Porträt

laut.de-Biographie

Tony Christie

Mancher Musiker erwirbt sich erst in hohem Alter einen besonderen künstlerischen Status dank außergewöhnlicher Spätwerke. so zum Beispiel Johnny Cash und Neil Diamond. Seit 2008 trifft das auch auf den lange als internationaler Schlagersänger agierenden Tony Christie zu.

Christie kommt am 23. April 1943 im englischen Conisbrough als Anthony Fitzgerald zur Welt. Bereits im Schulchor fällt er mit seiner markanten Stimme auf, und bekleidet dort rasch eine Position in der vordersten Reihe. Mit einem Schulfreund tritt er als The Grant Brothers auf. Beide interpretieren vornehmlich Songs im Stil der Everly Brothers. Ein kurzes Gastspiel gibt er als Sänger in der Band The Counterbeats.

Anthony konzentriert sich auf den Durchbruch als Solo-Sänger, sucht aber noch nach einem griffigen Künstlernamen. Fündig wird er 1965 nach dem Besuch des Films "Darling". Die Hauptdarstellerin ist Julie Christie - ihm gefällt der Nachname, und der Sänger Tony Christie ist geboren. Mit dem ebenfalls noch unbekannten Jimmy Page nimmt er 1966 die Single "Life’s Too Good To Waste" auf - die sich aber nicht als Kassenschlager erweist.

Der eigentliche Durchbruch als Künstler gelingt erst 1971. Gleich mit drei Single-Hits startet Tony nicht nur in England sondern praktisch ganz Europa durch: "Las Vegas", "I Did What I Did For Maria" und "Is This The Way To Amarillo" erweisen sich als Chartbreaker. "Don’t Go Down To Reno" reiht sich 1972 ebenfalls in den Hit-Reigen ein. Das Album "Avenues And Alleyways" verzeichnet hohe Umsätze.

In den Folgejahren veröffentlicht Christie regelmäßig weitere Alben, doch allmählich sinken die Verkaufszahlen. Klassischer Pop ist in Zeiten der aufkommenden Disco-Welle immer weniger gefragt. 1980 gelingt ihm mit "Sweet September noch einmal ein kleinerer Hit. In den neunziger Jahren verlegt sich Tony auf das Einspielen von schlichten Pop-Schlager-Alben unter der Regie des Kölner Produzenten Jack White (Roberto Blanco, David Hasselhoff). Diese Aufnahmen sichern ihm besonders in Deutschland eine kleine, aber treue Fangemeinde.

Der künstlerische Abstieg manifestiert sich mit reinen Kommerz-Alben wie "The Greatest Hollywood Movie Songs" (1999) oder "Weihnachten Mit Tony Christie" (2001). Er trennt sich von White, und 2008 feiert ein gereifter Christie mit "Made In Sheffield" ein von Kritikern vielgelobtes, unerwartetes Comeback. Das Album entsteht in Zusammenarbeit mit Musiker und Produzent Richard Hawley. Es enthält neben Neukompositionen auch Cover von Acts wie den Arctic Monkeys und Human League.

Mit dem 2011 erscheinenden "Now's The Time!" liefert Christie ein weiteres beeindruckendes Werk ab. Es beinhaltet ausschließlich neue Songs, darunter eine Arbeit von Pulp-Mastermind Jarvis Cocker. Beginnend mit ansprechendem Pop-Handwerk, danach Jahrzehnte dümpelnd in seichten Schlager-Gewässern: im neuen Jahrtausend gelingt Christie mit der Rückbesinnung auf gutes Songwriting garniert mit vielen Elementen der Swinging Sixties eine fulminante Rückkehr als ernstzunehmender Interpret.

Alben

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Di 03.06.2014 Mannheim (Capitol)

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