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Warum die Band den Namen The Irrepressibles (Die Unbezähmbaren) wählte, sollte jeder nachvollziehen können, der die zehnköpfige Truppe aus London schon live zu Gesicht bekam. Hier erblüht die gesamte Schaffenskraft des Kollektivs, die sich aus barock anmutenden Melodien, theatralischer Inszenierung und punktgenauer Choreographie zusammen setzt.
Der Einfachheit halber definiert die Gruppe zur Veröffentlichung des Debütalbums "Mirror Mirror" 2010 ihre Kunst gleich selbst: "Eine erhabene, surreale Sensation, eine übersprudelnde Explosion an Emotionen, ein fantastisch schwülstiger und heftiger Barock-Schock."
Die internationale Musikkritik sieht das ähnlich: Chefsongwriter, Sänger und Gitarrist Jamie McDermott vollbringt mit den Irrepressibles das Kunststück, hypnotischen Pop mit Kammermusik, Barock, Glam-Rock und Punk auf eigene, emotional überbordende Weise zu verbinden. Sein Konzept der Verschmelzung von Musik, Mode und Performance-Kunst erinnert entfernt an Laurie Anderson und Fischerspooner, McDermotts Stimme aber eher an ein Zwitterwesen aus Antony Hegarty und Joanna Newsom.
Seit seinem elften Lebensjahr spielt McDermott Klavier und studiert später Kunst, Musik und Schauspiel an der Uni seiner Heimat Scarborough, North Yorkshire. Bevor er The Impressibles gründet, nimmt er die zwei Soloalben "Newclear Skies" und "Nude" auf, die im Stile Jeff Buckleys vornehmlich akustischer Natur sind.
"Ich schrieb Songs auf der Akustikgitarre mit unglaublich karthatischem, forschendem Gesang und irgendwann wurde das so heftig, dass es nach einem größeren Umfang schrie. Ich hatte also die Wahl: Entweder stärker zu meinen Rock-Wurzeln zu gehen oder es mit klassischer Instrumentierung anzureichern", erinnert er sich an die Anfänge.
2002 sammelt McDermott erste Banderfahrungen, als er vier Gleichgesinnte an der Uni trifft. Diese versuchen an Cello, Geige, Klavier und Bass den Vorstellungen des Gitarristen McDermott zu folgen. Trotz ein paar nach Eigenaussage äußerst positiv aufgenommener Konzerte geht die Band bald wieder getrennter Wege.
In dieser Zeit interessiert sich der Amerikaner sehr für Musik-Projekte wie The KLF, die einen klaren Kunstanspruch erheben. Zudem betrachtet er gewissenhaft die neuen Castingformate von "American Idol" bis "Popstars" und staunt über deren professionelle Vermarktung.
Bald wagt McDermott einen neuen Anlauf. Er schart neun Musiker um sich, die sich an den Instrumenten Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass, Klavier, Flöte/Klarinette, Oboe, Englischhorn/Saxophon und Percussion austoben, während er sich wieder die Gitarre umschnallt.
Um die horrenden Studiokosten für das Debütalbum bezahlen zu können, ruft die Truppe 2008 zu Spenden auf. Sobald 10.000 Pfund (11.200 Euro) zusammen kämen, könne man loslegen, heißt es. Anfang 2009 erscheint immerhin eine 7-Song-CD/DVD "From The Circus To The Sea" als Soundtrack zum Film "The Forgotten Circus" der Filmemacherin Shelly Love, im Frühjahr 2010 dann schließlich das Debütalbum.
Das Ziel seines Musizierens definiert McDermott folgendermaßen: "Die Irrepressibles stehen nach meiner Ansicht für zwei Dinge: Ich wollte das Verliebtsein eines homosexuellen Mannes dergestalt umsetzen, dass sich auch heterosexuelle Menschen darin wiederfinden können (...) Auf der anderen Seite geht es um Schauspiel. Aber wir sind eher wie Kinder. Ich würde es hassen, auf einer ernsten Ebene zu spielen. Ich wollte etwas erschaffen, womit sowohl Kinder, Sozialhilfeempfänger als auch Musik-Nerds etwas anfangen können."
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