Porträt

laut.de-Biographie

Peter Licht

PeterLicht ist und bleibt für das Gros der Indiepop-Connaisseurs dieses Landes auf dem Sonnendeck. Die entspannte elektroakustische Sommerflirrerei seiner Debütsingle hallt sehr lange nach - und hat längst Chartsretrospektivshows hiesiger Privatsender erreicht. "Ich mag dieses Lied bis heute gern singen", gibt der Kölner dennoch zu Protokoll.

PeterLicht: Eigenes Festival startet in München
PeterLicht Eigenes Festival startet in München
Am heutigen Samstag startet in den Münchner Kammerspielen das "Festival vom unsichtbaren Menschen", ein sechswöchiges Festival des Kölner Indiepop-Künstlers PeterLicht.
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Dabei müsste ihm mittlerweile zum Ohr raushängen, von Gelegenheitshörern auf diesen einen Song reduziert zu werden. Schließlich veröffentlicht der Mann, der die ersten sechs Jahre seiner 2000 beginnenden Karriere anonym bleibt, seither im Zwei- bis Dreijahresabstand Platten. Und die übersteigen das Easy Listening-Moment des "Sonnendeck" bei weitem.

So wendet sich PeterLicht im Zuge seines 2006er-Albums "Lieder Vom Ende Des Kapitalismus" (Motor Music) vom dadaistischen Moment früherer Releases ab und dem utopischen Gesellschaftsspiegel zu. Ohne in akute Gesellschafts- oder Kulturkritik zu verfallen, hantiert er in seinen Liedern geschickt mit den Phänomenen unserer Zeit.

Ob er die durchökonomisierte Idee des Relaxens in "Wettentspannen" persifliert oder in "Stilberatung" eine Hypersexualisierung der Menschen ins Absurde führt - stets versteht er es, mit viel Humor und Augenzwinkern eine emotionalen Brücke zu den jeweiligen Themen zu schlagen.

Peter Licht - Lob Der Realität
Peter Licht Lob Der Realität
Schwerkraft. Hysterie. Kapitalismus. Heiterkeit. Systemanalyse.
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Auch musikalisch erweitert er seit den mittleren 2000ern das Klangbild. Vorher eher ein Ein-Mann-Act und LoFi, zitiert er nun in Breitband einen Wave- oder Hamburger Schule-Sound. Mit der Band als Unterstützung tourt PeterLicht fortan die Länder. Nichtsdestotrotz verbirgt er sein Gesicht auf Pressefotos weiterhin hinter den komischsten Gegenständen. Restanonymität ist Trumpf.

Anlässlich späterer Veröffentlichungen investiert sich der Rheinländer auch in weitere Kulturspielarten. So erscheinen begleitend zur Musik immer häufiger literarische Ergänzungen in Form von Zeichnungen, Kurzgeschichten und absurden wie enthüllenden Dialogen.

Beim Klagenfurter Ingeborg Bachmann-Wettbewerb erreicht er 2007 einen dritten Platz, außerdem gewinnt sein Text "Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends" den Publikumspreis. Darüber hinaus bringt PeterLicht als Regisseur und Autor diverse Theaterstücke auf die Bühne (u.a. "Räume räumen", 2009, "Das Sausen der Welt", 2013).

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