Porträt

laut.de-Biographie

Smif'N'Wessun

Wir schreiben das Jahr 1995. New York brennt. Gerade hat der Wu-Tang Clan seine "36 Chambers" geöffnet, und Notorious B.I.G. läutet mit seinem Debüt "Ready To Die" eine neue Ära im Rap-Genre ein. Vielen Rapfans wird diese Zeit für immer als die beste überhaupt in Erinnerung bleiben. In dieser für den zukünftigen Hip Hop bahnbrechenden Zeit geht jedoch ein Debütalbum, das perfekt in diese Tage passt, unter: Smif'N'Wessuns "Dah Shinin'".

Pete Rock & Smif-N-Wessun - Monumental Aktuelles Album
Pete Rock & Smif-N-Wessun Monumental
Diese Hip Hop-Platte meißelt ein Lächeln ins Gesicht.

1993 treffen die beiden Rapper Tek und Steele aufeinander. Beide kommen aus Brooklyn. Beide hat die Straße geprägt. Genau wie die anderen Jungs aus ihrem Umfeld: Ruck aka Sean Price und Rock, später als Heltah Skeltah bekannt, Rapper Buckshot, der mit 5ft und Evil Dee (Da Beatminerz) das Trio Black Moon bildet, sowie Starang Wondah, Top Dog und Louieville Sluggah (zusammen als Originoo Gunn Clappaz tätig). Gemeinsam formen sie das Brooklyn-Kollektiv Boot Camp Clik, das als künstlerische Sammelbecken des Labels Duck Down agiert und mit "For The People" 1997 in der Szene seinen gefeierten Einstand gibt. Jahre später tauchen Tek & Steele auch auf den Boot Camp Clik-Alben "The Chosen Few", sowie "The Last Stand" auf. Der Wohnort Brooklyn, im Boot Camp Clik-Jargon besser unter Bucktown bekannt, spendet die raue Identität der Rapper und schneidert der Posse einen düsteren, Bass-lastigen Sound auf den Leib.

Ihren ersten Auftritt haben Tek & Steele 1993 auf dem ersten Release der Bucktown-Clique: Black Moons "Enta Da Stage". 1994 folgt die Single "Bucktown b/w Let's Git It On" und schließlich ein Jahr später das Debüt "Dah Shinin'". Die Die Hard-Fans sind gewonnen, doch Underground-Attitüde hin oder her, das Duo bekommt Probleme mit den Großen der Industrie. Doch sind es diesmal nicht die Majors, die auf die Kreativität der Rapper einwirken, sondern ein amerikanischer Handfeuerwaffenhersteller: Smith & Wesson. Das Multimillionendollar-Unternehmen hat ein Problem mit dem Namen der Band. Es folgt ein dreijähriger Rechtsstreit mit der Folge, dass Tek und Steele ihren Namen 1998 in Cocoa Brovaz ändern. Im gleichen Jahr folgt das Zweitwerk "The Rude Awakening" - im kompromisslosen Sound hat sich trotz Namensänderung nichts geändert.

An der Arbeitsmoral jedoch schon. Die folgenden sechs Jahre verstreichen ohne Album-Veröffentlichung, trotz einiger erstklassiger Singles. Allen voran der Remix-Kollaboration "I Love You" mit Mary J. Blige, auf der Marys bittersüßer Chorus und Tek & Steeles Hardcore-Raps symbiotisch die Herzen der Hip Hop-Heads bezirzen. Die Single zeigt, wieso Mary J. Blige zu Recht als wahre Queen of Hip Hop/Soul gilt.

Aktuelles Interview
Smif-N-Wessun "Hip Hop ist nicht nur Bling Bling und ne fette Karre"
Steele über Rap-Mainstream, Amy Winehouse und den zähen Streit mit einem Waffenhersteller.

2004 erfreuen sich die treu gebliebenen Fans über die Best Of-Sammlung "Still Shinin'", die mit alten Stücken, Remixen und exklusiven Freestyles der Jungs aufwartet. Im folgenden Jahr profitieren Smif'N'Wessun von der Triple Threat-Kampagne ihres Labels Duck Down und schmeißen nach Sean Prizes "Monkey Barz" und Buckshot & 9th Wonders "Chemistry" den dritten Teil der Serie auf den Markt. Qualitativ können sie zwar mit den anderen Duck Down-Veröffentlichungen nicht ganz mithalten, aber dem Geist der Neunziger frönen sie trotz alledem im höchsten Maße auf "Reloaded".

Fraglich bleibt nur, wieso Tek & Steele wieder unverdrossen unter dem Namen Smif'N'Wessun veröffentlichen. Die Firma scheint mit dem Wechsel der amerikanischen Polizei von Revolvern zu semiautomatische Waffen Probleme genug zu haben.

Anlässlich der Veröffentlichung von "Monumental" (2011) unter dem alten Namen berichtet Steele, der drei Jahre währende Streit sei irgendwie im Sande verlaufen: "Zeiten ändern sich, Gesetze ändern sich." Fans waren sich ohnehin schon immer darüber einig, dass der Name des Handfeuerwaffenherstellers perfekt zu dem Duo passe.

Interviews

Alben

Pete Rock & Smif-N-Wessun - Monumental: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2011 Monumental

Kritik von Alexander Austel

Diese Hip Hop-Platte meißelt ein Lächeln ins Gesicht. (0 Kommentare)

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Let's Git It On
Bucktown
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