Porträt

laut.de-Biographie

Shareholder Tom

Beruf: Kommunikationsberater, Verleger.
Berufung: Musiker, Musikproduzent. Dürre Worte, mit denen Thomas Berghaus gegenüber tighten-up-cologne.de sein üppig wucherndes Schaffen zu umreißen versucht.

Shareholder Tom - 45 Minutes Out Of 25 Years
Shareholder Tom 45 Minutes Out Of 25 Years
An Harmonie und Grazie kaum zu überbieten.
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Tatsächlich bekommt man es mit dem Kölner Jahrgang 1971 mit einem Multiinstrumentalisten, Produzenten, Verleger, Redakteur, Radio-Moderator und -DJ, Werbe-Fuzzi und nicht zuletzt mit einem engagierten Musikliebhaber zu tun.

Sein älterer Bruder, in der New Wave- und Punk-Szene unterwegs, weckt Berghaus' Interesse an Musik bereits Anfang der 80er. Schlagzeug-Unterricht mit zwölf, die Songs der Sex Pistols auf der Gitarre nachgeschrappt ... Die Saat für eine lebenslang währende Leidenschaft ist gelegt.

Ende der 80er entdeckt Thomas Berghaus sein Faible für schwarze Musik im Allgemeinen und den Soul im Besonderen. Nicht gerade eine solide Einkommensbasis:

"Als Musiker musste ich mich bereits als junger Mann mit Anfang 20 damit abfinden, dass bei meinem Musikgeschmack das große Geld nicht zu machen sein wird. Zumindest nicht ohne Verrat an mir selber. Dennoch weigere ich mich heute, meine Musik als 'Hobby' zu bezeichnen. 'Hobby-Musiker' spielen in Top-40-Cover-Bands oder auf Feuerwehrfesten."

Um Geld zu verdienen, verlegt sich Berghaus auf Werbung und Kommunikationsberatung, nachdem der Versuch, sich mit einem Tonstudio über Wasser zu halten, gescheitert war. Die Musik bleibt jedoch ein wichtiges Standbein.

Im eigenen Verlag veröffentlicht Berghaus Bücher zum Thema. Bei soulsender.de moderiert und produziert er regelmäßige Sendungen. Als Herausgeber und Chefredakteur bringt er das Magazin uptown strut unters Volk. "Ich fand die Idee reizvoll, ein Magazin zu machen, das in Plattenläden ausliegt. Druckerschwärze und Vinyl, das passt gut zusammen."

Aktuelle Entwicklungen beeinflussen das eigene musikalische Schaffen: "Ich war zwölf Jahre völlig weg vom Geschehen", kommentiert er auf tighten-up-cologne.de. "Nun sah ich, wie Daptone einen Sound machte, den ich bereits 1988 gehört hatte ... Alles klang wieder sehr, sehr 60s/70s. So sehr mir diese Sachen auch gefallen, mir war das zu langweilig."

Zusammen mit dem New Yorker Sänger Gary Harrison hebt er das Projekt Family Vision Care aus der Taufe. "Die Idee von Family Vision Care 2008 war es, die Liebe zu altem Soul und Funk eher textlich und verbal umzusetzen, musikalisch aber aus dem Fundus der kompletten vergangenen 40 Jahre zu schöpfen. Ziel war es vor allem 'zeitlos' zu klingen."

Mission erfüllt. Auch, wenn das gemeinsame Album "Careful" eher im Ausland Anerkennung findet, lobt doch die Süddeutsche Zeitung, Berghaus sei gelungen, die "Leidenschaft der Sweet Soul Music in die Jetztzeit" zu transportieren.

Doch Berghaus wird der Rahmen schon wieder zu eng: "Ich möchte mich nicht mehr auf eine/n Sänger/in festlegen, sondern mit ganz unterschiedlichen Menschen völlig verschiedene Dinge machen." Die beinahe logische Konsequenz: Shareholder Tom.

Im Rahmen dieses Vorhabens arbeitet Berghaus mit unterschiedlichen Vokalisten zusammen. Gleich mehrere Tracks des Debüts "Emotional Value" entstehen in Kooperation mit der aus Eritrea stammenden und bei München lebenden Sängerin Fijori. Daneben kommen Jazz-Lady Alison Degbe, Soul-Sängerin J-bee und der Londoner Rapper Travis Blaque zu Wort.

Im Mai 2014 erscheint mit "Im Garten Des Alltäglichen" das vierte Shareholder Tom-Album, auf dem er sich erstmals von seinen Wurzeln entfernt und sich als deutscher Singer/Songwriter zwischen Funny Van Dannen und Peter Licht versucht.

Davon abgesehen bleiben Soul, Funk und Jazz die Basis für Berghaus' Tracks. Beimengung von Reggae, Afro-Beat, Hip Hop und Indie-Pop lotet Genregrenzen aus und überwindet sie. Alle Möglichkeiten nutzen, so lautet Berghaus' Credo. Das manifestiert sich in seinem allerersten deutschsprachigen Song: "Wer all die Chancen verschenkt, wird nie wirklich zufrieden sein."

Alben

Videos

Send My Tears feat. Alison Degbe

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