Porträt

laut.de-Biographie

Spock's Beard

Was macht eine Band, wenn ihre unbestrittene Frontfigur einen Abgang macht? Entweder löst sie sich auf oder findet einen Ersatz. In seltenen Fällen sucht sie eine Lösung aus den eigenen Reihen. Wie etwa Genesis 1975, als Schlagzeuger Phil Collins die Position von Sänger Peter Gabriel übernimmt. Oder, 2002, Spock's Beard.

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Doch drehen wir zurück auf Anfang. Die Gründung der Band erfolgt 1992, als sich die Geschwister Neal (Keyboard, Gesang) und Alan Morse (Gitarre) mit dem Schlagzeuger Nick D'Virgilio zusammen tun. Der kuriose Name, der sich auf eine berühmte Star Trek-Figur bezieht, entstammt einer Konversation zwischen den Brüdern. "Alles ist so komisch heute Abend, es ist so, als wären wir in einem parallelen Universum. Es ist so, als hätte Spock einen Bart", soll Alan zu Neal gesagt haben. Star Trek-Fans erinnern sich sicherlich an die Parallelwelt-Folge.

Selbstfinanzierte Aufnahmen erwecken die Aufmerksamkeit des Bassisten Dave Meros, der 1993 an Bord kommt. Spock's Beards Debüt "Light" erscheint zwei Jahre später, bestehend aus vier langen Stücken, die der Progressive Rock-Band erste Aufmerksamkeit bescheren. Als kurz darauf der Keyboarder Ryo Okumoto hinzu stößt, ist das Line-up komplett. Schon mit ihrem Debüt erobern sie sich vor allem in Europa eine treue Hörerschaft, jedoch dauert es noch, bis sie sich in diesen Breitengraden auch blicken lassen.

Mit dem zweiten Album "Beware Of Darkness" (1996) schaffen sie den Sprung über die europäischen Grenzen hinaus. Dass sie in alle Richtungen offen sind zeigt nicht nur das gleichnamige George Harrison-Cover, sondern auch D'Virgilio, der im selben Jahr mit Tears For Fears als Livedrummer auf Tour geht.

Die folgenden Jahre sind von frenetischer Aktivität geprägt. 1998 erscheinen zwei mehr oder minder offizielle Live-Scheiben namens "Rarities" und "The Beard Is Out There", in England auch ein Album namens "The Kindness Of Strangers". 1999 folgt mit "Day For Night" ein weiteres Studioalbum. Frontmann Neal Morse veröffentlicht nebenbei sein erstes Soloalbum und gründet mit Mike Portnoy (Schlagzeug), Pete Trevawas (Bass) und Roine Stolt (Gitarre) Transatlantic.

2000 erscheint nebem dem Studioalbum "V" auch eine weitere Livescheibe mit dem Titel "Don't Try This At Home" . Genau wie "All On A Sunday" (2001) gibt es die Scheibe nur über ihre Homepage oder auf Konzerten zu kaufen.

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2002 kommt Spock's Beard bis dahin anspruchsvollstes Werk "Snow" auf den Markt, ein Konzeptalbum, das von einem Albino handelt, der möglicherweise der Messias ist.

Vollkommen überraschend verlässt Neal Morse die Band auf dem kreativen Höhepunkt, da ihm Gott nach eigenen Angaben deutlich zu verstehen gegeben hat, dass sein Weg von nun an Solo sein soll.

Die übrigen vier entscheiden, seine Stelle aus ihren Reihen zu besetzen und stellen Nick D'Virgilio ans Mikrofon. Seinen Einstand als Sänger liefert der Drummer auf "Feel Euphoria" (2003), wo er natürlich ebenfalls sein Stamminstrument einspielt.

Neben weiteren Studio- und Liveplatten beginnt sich ab der zweiten Hälfte der Dekade das Personalkarussell zu drehen. Bei Liveauftritten stößt unter anderen Drummer Nick Keegan hinzu, nach dem Album "X" (2010) und der dazugehörigen Tour gibt Sänger/Schlagzeuger Nick D'Virgilio im November 2011 überraschend bekannt, die Band zugunsten des Cirque du Soleils zu verlassen.

Während sich die restlichen Mitglieder Alan Morse, Dave Meros, Ryo Okumoto um den neuen Frontman Ted Leonard (Ex-Enchant) neu formieren und Keegan als offizielles Mitglied in ihre Reihen aufnehmen, zeugt die Doppel-CD "The X Tour" im Februar 2012 von der Livekraft des verflossenen Lineups.

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Mit Leonard veröffentlicht die Band 2013 "Brief Nocturnes And Dreamless Sleep" und 2015 "The Oblivion Particle", die ihren Reiz aus externen Songwriting-Beiträgen von Neal Morse und vor allem John Boegehold ziehen.

Nach dem Split mit Neal nähern sich die Parteien über die Jahre an und gastieren wechselseitig auf einigen Platten ("Testimony 2" und "Brief Nocturnes And Dreamless Sleep"). 2016 kommt es zur live-Reunion auf dem Morsefest und dem Night Of The Prog-Festival. Die Band gibt "Snow" komplett zum besten, was zur Zeit der Veröffentlichung 2001 am Ausstieg von Neal Morse scheiterte. Die Nachlese weiß restlos zu überzeugen.

Für die kommende Studioplatte nimmt auf dem Schlagzeughocker, der nach Keegans Ausstieg vakant war, ein alter Bekannter Platz. Nick D'Virgilio stößt wieder zur Band und arbeitet am neuen Album.

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Spock's Beard - Snow - Live: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2017 Snow - Live

Kritik von Yan Vogel

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