Porträt

laut.de-Biographie

B-Lash

Menschen, die die Wahrheit gefressen haben, traut man besser nicht allzu sehr über den Weg. Der iranischstämmige MC und Producer B-Lash aus Berlin ist so ein Fallbeispiel.

Im rap.de-Interview stellt der Jahrgang 1982, der bürgerlich Yousefali Bidarian Nejad heißt, fest: "Ich hatte schon immer ein gottgegebenes Talent, ein Gespür für die Wahrheit zu besitzen." Was nicht bloß grammatikalisch angreifbar ist, stellt zugleich B-Lashs Verkaufsstrategie da. Der Rapper aus dem Hause 187Beatz sieht sich als die unangepasste politische Stimme im Hip Hop-Mainstream.

Seit dem Debüt-Mixtape "WCB.FM" sowie dem regulären LP-Debüt "Regen" (beide 2005) zeigt sich B-Lash äußerst umtriebig. Der Kreuzberger MC adressiert in seinen Lyrics Lokalpatriotismus und gesamtgesellschaftliche Probleme. Hauptsächlich kommt er allerdings regelmäßig auf Verschwörungstheorien zurück.

Wider Staat, Bankensystem und Illuminatenloge gerichtet, agitiert B-Lash, ähnlich dem wegen antisemitischen Äußerungen entlassenen Radiomoderator KenFM, gegen ein diffuses "Die da oben". Der Wortschatz des Schlafzimmerproduzenten dreht sich um einen Nukleus aus Teufeln, Engeln und Göttern.

Derweil der Rapper damit über eine gesamte Dekade weitgehend im Underground verbleibt, weist er doch eine respektable Reihe an Kollaborateuren auf. Mit Tarek von K.I.Z., Veysel, Mosh und Chefket kommt es zu Features. B-Lash reüssiert auch mehrfach mit dem Berliner Ex-Rapper Deso Dogg, der in den 2010ern als radikaler Islamist und Sprachrohr der Terrororganisation IS in Erscheinung tritt.

Seine Albumankündigung zu "Am Seidenen Faden" 2014 klingt unter diesem Gesichtspunkt recht bedenklich nach: "Diese Szene ist voll mit wertlosem Abschaum, der es schafft, durch provokative Posts, Videos und Ansagen im Gespräch zu bleiben. Höchste Zeit, offensiv gegen diese Hurerei vorzugehen!"

B-Lashs Weg zur Musik ist durch seinen singenden Vater sowie den im Iran fürs Percussionspiel berühmten Großvater geebnet. 2000 beginnt er zunächst als DJ 36OnSite in kleinen Berliner Clubs aufzulegen. Mit eigenen Beats weckt er die Aufmerksamkeit der Labelgründer von Bassboxxx: MC Bogy, Frauenarzt und DJ Manny Marc.

Nach ersten Gehversuchen als Produzent für Labelgrößen wie MC Basstard oder Mach One greift B-Lash schließlich Mitte der Nullerjahre selbst zum Mikrofon. Mit seinem Partner SupaFunk initiiert er die B-Funk-Studios und gründet das Label Adrenalinmusik mit. Das 2014er-Album "Funk-O-Tronic" widmet sich vorwiegend der Stilrichtung des synthiebasierten Electrofunk.

Stilistisch festlegen möchte sich B-Lash jedoch nicht. "Cro, Casper, Juli, Peter Maffay, Scooter - ich und meine Jungs von 187Beatz können wirklich jeden erdenklichen Stil so rüberbringen, dass es professionell und nicht nach Plastik klingt. Aber solange ich nicht die Möglichkeiten habe, auch ein entsprechendes Publikum mit diesem Talent zu erreichen, werde ich das in der Reserve behalten." So lautet zumindest seine Wahrheit.

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