Porträt

laut.de-Biographie

Jamiroquai

Jamiroquai, die Band die sich mit Toby Smith (Keyboard), Stuart Zender (Bass), Wallis Buchanan (Didgeridoo) und Nick Van Gelder (Drums) rund um Sänger Jason "Jay" Kay findet, hat von Anfang an die wichtigsten Marketingregeln des Musik-Biz verinnerlicht: Um Erfolg herbeizuführen reicht in den Neunzigern nicht mehr allein überzeugender musikalischer Output, ein Image muss her.

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Jay Kay und seine Kopfbedeckungen, die er anfangs nach eigenen Angaben nur für den Austausch von Körperflüssigkeiten ablegt, werden neben der Musik rasch zum Mittelpunkt. Seine Silhouette wird als Buffalo Man zum Markenzeichen der Band, die jeden Release ziert.

Die Band entsteht 1992 in London. Jay Kays Bewerbung als Sänger bei den Brand New Heavies scheitert, eine eigene Band muss her. Jamiroquai werden geboren und schnell zum Vorreiter der aufkommenden Acid-Jazz-Bewegung. Bereits im Bandnamen grenzt sich die Band von anderen ab. Dieser setzt sich aus dem Jam, dem freien musikalischem improvisieren, sowie den Iroquais, dem Stamm der Irokesen, zusammen. Mit deren Philosophie fühlt sich Jay Kay zu dem Zeitpunkt der Bandgründung stark verbunden.

Die Kombination aus 70's SoulFunk und Disco bedeutet 1993 ein absolutes Novum. Der nervös gespielte Bass, Wha-Wha-Rhythmusgitarre ("Canned Heat") und viele Keyboardsounds ("Alright") erinnern an das Funk-Genre. Der Gesang lehnt sich stilistisch an Roy AyersStevie Wonder und Sly Stone an, doch Jay Kay behält ebenso einen sehr eigenen Gesangsstil mit hohem Wiedererkennungswert.

Die Single "When You Gonna Learn?" erscheint im Gründungsjahr der Band beim Independent-Label Acid Jazz. Sie erobert die Tanzflächen der Undergroundszene jedoch in solch schwindelerregendem Tempo, dass Jamiroquai von Sony einen Vertrag über acht (!) Alben angeboten bekommt, ohne vorher einen Longplayer veröffentlicht zu haben. Das Debüt "Emergency On Planet Earth" schlägt ordentlich ein, landet auf Platz eins der englischen Charts und erreicht Platin.

Das 94er Album "Return Of The Space Cowboy" wird auch im europäischen Ausland ein Erfolg und ist in dieser Zeit auf jeder Uni-Fete zu hören. Mit "Travelling Without Moving", dem bis dato meistverkauften Funk-Album aller Zeiten, kann sich die Band 1996 auch in den USA durchsetzen und gewinnt mehrere Preise bei den MTV Music Awards 1997.

In der Außenwirkung steht zu Beginn der Karriere oft eine Bekenntnis zur Ökologie. Die erste Platte "Emergency on Planet Earth" ist ein Hilfeschrei, ein lautes "Rettet die Welt!". In Interviews stehen oft Themen wie der Regenwald, der Treibhauseffekt und Ozon im Mittelpunkt. Diese Äußerungen und das Image kommen nun wie ein Bumerang zurück zu Jay Kay, der sich im Video von "Cosmic Girl" zu seiner Liebe zu schnellen Autos mit großem Benzinverbrauch bekennt. Zudem ziert das Album "Travelling Without Moving" ziert ein Buffalo Man-Logo, dass an das Ferrari-Emblem Cavallino rampante erinnert.

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Nach dem Höhepunkt folgt der Umbruch. Jamiroquai trennen sich von ihrem Bassisten Stuart Zender. Dieser zählt Anfang der Neunziger Jahre zu den besten Bassisten im Acid-Jazz. Der Sound seines Basses war maßgeblich an dem Erfolg der ersten Alben der Band beteiligt Nicht wenige sind bis heute der Ansicht, dass die Band damit einen großen Teil ihrer Seele verloren hat. Dies ist allerdings nur der Anfang. Ständige Besetzungswechsel schließen sich in den folgenden Jahren an. Am Ende bleibt nur noch Jay Kay von der Originalbesetzung übrig.

