Porträt

laut.de-Biographie

Cee-Lo Green

"Ich bin gezwungen, ein Teil der Lösung zu sein und nicht ein Teil des Problems. Du bist auf jeden Fall ein Teil des Problems, wenn du deine eigene, echte Meinung nicht kund tust, weil es vielleicht deinen Plattenverkäufen schaden könnte. Für mich bedeutet meine Einstellung mehr oder weniger eine moralische Verantwortung." Dirty South-Emcee Cee-Lo Green macht keinen Hehl daraus: Für ihn muss Kunst einen tieferen Sinn haben.

Diese Einstellung des Goodie Mob-Gründungsmitglieds lässt sich bis in seine Kindheit zurückverfolgen. Als Sohn eines christlichen Baptistenpredigers wächst er im Südwesten Atlantas auf und kommt schon früh mit den ausdrucksstarken Musikgenres Gospel und Soul in Berührung. Schon als Steppke besitzt Cee-Lo allerdings einen weiten musikalischen Horizont. Er schwört besonders auf die verschiedensten Stile der Rockmusik. Erst als Jugendlicher greift er aktiv in die Hip Hop-Kultur ein.

"Mit Hip Hop bin ich über meine Liebe zur Kunst in Berührung gekommen. Zuerst wollte ich breaken und entdeckte später das DJing. Nee, stimmt ja gar nicht. Das Sprühen, Graffiti, war meine erste Leidenschaft. Erst ganz zum Schluss kam dann der Rap."

Nachdem sich Cee-Lo in seiner Nachbarschaft als Emcee einen Namen gemacht hat, trifft er in der Schule einen gewissen Andre Benjamin, der später als André 3000 mit Outkast zu Weltruhm gelangen wird. Infolge diverser Schulverweise besuchen beide eine Art Waldorf-Gymnasium.

Nach der Schulzeit tritt Cee-Lo in die Fußstapfen seines Vaters und wird Prediger. Erst 1993 stößt er fest zur Dungeon Family des André 3000. Ein Jahr darauf darf er auf dem Outkast-Track "Git Up, Git Out" vom Debüt "Southernplayalisticadillacmuzik" seinen ersten Rap zum Besten geben. Seine Zeilen erhebt das US-Magazin The Source gleich mal zum "Rhyme Of The Month".

Später lernt Cee-Lo weitere Angehörige der Kellerfamilie kennen, darunter T-Mo, Big Gipp sowie Khudjo, mit denen er die Gruppe Goodie Mob gründet. Das 96er-Debüt "Soul Food" entpuppt sich als US-Charthit.

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Ein Großteil des Banderfolgs gründet sich auf Cee-Los irre Mixtur aus Rapskills und Gospelgesang. So verkaufen sich auch die nachfolgenden Goodie Mob-Werke "Still Standing" und "World Party" über eine Million Mal und etablieren Goodie Mob zusammen mit Outkast an der Spitze der aufstrebenden Dirty South-Kultur. Kein Wunder also, dass Common, Lauryn Hill oder Carlos Santana Cee-Lo als Gast anfordern.

Dermaßen finanziell und künstlerisch gefestigt, beginnt er 2001 mit der Arbeit an seiner Solokarriere. "Ich wollte mehr zeigen als bei meinen Goodie Mob-Aktivitäten, denn ich bin ein kompletter Künstler. Ich habe das gesamte Album mitproduziert, alle Songs geschrieben und arrangiert."

Sein Debüt "Cee-Lo Green And His Perfect Imperfections" aus dem Jahre 2002 zeigt, was das bedeutet: "'The Perfect Imperfections' (Die vollkommenen Unvollkommenheiten) ist so etwas wie ein intellektueller Weg, die Menschheit zu betrachten. Ich denke, dass unsere physische Präsenz zu 180 Grad voller positiver Energie und zu 180 Grad voller negativer Energie ist. Das macht zusammen 360 Grad menschliche Natur. Und ich denke weiter, dass es zwischen den beiden im gleichen Umfang zu Spannungen und zu Überschneidungen kommt. Sie existieren nebeneinander und voneinander. Yin und Yang."

