Porträt

laut.de-Biographie

Amp Fiddler

Von Wärme, von Abgründigkeit, Verschrobenheit und von lässiger Stilvielfalt schwärmt die Intro angesichts der "Waltz Of A Ghetto Fly", Amp Fiddlers eigentlichen Debüts. "Eigentlich", weil er bereits 14 Jahre zuvor gemeinsam mit seinem Bruder Bubz als Mr. Fiddler eine Platte namens "With Respect" veröffentlicht.

Vom der Plattenfirma allein gelassen, erregt die LP jedoch so wenig Aufmerksamkeit, dass sie es wohl nicht mal in die Mottenkisten auf irgendwelchen Speichern schafft und eher als Prototyp eines Albums durchgeht, wie es die BBC beschreibt. Seinem Label Elektra, auf dem bereits Künstler wie die Stooges, The Doors, The Cure oder Queen veröffentlichten, ist die Scheibe zu eklektisch, um sie an den Mann zu bringen. Da helfen auch die Backing Vocals von Bootsy Collins und George Clinton nichts.

Dr. Funkenstein selbst ist es, der Joseph Fiddler in den frühen 80ern in sein Parliament beruft. "Ich habe damals viele Songs mit meiner Freundin geschrieben und aufgenommen. Irgendwann hat sie George einfach eine CD zukommen lassen und gesagt, es sei mein Demo. Er wollte wissen, wer die Produktion gemacht hat und hat mich in sein Studio eingeladen."

Was danach kommt, ist Geschichte: Amp geht mit George Clintons P-Funk auf Tour durch Amerika und den Rest der Welt, leiht Prince und Seal seine Stimme im Background-Chor und hilft Maxwell, seine "Urban Hang Suite" fertig zu stellen, die später auf Gold gehen und dem Interpreten eine Grammy-Nominierung einbringen soll.

"Ich war es irgendwann leid, immer nur der Session-Musiker zu sein und immer nur anderen zu helfen. Denn mich selbst hat das eigentlich nicht wesentlich voran gebracht. Es hat mir ein paar Aufnahmen beschert, so dass ich meine Karriere fortsetzen konnte. Aber ich konnte einfach nicht so kreativ sein, wie ich gerne wollte, konnte auf der Bühne nicht tun und lassen was und wie ich es wollte."

So verlässt der gebürtige Detroiter und studierte Jazzer die Straße nicht nur, um sich als alleinstehender Vater um seinen Sohn zu kümmern, sondern auch, um an seiner Solo-Karriere zu basteln. Selbstverständlich nicht ohne die Hilfe der Freunde, die er nach Jahren im Tourbus reichlich gewonnen hat. JD und Only Child steuern Beats bei, Raphael Saadiq spielt Keyboard, George Clinton rappt, Corinne Bailey Rae und Stephanie McKay treten als Featuregäste auf, um nur ein paar Namen zu nennen.

Sein persönliches Highlight aber erlebt Joseph bei den gemeinsamen Aufnahmen mit den Reggae-Legenden Sly Dunbar & Robbie Shakespeare. Im Zuge einer Veröffentlichungsserie des deutschen Labels Strut, das zeitgenössische Künstler in ein Studio mit ihren musikalischen Helden bringt, macht er sich auf den Weg nach Jamaika.

"Ein monumentales Erlebnis", erzählt Amp später. "Ich bin schon seit ihren Compass Point Studios-Produktionen mit Grace Jones ein Riesenfan von Sly & Robbie." Mit der Begeisterung steht Mr. Fiddler nicht alleine da, die taz erhebt die Scheibe in der Prä-Obama-Zeit sogar in epochale Höhen: "Wo Aggression war, ist heute Hoffnung und die funky Coolness all jener, die gelassen auf Veränderung warten. Oder, wie Amp Fiddler sagt: 'Alles passiert zur rechten Zeit.'"

Alben

  • Homepage

    Tötet alle Flash-Seiten!

    http://www.ampfiddler.com
  • Amp Fiddler bei MySpace

    Inspiration, Information, Respekt und Afros.

    http://www.myspace.com/ampfiddler
  • arte

    Amp Fiddler mitsamt Live-Mitschnitt bei arte.

    http://www.arte.tv/de/Willkommen/Kultur-entdecken/tracks/Kuenstler-bei-Tracks-A-Z/583416.html
  • BBC

    Von Frankreich auf die Insel. Ebenfalls mit Mitschnitt der "I Believe In You"-Session

    http://www.bbc.co.uk/dna/collective/A2378595

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