Porträt

laut.de-Biographie

Clutch

Zu Beginn der 90er Jahre gründen vier junge Burschen, die zuvor dieselbe Highschool in einem Ort namens Germantown, Maryland besuchten, die Band Clutch. Die Formation besteht aus Neil Fallon (Vocals), Tim Sult (Gitarre), Dan Maines (Bass) und Jean Paul Gaster (Drums). Ihre erste 7inch "Pitchfork" weckt Interesse bei einitzen großen Plattenfirmen - schließlich nimmt Eastwest die Band unter Vertrag.

Das Debüt "Transnational Speedway League" besticht durch eine langsam dröhnende Schwere mit Riffs der Marke Helmet und einem eigenartig rauen Gesangsstil. Fallons Art zu singen ist, grob beschrieben, eine kraftvolle Mischung aus Raunen und Schreien. Der Ursprung seiner Texte ist selbst den Bandkollegen nicht ganz schlüssig. In der Folgezeit beginnt eine mehr oder weniger endlose Tour.

Der Vierer ist u.a. mit Corrosion Of Conformity, Therapy?, Fu Manchu oder Karma To Burn unterwegs. Die zweite, selbstbetitelte Platte orientiert sich weniger am Hardcore sondern mehr an anderen Vorbildern wie Black Sabbath oder Led Zeppelin. Ein Umstand, der nicht zuletzt auf das Konto von Gitarrist Sult und Drummer Gaster geht. Beide geben zudem Doombands wie The Obsessed und Wretched als Quelle der Inspiration an.

Die Kategorie Stoner-Rock ist möglicherweise zutreffend, Dan Maines ist dagegen der Meinung, dass der Sound seiner Band nicht eindeutig einem Genre zugeordnet werden kann. Oben genannte Bands spielen für den Sound auf jeden Fall eine wichtige Rolle.

Ihre Musik, die nicht gerade als massenkompatibel bezeichnet werden kann, weist dennoch beachtliche Verkaufszahlen auf. Die Band spricht von 100.000 Einheiten pro Platte. Jedoch kann dieser Erfolg nicht verhindern, dass Clutch bei jeder Platte von einem Label zum anderen herum gereicht werden.

Nach Eastwest kommt dessen Schwester Elektra, dann der Konkurrent Columbia, schließlich Atlantic Records. Speziell Columbia macht so gut wie keine Promo für die Band, dennoch verkauft sich "Elephant Riders" respektabel. Der Titel stammt von der etwas abstrusen Idee, dass während des amerikanischen Bürgerkriegs Elefanten eingesetzt wurden.

Nach dem Viertling "Jam Room" fährt "Pure Rock Fury" zwei Jahre später eine Liste illustrer Gäste auf: Leslie West, Sixty Watt Shaman und The Obsessed-Fronter Scott "Wino" Weinrich, einer ihrer frühen Helden. Nach hunderten von Gigs (Clutch spielen überall: ob in Bars oder Arenen) ist die Zeit 2003 reif für ein Live-Album. Währenddessen tourt die Band unermüdlich weiter durch die Staaten, Europa und Japan (u.a. mit Deftones und System Of A Down).

Ihrer Tradition treu bleibend, veröffentlichen Clutch im Dezember 2004 das sechste Studioalbum auf einem neuen Label (DRT Records). "Blast Tyrant" wird überwiegend in Drummer Gasters Homestudio in Maryland sowie in New Jersey eingespielt (erstmals kommen auch Akustik-Gitarren zum Einsatz). Parallel touren Fallon und Co. weiter an der Ostküste - ihr 2.000. Konzert dürfte so bald vollbracht sein. Schon ein Jahr zuvor erscheint die Raritäten-Scheibe "Slow Hole To China: rare And Unreleased" mit offiziell unveröffentlichtem Material, das überwiegend aus der Zeit vor "Pure Rock Fury" stammt.

"You can't stop Rock'n'Roll!", brüllt Brian Johnson auf dem 2000er-Album AC/DCs ins Mikro. Der Satz könnte genauso gut von Sänger Fallon stammen: Auch Bam Margera bleibt das nicht verborgen. Er holt Clutch in seinen MTV-Show "Viva La Bam" und dreht den Clip zum Track "The Mob Goes Wild".

Zum siebten Album "Robot Hives/Exodus" (2005) steigen Clutch reisetechnisch in Nordamerika und Europa wieder in die Vollen. Der dreckige, schnelle und "ziemlich analoge" - wie Fallon betont - Groove der Scheibe dürfte die Fanschaar zufrieden stellen. Die in Woodstock, N.Y. aufgenommene Platte enthält auch ein Cover der Blues-Legende Howlin' Wolf.

Zudem kommt der Keyboarder Mick Schauer, der Clutch seit 2004 auf Tour begleitet, erstmals im Studio zum Einsatz. Auch an "From Beale Street To Oblivion" (2007) ist Schauer wieder beteiligt. Die Platte wird auf einer guten alten Bandmaschine festgehalten.

Kurze Zeit später beenden Clutch die Zusammenarbeit mit dem Label DRT. "Uns geht es um ehrliche Geschäftsbeziehungen, nicht um dicke Schecks", kommentiert Fallon. Derweil haben die Amerikaner bereits den nächsten Song im Kasten. "King Of Arizona" findet sich auf Bam Margeras zweitem "Viva La Bands"-Sampler.

Und als sei Fallon mit Clutch nicht genügend ausgelastet, gründet er mit dem Fireball Ministry-Frontmann James A. Rota, CKY-Drummer Jess Margera und zwei weiteren Musikern The Company Band. Als Gastsänger tritt er 2004 auch beim Mastodon-Album "Leviathan" auf. Überhaupt spielen fast alle Mitglieder in anderen Bands mit. Drummer Gaster gründet die schwedische Combo King Hobo mit, die 2008 ihr gleichnamiges Debüt veröffentlicht. Gitarrist Sult spielt nebenher bei Lionize.

Zudem fahren Clutch seit Ende der Neunziger ihr Instrumentalprojekt The Bakerton Group, das zwei Alben ("The Bakerton Group", 2007 und "El Roj", 2009) auf dem Kasten hat. Hier gehts noch psychedelischer und auch Jazz-orientierter zu - Opeths per Wiberg sitzt seit 2007 hinter der Orgel.

Für ihre beiden Bands gründen Fallon und Co. 2009 das eigene Label Weathermaker Music. 2013 erscheint dort das zehnte Studioalbum von Clutch: "Earth Rocker". Über die Jahre haben sich die Clutch-Riffs ein Stück weiter in Richtung (70er-)Hardrock und Blues entwickelt. "Wir nähern uns immer mehr den Bands an, die wir in unserer Kindheit gehört haben".

Alben

Videos

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Termine

Mo 09.06.2014 München (Backstage)
Mi 11.06.2014 Hamburg (Gruenspan)
Fr 13.06.2014 Köln (Essigfabrik)
So 15.06.2014 Stuttgart (LKA Longhorn)
Do 19.06.2014 Frankfurt (Batschkapp)

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