Porträt

laut.de-Biographie

Jackson Browne

Er gilt als "Rockstar des denkenden Mannes", also als ein Liebling der Intellektuellen. Zumindest in seinem Heimatland, den USA. Fest steht, dass sich Jackson Brownes Werk durch eine ausgeprägte Ernsthaftigkeit auszeichnet, sowohl, was die behandelten Themen betrifft, als auch die Formulierung seiner Texte.

Browne kommt 1948 in Heidelberg zur Welt, wo sein Vater als Journalist für eine Zeitung der US-Armee stationiert ist. Mit drei Jahren zieht seine Familie nach Kalifornien, wo Browne aufwächst. Bereits als Jugendlicher tritt er in kleinen Lokalen mit seiner Akustikgitarre auf.

1966 ist er für wenige Monate Mitglied der gerade entstandenen Nitty Gritty Dirt Band, bevor er nach New York umsiedelt. In der Stadt lernt er Nico kennen und hilft ihr auf ihrem Debütalbum "Chelsea Girl" aus. Sie nimmt seinen Song "These Days" auf und hat mit ihm eine kurze Affäre. Zurück in Kalifornien, macht sich Browne in den folgenden Jahren einen Namen als begabter Songwriter, dessen Material auf Platten von Joan Baez, den Eagles und den Byrds landet.

1971 erhält er einen Vertrag bei David Geffens neu gegründetem Label Asylum und veröffentlicht ein Jahr später sein selbstbetiteltes Debüt. Mit der Single "Doctor My Eyes" gelingt ihm auf Anhieb der Sprung in die Top Ten. Sein zweites Werk "For Everyman" (1973) enthält neben "Take It Easy", das er für die Eagles geschrieben hat, auch "These Days" aus den Zeiten mit Nico. Mitte der 70er Jahre ist Browne ein bekannter wie beliebter Künstler.

Privat läuft es dagegen nicht so gut. Wenige Monate nach ihrer Hochzeit bringt sich seine Ehefrau Phyllis Mayor mit einer Überdosis an Schlafmitteln um. Browne verarbeitet den Schock in seinem düstersten Album, "The Pretender", das es in die Top Ten schafft. 1977 veröffentlicht er sein wohl bekanntestes Werk, "Running On Empty", das auf Tour in Bussen, Hotels und auf der Bühne aufnimmt. Im Gegensatz zu einer konventionellen Live-Platte enthält es nur neue Stücke.

Von 1978 bis in die 90er Jahre ist Browne mit der Schauspielerin Daryl Hannah liiert – mit einer Unterbrechung zu Beginn der 80er Jahre, als er kurz mit dem australischen Model Lynne Sweeney verheiratet ist. Musikalisch ist es seine erfolgreichste Zeit: In seinen Texten setzt er sich nun mit Umweltthemen und Politik auseinander und trifft damit offenbar den Zahn der Zeit. Nach der Gründung der atomkritischen Vereinigung Musicians United for Safe Energy (MUSE) und dem von ihr organisierten Konzert "No Nukes" landet sein Album "Hold On" (1980) auf Platz Eins der US-Charts. Seine erfolgreichste Single "Somebody's Baby" aus dem Soundtrack zum Teenie-Streifen "Ich glaub’, ich steh’ im Wald" folgt ein Jahr später.

Nachdem er in der zweiten Hälfte der 80er Jahre durch harsche Kritik an Präsident Ronald Reagan und seiner Politik in Zentralamerika aufgefallen ist, wird es um Browne im folgenden Jahrzehnt ruhiger. Zwar ist er im Heimatland immer noch beliebt und auf Tour erfolgreich, doch die Verkaufszahlen seiner Alben lassen deutlich nach.

1993 kommt er in die Schlagzeilen, weil er angeblich seine Freundin Hannah geschlagen hat. Obwohl beide Parteien prompt und auch später mehrmals dementieren, hält sich das Gerücht hartnäckig. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass Joni Mitchell 1994 ein Lied mit dem Titel "Not To Blame" darüber schreibt und Browne indirekt beschuldigt, seine erste Frau in den Tod getrieben zu haben. "Joni geht es nicht gut. Sie hat in letzter Zeit große Probleme", lautet Brownes pikierte Reaktion.

Im neuen Jahrtausend hebt er sich als treuer Unterstützer grüner und demokratischer Präsidentschaftsanwärter hervor. 2000 singt er für den unabhängigen Kandidaten Ralph Nader, 2004 für John Kerry, 2008 für den schon früh gescheiterten John Edwards. Schlagzeilen macht er im Triumphjahr Baracks Obama eher dadurch, dass er den republikanischen Kandidaten John McCain verklagt, weil er das Lied "Running On Empty" unerlaubterweise während seiner Kampagne verwendet.

Offenbar bleibt Browne genügend Energie, um noch im selben Jahr sein erst zweites Studioalbum im neuen Jahrtausend ("Time The Conqueror") zu veröffentlichen.

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