Porträt

laut.de-Biographie

The Last Poets

Die Frage, woher Hip Hop kommt; ist schon ziemlich oft durchgenudelt worden, ohne dass man eine befriedigende Antwort fand.

Dabei könnte man durchaus mit dem Namen "The Last Poets" beantworten. Jalal Mansur Nuriddin, Omar Ben Hassan und Abiodun Oyewole könnte man auch als die Urväter aller Eminems und Tupacs dieser Welt ansehen. Schon Ende der Sechziger begannen sie, Gedichte zu vertonen. Nur mit Percussions bewaffnet brachten sie ihre radikalen Parolen, geprägt vom Ghetto-Leben in der Großstadt und der allgegenwärtigen Diskriminierung, unter das Volk. 1969 am Geburtstag des Aktivisten Malcolm X fanden sich die drei zum ersten mal unter dem Namen "The Last Poets" zusammen. Der Name stammt aus einem Gedicht des Südafrikaners Little Willie Copaseely, der meinte, dass seine Zeit die letzte der Dichter sei, bevor diese gänzlich von der Ära der Gewehre abgelöst würde.

Zusammengefunden haben sich die drei im Gefängnis, als Jalal einsitzt, weil er sich weigert, in Vietnam zu kämpfen. Im Gefängnis konvertiert er wie seine beiden Mitstreiter zum Islam und lernt dort die Erzählform "Spiel" kennen, eine Art Vorform des Raps. Nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen werden, schließen sie sich dem East Wind Poetry Workshop an und bringen ihre Mischung aus "Spiel" und musikalischer Begleitung an Straßenecken zum Besten. Alan Douglas, ein bekannter Jazz-Produzent wird auf das Trio aufmerksam, nachdem er sie in einer TV-Show sieht. Zusammen mit ihm nehmen die Poets ihr bahnbrechendes Debut "The Last Poets" auf, das auch kommerziell ein großer Erfolg wird und bis in die Top 10 der Billboard Charts aufsteigt.

Kurz bevor die Aktivisten auf Tour gehen wollen, ereilt sie ein herber Schlag. Abiodun Oyewole wird wegen bewaffneten Raubüberfalls zu 14 Jahren Haft verurteilt und Kurzerhand durch Nilajah ersetzt.

Die Poets machen auf das Alltagsleben der US-Amerikaner einen enormen Eindruck. Sogar die altehrwürdige New York Times widmet ihnen für die Rezension ihrer Platte eine halbe Seite. Das Ironische an der Sache war, dass sie zwar für Aufsehen sorgten, ihnen die schwarze Community in den Ghettos jedoch eher reserviert gegenüber stand. Zu radikal war manchen der offene Aufruf zur Rebellion, in denen sie die Lethargie der Schwarzen und den Rassismus der Weißen anklagten. Sie waren auch mit die Ersten, die in ihrer Musik versuchten, den diskriminierten Afroamerikanern eine eigene Identität und Selbstbewusstsein zu geben, indem sie sich ganz bewusst auf ihr afrikanisches Erbe bezogen.

Aber nicht jeder Aktivist ist frei von hirnrissigen Gedanken und so tragen auch die "Last Poets" ein nicht unerhebliches Bündel Dumpfbackigkeit mit sich herum. An Frauen ("Gott hat erst den Mann erschaffen und dann die Frau, das müssen sie endlich begreifen!") und Homosexuellen ließen sie oft kein gutes Haar.

Zu den Bands, die sich ganz offen zu den Poets als Inspirationsquelle berufen, gehören die Formationen der "Native Tongue"-Bewegung (De La Soul, A Tribe Called Quest, Jungle Brothers).

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