Porträt

laut.de-Biographie

Bill Wyman

Um die Rolling Stones zu verlassen, muss man entweder sterben, wie Brian Jones, oder rausgeworfen werden, wie Mick Taylor, dementiert Keith Richards Anfang der 90er Jahre gewohnt großkotzig Gerüchte über einen Abgang Bill Wymans. "Den Bassisten kann man immer ersetzen," erwidert dieser lakonisch und beendet 1992 nach 31 Jahren tatsächlich seine Mitgliedschaft bei der wohl berühmtesten noch existierenden Rockband der Welt.

Bill Wyman's Rhythm Kings - Groovin' Aktuelles Album
Bill Wyman's Rhythm Kings Groovin'
Altherrencombo zielsicher auf Bluespfaden

Ein Schritt, der Kollegen, Fans und Presse erschüttert, schließlich war er mit Drummer Charlie Watts für den 'loose sound' der Band verantwortlich und hat deren Stil maßgeblich geprägt. "Ich wollte nicht nur des Geldes wegen weiter machen. Wir hatten alles erreicht. Ich wollte etwas anderes machen. Ich fühlte mich älter als die anderen", muss er diesen Schritt seitdem in jedem Interview erläutern.

Obwohl er nach eigenen Angaben noch regen Kontakt zu seinen ehemaligen Compagnons pflegt, ist der Frust offensichtlich. Während seiner Zeit bei den Stones stand Wyman stets im Schatten seiner Kollegen; die Schlagzeilen galten auch nach dem Tod von Brian Jones den Exzessen Richards und den Affären Jaggers, als Bassist hatte er bei der Dominanz der 'Glitter Twins' musikalisch kaum eine Möglichkeit, eigene Vorstellungen durchzusetzen. Er brachte im Laufe der siebziger und achtziger Jahre unter eigenem Namen oder mit der All-Star Band Willie And The Poorboys (darunter Jimmy Page von Led Zeppelin und Stones-Drummer Charlie Watts) einige Platten raus, schaffte es aber trotz des Hits "(Si, Si) Je Suis Un Rock Star" (1981) nie, sich als eigenständiger Musiker zu etablieren.

Nach dem Bruch wendet er sich zunächst von der Musik ab. Nachdem seine kurze zweite Ehe mit dem Starlet Mandy Smith in den 80er Jahren für Schmunzeln gesorgt hatte - sein erwachsener Sohn war zeitweilig mit ihrer Mutter liiert, - heiratet er eine langjährige Freundin und produziert drei Kinder innerhalb von vier Jahren. Mit seiner Ansammlung an Rolling-Stones-Memorabilia als Wandschmuck eröffnet er nach London zwei weitere 'Sticky Fingers'-Restaurants in Manchester und Cambridge. Außerdem schreibt er eine Autobiographie mit dem Namen 'Stone Alone' und veröffentlicht ein Buch über Werke Marc Chagalls, mit dem er in den 70er Jahren befreundet war.

1997 kribbelt es wieder in den Fingern; er trommelt berühmte Kollegen wie Chris Rea, Eric Clapton, Mick Taylor, Jeff Beck, Georgie Best und Peter Frampton zusammen und nimmt mit dem Bandnamen Bill & The Rhythm Kings genug Material für eine Plattentrilogie auf. "Ich war nicht daran interessiert, kommerzielle Musik zu spielen, und entschied, zu unseren frühen traditionellen Wurzeln zurückzukehren", erklärt Wyman diesen Schritt auf seiner Homepage. Das Ergebnis ist die Interpretation vieler bekannter und unbekannter Stücken aus dem Bereich Jazz, Swing und Blues von den 20er bis zu den 70er Jahren, unter denen auch einige eigens komponierte Lieder ihren Platz finden.

Ist die Rezeption der ersten Platte noch mäßig, erweitert sich der Erfolg beim zweiten und dritten Album beachtlich, die wenigen Promo-Konzerte der Band werden enthusiastisch aufgenommen. Die logische Folge ist die Veröffentlichung eines vierten Teils der 'Trilogie' im April 2001. Die Doppel-CD "Double Bill" folgt der musikalischen Richtung ihrer Vorgänger und platziert sich gleich nach ihrer Veröffentlichung in den englischen Charts. Zudem begibt sich die Band zum ersten Mal auf eine ausgedehnte Tournee; nach Europa sollen im August 2001 auch die USA in den Genuss einiger Auftritte der Combo kommen.

Alben

Bill Wyman's Rhythm Kings - Groovin': Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2000 Groovin'

Kritik von Stefan Friedrich

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  • Offizielle homepage

    Fotos, Kurzbeschreibung und Konzerttermine.

    http://www.billwyman.com
  • Musikmagazin

    Einige Artikel mit biographischen Infos.

    http://jamshowbiz.com/JamMusicArtistsW/wyman_bill.html

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