Porträt

laut.de-Biographie

Waxolutionists

In den ausgehenden Nullerjahren glitcht, wonkt und dubsteppt alles, das in der Grauzone zwischen Hip Hop und Electro nicht bei drei auf den Bäumen ist. Zwischen Los Angeles, Berlin und London arbeitet man an einer eklektischen Schnittmenge, die neben einer grenzenlosen Aufgeschlossenheit lediglich Hip Hop-Sozialisation und Liebe zu Synthie-Spielereien als kleinsten gemeinsamen Nenner besitzt.

Waxolutionists - We Paint Colors Aktuelles Album
Waxolutionists We Paint Colors
Spielkonsole meets Dancefloor, Kopfnicken leicht gemacht.

Auch in der österreichischen Hauptstadt Wien gedeiht die Fusionsblume prächtig. Allen voran gibt dort das DJ- und Produzenten-Trio Waxolutionists den Ton an. Nicht aber weil sie der Hype zu kurzzeitigem Ruhm bringt, sondern weil DJ Buzz (Christoph Böck), DJ Zuzee (Andreas Zuza) und Bionic Kid (Felix Bergleiter) seit mehr als einer Dekade aus der Musikszene der Donaumetropole nicht mehr wegzudenken sind. Ohne die Waxolutionists wäre Wiener, nein, österreichischer Hip Hop nicht dort, wo er ist.

Die ersten Singles, die das musikverrückte Dreiergespann um die Jahrtausendwende auf dem Dortmunder Label Deck 8 veröffentlicht, haben für die Austro-Rapszene eine sinnstiftende Bedeutung. Mit dem Tiroler MC Manuva züchten die Waxos 1999 "Nachtschattengewächse", zwei Jahre später ruft man in Zusammenarbeit mit eben jenem Manuva, sowie Deph Joe und Thaistylee Wien zur "Supercity" aus. Beide Stücke werden zur Abwechslung auch jenseits der Alpen wahrgenommen.

Der Grund liegt nahe: Der Soundentwurf der Waxolutionists speist sich aus Hip Hop-Regeln, einer tiefen Verwurzelung im Turntablism, zusätzlich einer Affinität zu analogen Synthesizern. Das klingt während des Millennium-Umbruchs ganz anders als der Rest der deutschsprachigen Hip Hop-Szene, die für Produktionen Made in Austria lediglich ein müdes Lächeln übrig hat.

In Wien mausern sich die Waxolutionists zum festen Szenebestandteil. Ösi-Radiosender und landesweiter Meinungsmacher FM4 lobpreist jedes Waxo-Album und verleiht dem Trio zudem 2001 den Amadeus Award als Best FM4 Alternative Act.

Die Partyszene Wiens beschallen Zuzee, Buzz und Bionic Kid egal ob einzeln oder gemeinsam konstant. In der Hauptstadt packt man sie aufgrund ihrer musikalischen Vorstellungen in eine Reihe mit Joe Zawinul und Kruder & Dorfmeister, die jeder auf eigene Weise afroamerikanische Musiktradition mit modernen Soundströmungen kreuzten.

In Folge featuren sich die die Waxos durch ein wildes Potpourri aus englischen Hip Hoppern (Ty, Blade, Killa Kela, DJ Vadim), deutschen Rappern (Blumentopf, Fiva MC, FlowinImmo, Vierzueins) und österreichischen Musikern (André Heller, Oliver Steger, Martin Reiter, Sofa Surfers, DJ DSL).

Musik avanciert endgültig zur Hauptbeschäftigung, Live Gigs mit dem Supercity Soundsystem zum tragenden Bestandteil der Europaweiten Bekanntheit. Das Netzwerk weitet sich nach Übersee aus. So finden sich auf dem fünften Studioalbum "We Paint Colors" Auftritte von Dave Ghetto, Blu, Hezekiah, Mystic und Frank Nitty.

Trotz ihrer tiefen Verwurzelung in der Wiener Musikszene sind die Waxolutionists durch ihr weitläufiges Netzwerk und schrankenloses Soundverständnis längst Teil der globalen Beat-Generation. Den Segen von Radio-Persönlichkeit Gilles Peterson haben sie dabei genauso sicher wie das Kopfnicken japanischer Cratedigger.

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    http://www.supercity.at/artists/waxolutionists/15-2.htm

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