Solchermaßen philosophisch beflügelt, wagt sich Cee-Lo an die Arbeit an einem Nachfolge-Album. "Cee-Lo Green ... Is The Soul Machine" folgt 2004. Im Gegensatz zum Vorgänger, den er komplett alleine produzierte, holt Cee-Lo sich hierfür prominente Unterstützung. An den Reglern sitzen neben ihm selbst und Jazze Pha Timbaland und die Neptunes und sorgen für etwas eingängigeren Sound.

Neben seinem Engagement in den Reihen der Dungeon Family, die 2001 mit "Even In Darkness" debütiert, arbeitet Cee-Lo als Songwriter für andere Künstler. Beispielsweise geht die Hitsingle "Don't Cha" der Pussycat Dolls auf sein und Busta Rhymes' Konto. Außerdem ist Cee-Lo gern gesehener Gastmusiker bei Outkast, den Black Eyed Peas oder Seeed.

CeeLo Green - Heart Blanche
CeeLo Green Heart Blanche
Ein Fest für Body, Soul und 80er-Kinder.
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Seit 2003 arbeitet Cee-Lo immer wieder mit Danger Mouse zusammen. Im Herbst 2005 gipfelt diese Kooperation im gemeinsamen Projekt Gnarls Barkley. Der Vorab-Single "Crazy" folgt im Mai 2006 das Album "St. Elsewhere". Zwei Jahre später legt das Duo mit "The Odd Couple" nach.

Zu einer Internet-Sensation entwickelt sich die zusammen mit Hitschreiber Bruno Mars entstandene Single "Fuck You", die Cee-Lo Green 2010 solo einsingt. Viral vermarktet sich das Lied fast von alleine. Auf YouTube finden sich schnell erste Nachahmer. Für die Charts-Verwertung entscheidet man sich dann allerdings für den harmloseren Titel "Forget You".

Die wütende Reaktion auf ein gebrochenes Herz stürmt die Spitzen der internationalen Charts. Beste Voraussetzungen für das folgende Album "The Lady Killer".

Cee-Lo kassiert 2011 einen Brit Award als bester internationaler Künstler und tourt im Vorprogramm von Rihannas "Loud"-Tour und später, 2014, zusammen mit Lionel Richie.

Er absolviert Auftritte in Werbespots und TV-Serien, bestreitet mit "The Good Life" irgendwann sogar sein eigenes Format. Vier Staffeln in Folge wirkt er als Juror und Coach bei "The Voice" mit. Cee-Lo produziert Comedyserien, betätigt sich als Synchronsprecher und tritt zusammen mit Madonna 2012 in der Halbzeit-Show des Superbowl auf. Kurz vor Weihnachten zieht er für seine Fans und denen, die es werden wollen, noch ein Festtags-Album aus dem Hut.

Zwischendurch rottet sich 2013 der Goodie Mob wieder zusammen: Die Herren veröffentlichen tatsächlich noch einmal ein Album mit dem schönen Titel "Age Against The Machine"

Anfang 2015 liefert Cee-Lo mit "TV On The Radio" ein Mixtape, das sich aus den Titelmelodien diverser Fernsehsendungen speist. Erst der Auftakt für die nächsten größeren Solo-Unternehmungen: Die dem verstorbenen Schauspieler gewidmete Single "Robin Williams" zieht als Vorbote dem im November folgenden Album "Heart Blanche" voran.

Jede der zahlreichen Facetten von Cee-Lo Greens Schaffen spiegelt seine Selbsteinschätzung: "Ich bin mehr als nur ein Rapper. Ich bin auch nicht nur Sänger. Ich mache Musik."

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No One's Gonna Love You
Fuck You
Music To My Soul
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