Porträt

laut.de-Biographie

Terry Lynn

"Mein Ziel ist es, meine gegenwärtige Umwelt zu transzendieren und voranzubringen." Als jüngstes von neun Kindern hat Terry Lynn von ihren ersten Lebensjahren an viel zu beobachten. Ihr unmittelbares familiäres Umfeld ebenso wie ihr soziales Umfeld in Olympic Gardens, einer verarmten Gegend in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, wirken schon bald künstlerisch auf sie ein.

Dort wächst Terry als Tomboy heran. Früh übt sie sich im Wettbewerb mit befreundeten Jungs, sei es auf dem Skateboard, sei es in Sachen Rhymes. Auf Kingstons Märkten gibt sich der Teenager angriffsfreudig: Passanten bleiben stehen, wenn Lynn tiefgründige, aggressive Zeilen über die sozialen Missstände, Kriminalität und die persönlichen Herausforderungen in der umgebenden Stadt spittet.

Der dominierende Sunshine-Reggae vieler Landsleute reizt die aktivistisch geprägte Jamaikanerin hingegen nicht zu Nachahmung an. Als der Drang größer wird, sich künstlerisch über ihr direktes Milieu hinaus zu erweitern, verweigert sich Terry zunächst der lokalen Logik, möglichst viel Material in möglichst kurzer Zeit auf den Markt zu werfen.

Stattdessen schließt sie sich mit Producer Phred vom Indielabel Phree Music zusammen, um mit ausreichend Zeit nicht nur Tracks, sondern ganze Geschichten auszuarbeiten. So entstehen lyrische Schnappschüsse von Lebenserfahrungen, die so gar nicht den typischen Positivity-Messages des Reggae entsprechen.

Das resultierende Debütalbum "Kingstonlogic 2.0" fährt nach einigen Verzögerungen 2008 endlich die Ernte für die Geduld und Mühen des Teams ein: Weltweit wird die Premiere sowohl für den clubtauglichen Electro/Dancehall-Mix (speziell der grimy Titeltrack macht Schlagzeilen) als auch für die sozialkritischen Texte gelobt. Im Sound finden sich außerdem gleichermaßen Respektbekundungen für Daft Punk und M.I.A. wie auch Polizeisirenen und Pistolenschüsse.

Ausgiebige Tourneen, Festivals und Eröffnungsslots für Santigold und Bewunderer Tricky folgen. Die Erfahrungen aus dem Alltag eines aufstrebenden Underground-Popstars verarbeitet Terry 2012 für den "Kingstonlogic 2.0"-Nachfolger. Auch der steht weiter unter einem übergeordneten Leitmotiv: Den Leuten Reggae nicht als eskapistisch zu präsentieren, sondern als sozialkritischen Weckruf im Sinne des frühen U.S.-Raps.

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