Porträt

laut.de-Biographie

The Pharcyde

Seit zehn Jahren bietet die kalifornische Rapgruppe The Pharcyde den Headz weltweit experimentelle, oft relaxte Beats, die sich mit ironischen Battlereimen und intelligent gerappten Großstadtstories paaren. Trotz ihres Westcoast-Backgrounds repräsentieren sie keinen Gangsta-Style, sondern Native Tongue-Attitude in Reimkultur. Schlechte Business-Moves treibt die mittlerweile aufs Duo geschrumpfte Crew gar zur Jahrtausendwende in die offenen Arme des deutschen Fanta Vier-Labels Four Music. Dabei gelten sie in Amerika noch Mitte der Neunziger als Sure Shot. Am leider negativen Beispiel von The Pharcyde sieht man nur allzu deutlich, wie schnelllebig das Rapgame sein kann.

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Die L.A.-Natives Bootie Brown, Imani und Slimkid Tre beginnen ihre Karriere in der Tanztruppe 242. Sie absolvieren einige Fernsehauftritte und Tourneen als Begleitact von etablierten Stars. Dabei treffen sie auf Fatlip und zusammen gründen die Vier die Hip Hop-Formation The Pharcyde. Mit einem schleunigst eingespielten Demotape erweckt die Gruppe schon bald das Interesse diverser Labels. Sie entscheiden sich schließlich für das heimische Independentlabel Delicious Vinyl.

Ihr Debut "The Bizzare Ride To The Pharcyde" erreicht in den USA sofort Goldstatus und leitet gleichzeitig eine neue Ära des Westcoast-Hip Hops ein. "Gangstas machen Gangsta-Shit, wir dagegen wollen uns die Integrität bewahren und unsere musikalischen Ansichten mitteilen", beschreibt Imani Pharcydes Intention. Es folgt eine Welttournee mit den Native Tongue-Kollegen A Tribe Called Quest und De La Soul. Nach zwei Jahren verstärkter Studioarbeit erscheint endlich das neue Album "Labcabincalifornia" mit innovativen Klassiker wie "Drop" und "She Said".

Trotz rosiger Aussichten und bemerkenswerter Erfolge entschließen sich Fatlip und Tre, die Crew auf Grund interner Streitigkeiten zu verlassen. Diese Trennung fordert einen hohen Tribut von allen Beteiligten. Denn weder die zwei Aussteiger noch das übriggebliebene Pharcyde-Duo können in den folgenden Jahren an frühere Erfolge anknüpfen. Zwar ist es Bootie Brown und Imani hoch anzurechnen, dass sie trotz großer geschäftlicher Probleme nicht die Flinte ins Korn werfen, doch an die Klasse der ersten zwei Scheiben können sie nicht anknüpfen.

Nach dem Split gründen sie jedoch tapfer das Independenlabel Chapter One, auf dem sie die fünf Track starke EP "Testing The Water" veröffentlichen. Musikalisch wieder ein Meisterwerk geht die Platte fast völlig unter. Schade eigentlich, denn die einfühlsamen Lyriks und chilligen Beats besitzen durchaus Suchtcharakter. Dann folgt 2000 die angesprochene Überraschung: The Pharcyde unterschreiben einen Vertrag mit Four Music und werfen kurz darauf das Album "Plain Rap" vor allem unter die europäischen Hip Hop-Fans.

"Sie wissen, wie man Künstler behandelt, sie kennen die Möglichkeiten und all den Scheiß, der abgeht", äußert sich Bootie Brown bei Viva über die Zusammenarbeit mit Pharcyde-Fan Smudo und Kollegen. Nach der dritten Studioplatte verschwinden sie erst einmal in der Versenkung. Erst im Januar 2002 liegt plötzlich die 12" "AMP" auf den Plattentellern der Deejays. Sie erscheint jedoch nicht unter ihrem alten Crewnamen, sonders als Almyghty Myghty Pythons, da auch die Veteranen von den Souls Of Mischief bei den Pythons mitmischen. Im Sommer melden sich The Pharcyde ohne fremde Hilfe mit der Single "Can't Give In" zurück.

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Pharcyde - Plain Rap: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2000 Plain Rap

Kritik von Eberhard Dobler

Relaxte Alternative zum Gangsta-Rap: unaufdringlich, echt, ausgefeilt. (0 Kommentare)

  • Pharcyde.de

    Sehr gute, etwas zu gelb geratene, deutsche Seite.

    http://www.pharcyde.de
  • Offizielle Seite

    Ein bisschen wenig ...

    http://www.thepharcyde.com

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