Porträt

laut.de-Biographie

Peter Licht

"Sonnendeck" ist im Sommer 2000 ein gefeiertes Stück. "Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck oder im Solarium", bohrte es sich in die Gehörgänge. Damals noch als Meinrad Jungblut, ein Jahr später findet sein herrlich verschwirbeltes Elektro-Pop-Projekt nun endlich seine Fortsetzung - jetzt als Peter Licht.

PeterLicht: Eigenes Festival startet in München
PeterLicht Eigenes Festival startet in München
Am heutigen Samstag startet in den Münchner Kammerspielen das "Festival vom unsichtbaren Menschen", ein sechswöchiges Festival des Kölner Indiepop-Künstlers PeterLicht.
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Um seinen Namen macht er gerne einen größeren Hokuspokus. Interviews gibt er eigentlich nicht, seine Namen wechselt er ständig und abbilden lässt er sich schon gar nicht. Peter Licht stammt aus schwäbischen Landen und wohnt in Köln. "Ich mache Töne, wie das alles zu verstehen ist, da will ich eigentlich gar nichts sagen", meint er zu seiner Musik.

"6 Lieder", hieß die EP, die beim feinen, kleinen Label Betrug herauskam und die Welt veränderte. Zu großer Berühmtheit gelangte "Sonnendeck" auch, weil es damals auf der Spex-Beilagen-CD war. Irgendwie erinnerten die Stücke an Andreas Dorau, doch so richtig beschreiben lassen sich die aberwitzigen Deutschpop-Songs ohnehin nicht. Wer braucht Sinn, wenn der "Parkplatz am Fuße der’n Gong Berge" besungen wird?

Auf seiner Maxi-CD "Lieder" firmiert das Ganze nun als Jungblutpeterlicht – weil sein Promoteam "viel mit Trendforschung" macht, wie der Künstler, welchen bürgerlichen Namens auch immer, verrät. "Meide die Popkultur, dann geht es dir besser", trägt man uns da auf. Die Platte ist eine Zusammenstellung ohne erkennbare Grundlogik, einfach der Ausdruck von Peter Lichts ganz persönlicher Popwelt.

LoFi ist für seine Sachen auch bereits viel zu abgegriffen, dass es noch etwas beschreiben könnte. Schon gar nicht Songs, wie eben beispielsweise das "Lied gegen die Schwerkraft" – mit einem Diktiergerät etwas älteren Datums eingesungen. Im Video zu "Sonnendeck" dürfen wir einen fliegenden Bürostuhl auf großer Reise bewundern, der zeitweilig von einer Topfpflanze verfolgt wird. Aber keine Angst, es passiert ihm nichts.

Im Jahr 2003 erscheint das Album "Stratosphärenlieder". Der Kölner Künstler verfeinert hier seinen Stil, der in den 2006 veröffentlichten "Lieder Vom Ende Des Kapitalismus" neue Höhepunkte erreicht. Bissig-nachdenklich, aber von den bekannt-leichthändigen Melodien unterlegt, skizziert er treffend die Situation Deutschlands in einer Ära des Umbruchs.

Mit "Wir Werden Siegen! Buch Vom Ende Des Kapitalismus" stellt PeterLicht als Begleitung zur aktuellen CD in gebundener Form ergänzende Texte und Materialien vor. Der gepflegten Öffentlichkeitsscheu fügt Licht bei einem im Mai absolvierten Auftritt in der "Harald Schmidt Show" ein weiteres Kapitel hinzu: Die Kamera zeigt nie das Gesicht des Sängers.

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2007 erntet PeterLicht auch Anerkennung von seiten der offiziellen Hochkultur: Beim Klagenfurter Ingeborg Bachmann-Wettbewerb erreicht er einen dritten Platz, außerdem gewinnt sein überaus unterhaltsamer Text "Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends" den Publikumspreis.

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Alben

  • Offizielle Homepage

    Himmelblau gehaltene Wonne.

    http://www.peterlicht.de
  • Bachmannpreis

    Beim ORF ist der Text nachzulesen, mit der PeterLicht in Klagenfurt antrat - eine äußerst unterhaltsame Lektüre.

    http://bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis/texte/stories/200772/

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