der afrikanischen Bandszene zu spielen. Mit ihrer Mischung aus traditionellen Mbalax (sprich "Malach")-Rhythmen und westlichen Popanleihen gelingt ihnen 1981 der Durchbruch im schwarzen Kontinent. Inzwischen nennen sie sich "The Super Etoile" und singen in drei Sprachen: englisch, französisch und Wolof, der Sprache der 'Eingeborenen'.

So viel künstlerische Eigenständigkeit und Kreativität lassen auch den Weltmusik-Botschafter Peter Gabriel aufmerksam werden. Für sein Album "So" (1986) engagiert er Youssou N'Dour, führt ihn in die amerikanische und englische Musikmaschinerie ein, und nimmt ihn - mitsamt Band - mit auf seine Welttournee. Damit erreicht Youssou N'Dour ein internationales Publikum, das ihm im aufkommenden Globalisierungszeitalter gebührend Aufmerksamkeit zollt.

1988 bilden seine Auftritte bei der von Amnesty International organisierten "Human Rights Now"-Tour die Höhepunkte der Veranstaltung. Damit stiehlt er renommierten Künstlern wie Peter Gabriel, Bruce Springsteen und Tracy Chapman vorerst die Show. 1989 erscheint das erste internationale Ablum "The Lion".

1992 erreicht seine dritte Einspielung "Eyes Open" eine Grammy-Nominierung, während Youssou N'Dour in Verbindung mit dem Jahr des Kindes zum offiziellen UNICEF-Botschafter erkoren wird. 1994 landet er mit "Seven Seconds" einen absoluten Megaseller. Die Single rotiert pausenlos auf den Plattentellern der DJs und macht ihn zum definitiven afrikanischen Kulturexport.

Dieser Erfolg lässt sich jedoch bislang nicht wiederholen. Trotz aufwändiger Werbekampagnen und auf den Massengeschmack der ersten Welt getrimmter Songs gehen seine folgenden Alben in den europäischen und amerikanischern Gehörgängen nicht mehr so richtig ab. Nach der letzten Major-CD "Joko" produziert Youssou N'Dour seine Platten seit 2002 wieder für kleine, unabhängige Label, was seiner Musik mehr als gut tut. Zu sehr wurde er von den Major-Machern auf Verkaufsträchtigkeit getrimmt, zu Lasten seiner Originalität, die sich seit "Ba Tay" wieder frei entfalten kann.

Inzwischen bei Nonesuch unter Vertrag, landet er mit "Egypt" 2004 ein beachtliches Comeback. Der Silberling erhält neben einem Grammy zahlreiche andere Auszeichnungen und erscheint beim Daily Telegraph, Observer, Sunday Times, Financial Times u.a. als Album des Jahres. Drei Jahre später versucht N'Dour mit "Rokku Mi Rokka" an diesen Erfolg anzuknüpfen.

Seine Aktivitäten erschöpfen sich jedoch nicht im musikalischen Bereich. Neben seiner Tätigkeit als UNICEF-Botschafter gründet er die "Fondation Youssou N'Dour", die Kinder im Senegal unterstützt, und ruft zur Bekämpfung von Malaria den "United Nations Youssou N'Dour Fund" in's Leben. 2007 bekleidet er zudem seine erste Filmrolle in Michael Adepts Sklavendrama "Amazing Grace". Im Senegal ist er als Label- und Studiobetreiber tätig und an einem Radiosender, einer Tageszeitung und mehreren Zeitschriften beteiligt.

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