Porträt

laut.de-Biographie

Brendan Benson

Hört man Brendan Bensons meist liebliche Musik, kommen einem immer wieder neue Referenzen in den Sinn, bei denen er sich bedient haben muss. Erkennt man die Versatzstücke, die er bei den Klassikern der Musikgeschichte sammelt und für seine Songs verwendet, ist das auch nicht weiter schlimm. Denn dieser Mann vereint Schnipsel von Sixties-Größen (Beatles, Beach Boys) mit Versatzstücken der Indie-Helden der Neunziger (Pavement, Weezer oder Stereophonics) zu etwas komplett Eigenem.

Der Sohn eines Schweißers (später nennt er einen Song "Son Of A Welder") kommt in Detroit auf die Welt. Seine Jugend verbringt Benson in Harvey, Lousianna (auch das verarbeitet er in einem Song: "Lapalco" ist der Name seines zweiten Albums und der der Hauptverkehrsstraße in Harvey). Noch während seiner Pubertät kehren die Eltern nach Detroit zurück. Dort entwickelt sich Teenie-Brendan zum Punk, was in seinen eigenen Songs später keine Spuren hinterlässt. Immerhin animiert ihn der Punk, zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand zu nehmen.

Anschließend zieht es Benson mit seinen Songs auf Kassette im Gepäck nach Los Angeles. Dort arbeitet er mit Jason Falkner und Ethan John (der inzwischen Ryan Adams produziert) und wechselt bei den Aufnahmen zwischen Vier-Spur-Gerät und voll ausgestattetem Studio. Heraus kommt Bensons Debüt-Album "One Mississippi". Obwohl die Kritiker sich für die Songs begeistern, findet seine Plattenfirma Virgin das Album nicht erfolgreich genug.

Den Singer/Songwriter plagen fortan Selbstzweifel und er zieht zu seiner Freundin nach Oakland, Kalifornien um. Die warme Umgebung inspiriert ihn allerdings keineswegs, neue Songs zu schreiben. So beschließt er erneut zurück nach Detroit zu ziehen. Er habe in Oakland sowieso keine Freunde gehabt und sei nur wegen seiner Freundin dorthin gezogen. Und die musste die ganze Zeit arbeiten. Ein Umstand, der sein Selbstbewusstsein nicht gerade fördert.

Der Umzug tut ihm dennoch gut. Über die French Kicks kommt er zu Startime. Damit findet er ein Label für den heimischen Markt. In Europa hat er die Wahl und entscheidet sich für die eher kleine Plattenfirma V2. Von der Kohle, die aus dem Virgin-Vorschuss übrig ist, richtet sich Benson ein Studio in seinem Haus ein. Vintage heißt das Zauberwort und so kommen ihm fast ausschließlich ältere Modelle der Aufnahmetechnik ins Heim.

Dort nimmt er nicht nur eigene Songs auf, sondern auch die befreundeter Bands und Musiker. Darunter unbekannte Kapellen wie "The Mood Elevator" und "The Haskles". Doch auch ein bekanntes Gesicht findet sich in Brendans Studio ein: Jack White macht sich in diesem Haus an die Aufnahmen zu einigen Solo-Akustik-Aufnahmen.

Dabei kommt die eigene Musik nicht zu kurz: 2002 erreicht "Lapalco" die Hörer. Die Sechziger treffen die Neunziger, Frohsinn die Dunkelheit. "Always Be Good To Me" fleht Benson auf einem der besten Songs, den die White Stripes später auf der B-Seite zu ihrer endgültigen Durchbruch-Single "Seven Nation Army" covern werden.

Kreative Durchhänger gehören mittlerweile der Vergangeneheit an. Brendan möchte es allen zeigen, die ihm nachsagen, er sei ein extrem langsamer Songwriter. Nach einer Tour schreibt und nimmt er deshalb sein drittes Album in wenigen Monaten auf. Doch statt es stolz auf den Markt werfen zu können, gibt es wieder Probleme mit der Plattenfirma. V2, mit denen er einen Deal in Europa hat, möchte, dass Benson das Album noch einmal mit einem Producer aufnimmt.

Doch der sieht das gar nicht ein: "Ich habe denen gesagt, ich mache das nicht nochmal mit", erklärt er später in einem Interview. V2 Europe droppt Benson daraufhin (um ihn später reumütig doch zu releasen), doch V2 Amerika gefällt das Album wie es ist.

Zum Spott der Londoner V2-Kollegen lässt Benson doch noch einen Producer ans Album. Tchad Blake (u.a. Travis) soll es eigentlich nur mixen, doch Benson vertraut ihm so sehr, dass er Blake gestattet, mit den Albumsongs zu arbeiten. Nur das Ganze noch einmal aufnehmen, bleibt tabu.

So fügt Blake hier eine Synthie-Spur hinzu und verändert da ein wenig die Drums. Doch alles in allem nimmt Benson das Album im Alleingang auf. Sogar die Instrumente spielt er - mit wenigen Ausnahmen - alle selbst ein. Heraus kommt das famose "The Alternative To Love". Auch 2005 wandert Brendan Benson damit auf einem Schlingerweg zwischen College- und Indie-Pop der Neunziger, Sixties-Gute Laune-Musik und Singer/Songwritertum.

Nebenbei nimmt er mit seinem Freund Jack 2005 das erste Raconteurs-Album auf. Begleitet wird die Gründung von lautem Promogetöse. Der White Stripes-Frontmann lässt die Welt selbstbewusst wissen, es handele sich dabei um Detroits Antwort auf "Nirvana". Benson hingegen findet, es klänge nach einer Mischung aus Deep Purple und Cat Stevens.

Trotz all seiner Nebenbeschäftigungen - außer bei den erfolgreichen Raconteurs tritt er auch auf der 2007er Stooges-Single "Free And Freaky" in Aktion - bleibt Benson zur Freude seiner Fans weiter seinen Soloaktivitäten treu.

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Live in Köln 2005 Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln.

Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Der amerikanische Romantiker zu Gast in Köln., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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