Porträt

laut.de-Biographie

Awesome Color

"You gotta lose your mind in Detroit Rock City" - die Hobbyphilosophen von Kiss wissen Bescheid.

Awesome Color - Electric Aborigines Aktuelles Album
Awesome Color Electric Aborigines
Pychedelic Indie? Neo-Psyche? Call it what you want.

Wer im verstunkensten Industriemoloch Michigans in Würde pubertieren will, geht traditionell zum Lachen in die Garage. Das schelmische Grinsen wird an diesen olfaktorischen Brutstätten des Rock'n'Roll jedoch weniger von Abgasvergiftungen induziert, sondern vielmehr von beherzten Griffen in rostige Gitarrensaiten und dumpfen Schlägen auf schrottreife Drumkits. Dieser charmant räudige Lärm, den die alten Gründerväter MC5 und The Stooges in den Spätsechzigern kultivierten, ist auch im Nullerzeitalter bestens dazu geeignet, friedfertige Hippies akustisch zu belästigen.

Die Früchtchen der Vorarbeit, die Mr. Raw Power Iggy Pop und Konsorten geleistet haben, heißen Awesome Color. Stilecht mit dem original Detroiter Stallgeruch gesegnet,
besinnen sich Michael Troutman (aka Michael Awesome), Allison Busch (aka Allison Awesome) und Derek Stanton (aka Derek Awesome) 2004 in ihrer Wahlheimat Brooklyn auf ihre musikalischen Wurzeln: Blues infizierter drei-Akkorde-Punkrock mit psychedelischem Noise-Überbau.

Das Powertrio klingt mindestens so zeitlos wie der aufheulende Motor eines 64er Ford Mustangs, spielt scheppernden Garagenrock, der diesen unnachahmlich rauen Rock-Gestus aus den 60ern in die Gegenwart transportiert, ohne sich effekthascherisch anzubiedern. Awesome Colour sind weder trendy noch klischiert, dafür einfach nur echt und deshalb umso cooler. Die drei haben sich bei ihren Vätern wohlweislich an den richtigen Platten vergriffen: Außer den unverzichtbaren "Fun House" und "Kick Out The Jams" dürften auch einige Velvet Underground, Blue Cheer, Jimi Hendrix, The Who und Black Sabbath-LPs in den Klauen der Sprösslinge verschwunden sein.

Zur Entschädigung können die drei Awesomes ihren ehemaligen Erziehungsberechtigten immerhin adäquaten Ersatz auf den Vinylteller legen: "Awesome Color", "Electric Aborigines" oder "Masssa Hypnos" sollten reichen, um die Erzeuger über die musikhistorischen Verluste in ihren Plattensammlungen hinwegzutrösten.

Sollte der Haussegen dennoch schief hängen – einen Ersatzvater haben sich Awesome Color ja schon 2006 geangelt. Ron Asheton-ianer Thurston Moore nahm den New Yorker Nachwuchs bei seinem Label Ecstatic Peace für und vorsorglich unter die Fittiche. Diesem kostbaren Vitamin-B sei Dank betouren Michael, Allison und Derek 2008 sowohl mit Moores Hauptband Sonic Youth, als auch mit deren Buddies Dinosaur jr. den Globus. Wer sich die Stooges nicht leisten kann, sollte dringend in den nächsten verdreckten Club um die Ecke gehen, wenn Iggys Enkelsöhne aus Detroit in der Stadt sind.

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