Porträt

laut.de-Biographie

Cassette

Ein wunderbarer Kalauer ließe sich daraus basteln. Es ist aber auch verführerisch: Sucht man im Internet nach "Cassette + Band", sind die präferierten Ergebnisse eher im Bereich der Tonbandtechnik angesiedelt.

Ein Wortwitz, der im Englischen, der Muttersprache der südafrikanischen Band Cassette, mit "tape" für Tonband nicht mehr ganz so gut funktioniert. Dennoch spielt die Gruppe gern mit den nostalgischen Gedanken, die dem Musiknerd unweigerlich beim Aussprechen des Band-Namens in den Sinn schweben.

"Weil Tapes nett sind und man sie von Hand umdrehen kann und durch gleichzeitiges Drücken der Tasten ein cooles Geräusch machen kann," erklärt die Band. Außerdem würde sich "Compact Disc" als Bandname nicht annähernd so gut anhören. Stimmt. 2004 formiert sich die Band in Johannesburg.

Jane Breetzke (Keyboard), Jon Savage (Gesang, nicht identisch mit dem gleichnamigen Musikjournalisten), Marc Bentel (Gitarre), Andrew Wessels (Drums) und Nathan Waywell (Bass) werfen einen guten Song nach dem anderen in den Schlund des hungrigen Musikmarkts.

In Großbritannien genießen sie eine Woche das gleißende Sonnenlicht des dort üblichen Hypes als "Band Of The Week" bei der Londoner Radiostation XFM.Von überallher kommen Labelanfragen, die der Cassetten CDs auch in den großen Musikbusiness-Nationen hörbar machen wollen. Sony BMG macht schließlich das Rennen. Ihr Debütalbum "Welcome Back To Earth" wird im Mai 2006 veröffentlicht.

In ihrem Heimatland rollt man ihnen prompt den roten Teppich zu einer Chartsplatzierung aus. Platz 1 darfs für die Single "Sometimes" sein. Kein Wunder, erfüllen sie doch mit ihren musikalischen Vorbildern alle derzeitigen Ansprüche an die gute Portion Indie: The Killers, Arctic Monkeys, Nirvana, aber auch Led Zeppelin und James Brown.

Überzogen wird das bekannte Prinzip aber mit einer guten Schicht Ironie. Lieder über Inzest sind genauso möglich wie Politkritik. Auch sich selbst verschonen sie nicht: So heißen sie die Besucher ihrer Homepage schon mal mit einem selten bescheuerten Bandfoto willkommen, das zwischen Helge Schneider-Witz und der grausamsten Ausführung einer 70er-Jahre-Tapete changiert.

In intensivem Touren durch ihr Heimatland potenziert die Band die durchaus berechtigte Begeisterung um sich noch mehr. Das geht bis zum Gewinn eines "South African Music Awards" für das beste Rock Album.

Im September 2007 darf auch Deutschland den Play-Button der Cassette drücken. Man wärmt für Pink die Bühne vor und wartet auch hier auf den Hype. Verdient hätten sie ihn allein schon für ihre charmanten Bandbuttons: schlicht eine Kassette. Ach ja, die Kassette ... Der Name wirkt bereits.

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