Porträt

laut.de-Biographie

Eagles

Die Adler fliegen mit Unterbrechungen seit 1971 durch die Lande. Eingängige Kompositionen und einer der meistgespielten Hits der Musikgeschichte ("Hotel California") sind dafür verantwortlich, dass die Eagles ihren Platz im Rock-Olymp sicher haben.

Ausgangspunkt der Eagles ist die Stadt der Engel. Zu den Urmitgliedern zählen Glenn Frey (Gesang, Gitarre), Don Henley (Schlagzeug, Gesang), Randy Meisner (Bass, Gesang) und Bernie Leadon (Gitarre, Gesang). Bevor sie zusammen finden, verdienen sich die Musiker ihre ersten Meriten in Bands wie der Linda Ronstadt Band, Poco und den Flying Burritos. Um aber ein Auseinanderbrechen zu vermeiden, proben die Vier, bevor sie sich der Öffentlichkeit zeigen, intensivst und schaffen so ein Bandgefüge. Ihr Stil umfasst eine große Bandbreite der Rockmusik und ist vor allem durch das Fehlen ausgedehnter psychedelischer Instrumentalpassagen gekennzeichnet, wie sie damals groß in Mode waren. Bewusst bringen sie ihre Songs markant auf den Punkt, ohne in orgiastische Soloeskapaden einzutauchen. Mit diesem Stil sind sie so etwas wie die Begründer des "Classic Rock", wenn man auf Kategorisierungen steht.

Ihr selbstbetiteltes Debüt erreicht 1972 auf Anhieb Goldstatus und bringt zudem noch drei Hitsingles hervor ("Take It Easy", "Witchy Woman" und "Peaceful Easy Feeling"). Der große Wurf kommt jedoch erst mit dem Zweitling "Desperado" (1973), einem Konzeptalbum, das sich thematisch mit dem Treiben der Doolin' Dalton Gang um 1890 beschäftigt. Der Auf- und Abstieg des Rockrebellen-Lebens wird von ihnen staubtrocken erzählt, ohne ins pathetisch-opulente abzudriften.

Für "On The Boarder" (1974) bekommen die Eagles Zuwachs. Don Felder, ein alter Bekannter Leadons überzeugt die restlichen Bandmitglieder und schwingt von da an die Klampfe. Der Erfolg der beiden Vorgänger wird nochmals getoppt und die Single-Charts sind wieder nicht vor den Eagles sicher. Mit "Already Gone" und "The Best Of My Love" können sie sich wieder ganz vorne platzieren. Mit der Zeit wird immer offensichtlicher, dass sich das Gleichgewicht innerhalb der Band zu Ungunsten von Bernie Leadon verändert hat. Leadon stand für den raueren, kantigen Sound, während Henley und Frey mehr in Richtung Hardrock marschieren. Die Unterschiede in den Vorlieben führen zum Ausstieg von Leadon, der durch Joe Walsh ersetzt wird.

Die Spitze ist aber nach wie vor nicht erreicht, näher kommen die Eagles dieser mit der Veröffentlichung des '75er Albums "One Of These Nights". Jetzt ist der erste Grammy fällig. "Lyin' Eyes" erhält die Auszeichnung für "Best Pop Vocal Performance By A Group". In der Folgezeit sind die Eagles ausgiebig On The Road unterwegs und können sich nicht auf eine neue Studioplatte vorbereiten. Aus dieser Not heraus entsteht das erste "Best Of"-Album und erweist sich überraschend als Megaseller. Mittlerweile ist "Their Greatest Hits" zusammen mit "Thriller" von Michael Jackson das meistverkaufte Album aller Zeiten in den USA.

Diesen Erfolg können sie mit "Hotel California" (1976) zwar nicht übertreffen, aber ihr Megastarstatus in den Staaten zementieren sie damit dennoch. Ein weiterer Grammy (für das beste Album des Jahres) und zwei Nr.1-Single Hits ("New Kid in Town" und "Hotel California") sind hierfür ein hinreichender Beleg.

Nach der Tour zum Album, die sie sogar bis in den fernen Osten führt, steigt schließlich Randy Meisner aus. Für ihn übernimmt Timothy B. Schmit den Part des Bassisten. Für ihn nichts Ungewöhnliches, schließlich folgt er schon bei Poco Meisner nach. Mit "The Long Run" erscheint 1979 wiederum ein Riesenerfolg, begleitet von Platin und Grammys. Bis zum Jahre 1994 sollte dies jedoch das vorerst letzte Eagles-Album bleiben. In der Zwischenzeit widmen sich die einzelnen Bandmitglieder eigenen Projekten, hier sind vor allem Don Henley und Glen Frey sehr erfolgreich.

1994 finden die Adler für "Hell Freezes Over" wieder zusammen. Künstlerisch bietet das Werk kaum Interessantes, dafür begeben sie sich in den folgenden Jahren immer wieder auf ausnahmslos ausverkaufte Touren. Seit 1998 können sie sich zudem Mitglied der "Rock'n'Roll Hall Of Fame" schimpfen. Ein weiteres Kapitel ihres Schaffens ist im November 2003 die Single "A Hole In The World", die sich mit den Folgen der Anschläge des 11. September 2001 beschäftigt.

Es handelt sie hierbei um den ersten Auszug eines neuen Studioalbums, das 2004 auf einem eigenen Label erscheinen soll. Daraus wird aber nichts. Stattdessen gehen die Eagles auf eine Abschiedstour, die sie mit einem Schmunzeln "Farewell I" nennen. Die DVD "Live From Melbourne" legt davon ein gelungenes Zeugnis ab. Nach Teil II der Konzertreise, der 2005 über die Bühne geht, soll endgültig Schluss sein. Aber auch daraus wird nichts, die Band mutiert immer mehr zum "Fels der Ewigkeit", wie ein australischer Journalist formuliert. Statt dessen beehren die Methusalixe im Frühjahr 2006 drei deutsche Städte, und auch ihr Label bleibt nicht untätig und veröffentlicht alle sechs Studioalben der Eagles als Vinyl Replica.

Don Felder ist mittlerweile jedoch nicht mehr dabei. Der Gitarrist und Autor vieler großer Eagles-Songs nimmt im Streit seinen Hut. Der Rest arbeitet derweil am schon nicht mehr für möglich gehaltenen siebten Studio-Album. "Long Road Out Of Eden" erscheint im Herbst 2007 und bietet den Fans ein opulentes Festmahl: Gleich zwanzig brandneue Songs sind auf der Doppel-CD enthalten.

Musikalisch bieten die Adler eine höchst gelungene Fortführung ihrer bisherigen Arbeit: Melodieselige Songs und gelegentliche Rocker im typischen Eagles-Stil, in vortrefflicher Manier ins neue Jahrtausend geführt. In den Texten üben sie Kritik an der Politik eines George W. Bush und protestieren gegen Umweltzerstörung. Nicht nur Freunde machen sie sich allerdings damit, dass sie ihre Album in den USA über die Walmart-Kette vertreiben. Der Discounter gilt mit seiner aggressiven Preispolitik als einer der größten Feinde einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion.

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