Porträt

laut.de-Biographie

The Fall Of Troy

Der Labeltext preist The Fall Of Troy als 'jünger, schneller, lauter und besser aussehend', als es die eigene Band jemals sein wird. Die Optik von Thomas Erak (Vocals, Gitarre), Tim Ward (Bass, Vocals) und Andrew Forsman (Drums) mag im jeweiligen Auge des Betrachters liegen – blutjung, irrwitzig schnell und ohrenbetäubend laut geben in jedem Fall geeignete Attribute für das Trio ab. Eine Formation, die an die Genremauer des Post-Hardcore stößt, sie einreißt und gar nicht wieder aufbaut. Dabei stand am Anfang simple Langeweile ...

Erak, Ward und Forsman verbringen die Jugend in der Einöde des Kleinstadtkaffs Mukilteo im Bundesstaat Washington, 30 Meilen entfernt von Seattle. Weil zu jung für den Barbesuch und zu alt für den Spielplatz, gründen sie eben eine Band: The Thirty Years War. Anfangs ist mit Mike Munro ein zweiter Gitarrist mit von der Partie. Nach den unter Eigenregie veröffentlichten Platten "Martyrs Among The Casualties" und "Live At The Paradox" (beide 2002) verlässt Munro die Gruppe, die sich daraufhin in The Fall Of Troy umbenennt.

Eine zeitlang erweitert Keyboarder Jesse die Besetzung, bald schrumpft die Band aber wieder auf drei Köpfe - was den Vorteil mit sich bringt, mit einer einheitlichen musikalischen Vision ins Studio gehen zu können. Über das Kleinlabel Lujo Records veröffentlichen The Fall Of Troy im November 2003 – gerade einmal 16 Jahre alt - das selbstbetitelte erste Album unter dem neuen Namen. Wegen der schlechten Aufnahmequalität werden vier Stücke später für den Nachfolger neu bearbeitet ("I Just Got This Symphony Going", "F.C.P.S.I.T.S.G.E.P.G.E.P.G.E.P.", "Mouths Like Sidewinder Missiles", "Whacko Jacko Steals The Elephant Man's Bones").

Vorher stellt die Band aber in ganz Kalifornien und im Nordwesten der USA ihre Livequalitäten unter Beweis. Was von einer The Fall Of Troy-Show erwartet werden darf, beschreibt ein grinsender Erak folgendermaßen: "Wenn du es langsam magst, geh und kauf' dir die Platte." Während der Tournee erscheint die "Ghostship Demo"-EP, die das stetig wachsene Spielvermögen demonstriert. Gleichzeitig steigt auch die Unzufriedenheit mit der ersten Scheibe. Weil der Dreier ohnehin eine bessere Verbreitung seiner Musik anstrebt, unterschreiben sie im Januar 2005 bei Equal Vision.

Kaum ist die Tinte getrocknet, entern The Fall Of Troy das Studio, um sich an die Arbeiten zu "Doppelgänger" zu machen. Für die Aufnahmen gewinnen sie den Nirvana- und Foo Fighters-Produzenten Barrett Jones, und im Hochsommer desselben Jahres steht die zweite Langspielplatte im Laden. So zahlreich die musikalischen Einflüsse – die Band begeistert sich sowohl für Prog, Punk und Metal, als auch Hip Hop, Jazz und Pop – so abwechslungsreich auch der fordernde Sound auf "Doppelgänger".

Der Gesang pendelt zwischen martialischen Schreien und an Coheed And Cambria gemahnende Harmonien, das hakenschlagende Gitarrenspiel Eraks webt einen Druckteppich so dicht wie mindestens drei Sechssaiter, während Schlagzeuger Forsman mit völlig aus dem Ruder laufenden Drumkaskaden Schuld daran trägt, dass man beim Hören der Scheibe das Luftholen glatt vergessen kann. Die Brachialität der Blood Brothers trifft die Breaklastigkeit At The Drive-Ins trifft die Experimentierfreude The Mars Voltas – und die Ohren bluten.

Etwas mehr als anderthalb Jahre später erscheint wiederum bei Equal Vision das Drittwerk. "Manipulator" setzt ziemlich genau da an, wo "Doppelgänger" aufgehört hatte. Dass es die Band zu diesem Zeitpunkt schon zu einigem Erfolg gebracht hat, zeigt allein die Tatsache, dass die New Metal-Heroen Deftones die Washingtoner ins Vorprogramm für die großangelegte US-Tour bitten. Jung, sexy, erfolgreich - The Fall Of Troy schlafen des Nächtens bestimmt sehr gut.

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