Das ändert aber nichts daran, das Jamiroquai weiterhin richtig gut im Geschäft sind. Kay schreibt 1998 mit "Deeper Underground" einen Titel zum Godzilla-Soundtrack. 1999 folgt ihre vierte CD "Synkronized", die auch recht erfolgreich ist.

Kurz nach der Veröffentlichung von "A Funk Odyssey" bekennt Jay Kay, in der Vergangenheit mit Drogenproblemen konfrontiert gewesen zu sein. "Kokain ist im Musikbiz allgegenwärtig. Es ist schwer, davon loszukommen. Mein Doktor, den ich eigentlich wegen Halsschmerzen aufsuchte, meinte nur, wenn ich meine Karriere zerstören wolle, soll ich nur so weiter machen. Also habe ich aufgehört und nun bin ich dazu verdammt, allen Kollegen um mich herum beim Koksen zuzuschauen."

Wellen schlägt auch ein Video zur Single-Auskopplung "You Give Me Something", in dem Jay Kay ein Handgemenge mit einem Reporter nachstellt - natürlich aus seiner Sicht.
Danach hört man eine Weile lang wenig von Jamiroquai, außer vielleicht, dass Jay Kay plötzlich auch ohne Hut zu sehen ist. Erst 2005 erscheint ihr sechstes Album "Dynamite", auf dem sich die Band erstmals an einem rockigen Low Fi-Sound versucht. Ein Jahr später folgt die erste Werkschau der britischen Dance-Spezialisten: "High Times The Singles 1992-2006" kommt als CD und DVD.

Ende Februar 2007 verlautet das britische Boulevardblatt The Mirror, der Jamiroquai-Kopf habe die Schnauze endgültig voll und wolle sich aus dem Musicbiz verabschieden. Jay Kay gibt sich betont gelangweilt, spielt Gigs fürs Guinnessbuch der Rekorde und will gar eine Familie gründen.

Schnell wird offiziell zurückgerudert. Die Band lege einzig und allein eine Pause ein, um sich nach dem Bruch mit Sony BMG neu aufzustellen. "Ich hatte damals einfach die Schnauze voll vom Business. Es kam der Punkt, an dem es nur noch darum ging, Konzerte zu spielen und in stupiden Kinder-TV-Shows aufzutreten. Verdammt viel Zeit ging auch drauf, aus diesem wahnsinnigen Vertrag über acht Alben mit Sony Music rauszukommen," berichtet er 2010 im Interview mit laut.de.

Im selben Jahr erscheint das Studioalbum "Rock Dust Light Star", das wieder den typischen Jamiroquai-Sound auffährt, für den man die Engländer liebt.

"Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nach so vielen Jahren immer noch im Rennen bin. Mir liegt auch sehr viel daran. Das Ganze ist wie eine schier endlose Straße, die man entlangfährt. Und egal, was die anderen behaupten: Die harte Arbeit, die man in den Anfangsjahren auf der Bühne leistet, macht sich hinterher bezahlt. Ganz gleich, was in der Vergangenheit richtig oder falsch gelaufen ist, fühlt es sich einfach nur fantastisch an, immer noch im Rennen zu sein", resümiert Jay Kay.

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Köpi-Arena, 2011 Nach Krankheit und ausgefallenen Terminen endlich in Oberhausen: Jamiroquai

Nach Krankheit und ausgefallenen Terminen endlich in Oberhausen: Jamiroquai, Köpi-Arena, 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Nach Krankheit und ausgefallenen Terminen endlich in Oberhausen: Jamiroquai, Köpi-Arena, 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Nach Krankheit und ausgefallenen Terminen endlich in Oberhausen: Jamiroquai, Köpi-Arena, 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Nach Krankheit und ausgefallenen Terminen endlich in Oberhausen: Jamiroquai, Köpi-Arena, 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

Rock Dust Light Star Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause.

Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © laut.de (Fotograf: Michael Schuh) Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © laut.de (Fotograf: Michael Schuh) Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © Universal (Fotograf: Max Vadukul) Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © Universal (Fotograf: Max Vadukul) Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © Universal (Fotograf: Max Vadukul) Jay Kays Comeback nach vier Jahren Pause., Rock Dust Light Star | © Universal (Fotograf: Max Vadukul)
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