Porträt

laut.de-Biographie

Toddla T

2007 jobbt der 19-jährige Thomas Mackenzie Bell noch in einem Sheffielder Schuhgeschäft. Er wohnt bei seinen Eltern, legt, seit er 14 Jahre jung ist, in lokalen Clubs auf, und produziert während der Woche mit seinem Freund Scott Beats und Tracks. Alles scheint wohlreguliert.

Fünf Jahre später hat der 1985-Jahrgang nicht bloß einen kleinen Karrieresprung hinter sich: Mit zwei erfolgreichen Alben (u.a. auf Ninja Tune), einer Fabric-Compilation sowie dazugehörigem Residentslot, einer eigenen Radiosendung auf BBC Radio 1, DJ-Bookings auf der ganzen Welt und prallgefülltem Produzenten-Auftragsbuch (Roots Manuva, Tinchy Stryder, Bashy) kann sich Bell wahrlich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren.

Weil er schon in so jungem Alter hinterm DJ-Pult Position bezieht, hat Bell bald den Spitznamen Toddla weg. Als Toddla T entscheidet er sich mit 16, der Schule den Rücken zuzukehren und sein Leben der Musik zu widmen. 2010 zieht er nach London, nachdem er sein Debütalbum "Skanky Skanky" dank wachsendem Zuspruch als DJ bei 1965 Records veröffentlichen kann.

Darauf mischt der DJ und Produzent Elemente aus Dancehall, elektronischer Club Music, Garage und Hip Hop. Entsprechend geben andere Goofs wie Deadmau5, Calvin Harris oder Wobble-Fanatiker Skrillex lediglich das Pars pro toto in diesem weiten musikalischen Umfeld.

Das Konzept geht für Bell vollkommen auf. 2010 unterzeichnet er für den LP-Nachfolger bei den wohletablierten Beatexperten von Ninja Tune. Ausgelastet fühlt sich Bell, der mit seiner BBC Radio 1-Kollegin Annie Mac liiert ist, vom Albummachen aber noch lange nicht.

Statt zwischen den Auftritten Pausen einzulegen, ruft er seinen eigenen Online-TV-Kanal Toddla TV ins Leben, in dessen episodenhaften Beiträgen Toddla vor laufender Kamera Improv-Raps über verpasste Flüge oder Thailandurlauber zusammenwitzelt. Oder er kollaboriert mit Joe Goddard und Matt Helders (Arctic Monkeys), remixt Gorillaz und Major Lazer. Oder startet nebenher ein eigenes Imprint namens Girls Music.

Bell selbst sieht seinen Erfolg bei aller Ambition und Umtriebigkeit bescheiden: "Als ich meinen ersten Plattenvertrag unterzeichnet habe, waren Bands wie Arctic Monkeys und The Libertines sehr populär. Ich und meine Freunde waren mit unserer Verehrung für Notorious B.I.G. und Dancehall in der krassen Minderheit. Heutzutage hören die Kids Skream und Benga. Das musikalische Referenzsystem hat sich einfach verschoben."

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