Porträt

laut.de-Biographie

B.o.B.

Seine Karriere wäre beinahe vorbei gewesen, bevor sie überhaupt beginnt. Eines Tages im Jahr 2006 ruft Bobby Ray Simmons Junior bei seinem Manager B Rich an. Er teilt ihm mit, dass er die Musik vorerst an den Nagel hängen wolle. Im hiesigen Einkaufszentrum gebe es einen Job, der ihm ein sicheres Einkommen beschere. Die Musik müsse für unbestimmte Zeit hinten anstehen.

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Bobby Ray ist frustriert von der tumultreichen Zeit, die er bis dato mit seiner Band The Klinic erlebt. Zu allem Überfluss steigt sein Cousin Swag auch noch aus, er verlässt Atlanta, um anderswo zu studieren. So wird aus dem Duo urplötzlich ein Solo-Projekt.

Dabei hatte es so schlecht gar nicht begonnen. Nachdem die beiden mit simpelstem Studioequipment und Fruity Loop-Beats starten, verschaffen sie sich schnell Aufmerksamkeit in der lokalen Szene. Durch Auftritte bei Open Mic-Contests wird B Rich auf die Cousins aufmerksam und macht sie wenig später mit Playboy Tre bekannt, der selbst bei Atlantic Records unter Vertrag steht. Dieser nimmt die Jungs mit in sein eigenes Studio und bringt ihnen das professionelle Produzieren bei. Doch nennenswerter Erfolg stellt sich nicht ein.

Der Manager will nicht glauben, was er an besagtem Tag am Telefon hört, schnappt sich Playboy Tre und fährt zu Bobby Ray. Gemeinsam überreden sie den damals 18-Jährigen, am Ball zu bleiben. Innerhalb eines Jahres verschafft er ihm einen Plattendeal, verspricht B Rich. Was klingt als käme es aus einem kitschigen Holywood-Schinken wird tatsächlich Realität. Im Oktober 2006 unterschreib Bobby Ray einen Vertrag bei Jim Jonsins Rebel Rock, das wiederum mit Atlantic verbandelt ist.

Vorausgegangen war ein Auftritt im Club Crucial, wo TJ Chapman zugegen war. Chapman ist Ausrichter einer großen nationalen DJ-Konferenz und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stars von morgen bereits heute zu fördern. Nach seinem Auftritt will er Bobby sofort in seinem Team haben, nimmt Verbindung mit B Rich auf und knüpft schließlich den Kontakt zu Jim Jonsin. Bobby ist noch auf der High School, als er den Vertrag unterschreibt.

Mit "Eastside" und "12th Dimension" folgen zwei EPs sowie eine Reihe von Mixtapes, alle unter dem Künstlernamen B.o.B. In der Dezember-Ausgabe 2008 stellt das Hip Hop-Magazin XXL die "Hip Hop-Klasse von 09" vor. Auf dem Cover: B.o.B neben Asher Roth, Charles Hamilton, Kid Cudi und Wale.

Doch das genügt dem Mann aus Atlanta nicht. Er will sich von der Musik seiner Idole DMX und Eminem lösen, die er beinahe studiert hat, bevor er im Alter von 13 Jahren selbst anfängt zu rappen. Er lernt mehrere Instrumente, unter anderem Trompete, Klavier, Waldhorn und natürlich Gitarre: "Ich möchte ein Bild von mir als Musiker und Künstler zeichnen, nicht einfach nur als Rapper. Ich glaube, ich mache nicht einfach nur Rap-Musik. Ich wechsle periodisch."

Bereits auf T.I.s "Paper Trail" leiht er dem Ludacris-Feature "On Top Of The World" seine Stimme. 2010 erscheint schließlich sein eigenes Debüt "B.o.B Presents The Adventures Of Bobby Ray". Mit dabei sind durchaus schillernde Namen: T.I. und Playboy Tre, mit denen er mittlerweile ohnehin im Rahmen der Produzentengruppe HamSquad zusammenarbeitet, neben Lupe Fiasco, Janelle Monáe und seinem Vorbild Eminem.

Direkt die erste Auskopplung wird ein riesiger kommerzieller Erfolg. "Nothin' on You ft. Bruno Mars" steigt in den USA und Großbritannien auf Platz eins der Singlecharts, das Debütalbum macht es der Single in den Staaten wenig später nach. B Rich hat sein Versprechen tatsächlich gehalten und aus B.o.B zumindest ein Sternchen gemacht. Und Bobby Ray hat mittlerweile wohl mehr Geld verdient, als im Einkaufszentrum je möglich gewesen wäre.

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