Porträt

laut.de-Biographie

Sleepmakeswaves

Ob es den Jungs von Sleepmakeswaves peinlich ist, dass sie ihren ersten großen Erfolg unter anderem dem Teenie-Streifen "Twilight" zu verdanken haben? Nun, sie können ja auch nichts dafür. Jemand stellt ein Fan-Video über die Backfisch-Vampir-Schmonzette auf Youtube, packt ihren Song "One Day You Will Teach Me To Let Go Of My Fears" drunter und zack! schon gehts ab. Das Video wird innerhalb kürzester Zeit 200.000 mal geklickt. Nicht viel? Für eine unbekannte Band aus Sydney schon. Plötzlich werden sie in einem Atemzug mit Mogwai genannt.

Sleepmakeswaves - Made Of Breath Only
Sleepmakeswaves Made Of Breath Only
Von der Ruhe-Illusion zum klanglichen Tsunami.
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2006, zwei Jahre vor dem Twilight-Video, gründen Alex Wilson, Tom Binetter, Jonathan Khor und William Smith die Band. Sie bringen eine Demo-Platte raus und fangen an Konzerte zu geben. 2008 veröffentlichen sie ihre erste EP. "In Today, Already Walks Tomorrow" schafft ihnen eine kleine aber feine internationale Fan-Base. Das Twilight-Video hilft da sicherlich kräftig mit. Noch im selber Jahr steigt Tom Binetter aus, er will Anwalt werden. Otto Wicks-Green ersetzt ihn.

In der neuen Besetztung nehmen sie ihr erstes Album auf, dass 2011 erscheint. "...And So We Destroyed Everything" ist ihr endgültiger Durchbruch in Australien. Sie touren und begleiten Postrock-Bands wie Russian Circles, Mono oder Boris auf ihren Tourneen durch das Land. Mitten in dieser aufregenden Zeit verlässt Drummer William Smith die Band. Tim Adderly kommt von einer befreundeten Band als Ersatz.

Während sie noch in dieser Besetzung zusammen mit Karnivool in Australien und 65daysofstatic durch Europa touren, wird ihr Debüt für den ARIA Award, dem australischen Grammy, nominiert. Mit 65daysofstatic verbindet sie eine enge Freundschaft, die Jungs nehmen Sleepmakeswaves immer wieder auf weitere Europa- und Australientouren mit. 2014 erscheint ihr zweites Album "Love Of Cartography", dass sie per Crowdfunding finanzieren.

Wie bei den meisten Postrock-Bands steht die Laut-Leise-Dynamik im Vordergrund. Während sie am Anfang ihrer Bandgeschichte noch sehr brachial unterwegs waren, wird es im zweiten Album vielschichtiger, elektronische Spielereien werden wichtiger, die Gitarren dürfen jetzt auch mal clean sein. Dennoch zählen sie selbst eher härtere Postrock Bands wie die Russian Circles oder And So I Watch You From Afar zu ihren Einflüssen. Karnivool und 65daysofstatic dürfen in dieser Reihe sicherlich auch nicht fehlen. Sleepmakeswaves nennen ihren Stil schlicht: "Crescendo-Core".

In diese Kategorie lässt sich auch das dritte Album "Made Of Breath Only" einordnen, mit dem Sleepmakeswaves ihren bisherigen Output krönen. "Es ist wütender, trauriger und heavier", meint Alex Wilson. Zur Belohnung gehts mit Devin Townsend auf Tour, was ihre Stellung innerhalb des Post-/Prog-Kosmos weiter festigt.

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1 Kommentar

  • Vor 2 Jahren

    vorhin live gesehen :) sympathischste leute vonne welt, auch allesamt bisle sentimental, weil letztes konzert der tour, dementsprechend wirklich bewegend die ansagen zwischendurch. mein eindruck: einige songs scheinen echt nur bedingt live-tauglich, auch wenn sie auf dem entsprechenden album mitreißen. andere songs, von denen manche auf dem emtsprechenden album von mir eher als mittelmäßig empfunden werden, brennen live aber alles ab!!!
    der band sei allerdings geraten, die passagen zwischen den höhepunkten, die im album atmosphäre schaffen und spannung aufbauen, live besser umzusetzen und weniger auf laut und krachig zu machen. und ich fands bisle anstrengend, dass der eine der gitarristen so übertrieben am posen war, wohl mit der absicht, auch wirklich jeden zu unterhalten, auch die mitgeschleppte freundin oder den nüchternen reporter. da war mir der andere lieber, der konzentriert am shoegazen und spielen war ^^ insgesamt muss ich aber sagen: musikalisch eine der originellsten und für mich besten post-rock-bands heutzutage und unglaublich nette leue (konnte mit dem "poser" noch nach dem konzert reden), live allerdings mit schwächen, die nicht nur in der darbietung, sondern auch im songwriting zu stecken scheinen.