Porträt

laut.de-Biographie

Pro Pain

Bevor Gary Meskil - seines Zeichens Sänger, Songwriter, Bassist und absoluter Häuptling in Personalunion - 1992 Pro Pain ins Rennen schickt, ist der Mann schon fast zehn Jahren mit der Hardcore-Legende Crumbsuckers unterwegs. Mit denen bringt er es als Bassist zu zwei Alben ("Life Of Dreams", 1986 und "Beast On My Back", 1988), bevor die Band sich auflöst und Gary zusammen mit Drummer Dan Richardson den Schmerz befürwortet.

"Foul Taste Of Freedom", mit Gitarrist Tom Klimchuck als Trio eingespielt, ist ein verdammt starkes Debüt der jungen Combo. Gary, der sich inzwischen auch das Mikro geschnappt hat, macht dahinter eine recht gute Figur. Eigentlich sollte ja M.O.D.-Brüllwürfel Billy Milano den Gesang übernehmen, doch das klappt irgendwie nicht so recht.

Die Mischung aus Hardcore und Metal ist nicht zuletzt dank Biohazard zu dieser Zeit recht angesagt. So verkauft sich die Scheibe in kurzer Zeit stolze 175.000 mal weltweit. Die Tatsache, dass die Band sich nicht scheut, auch mit Trompeten zu arbeiten, erweist sich als dem Erfolg erstaunlicherweise nur zuträglich. Live bieten Pro Pain eine Kostprobe ihrer Musik zusammen mit Body Count.

Bei den Aufnahmen zu "The Truth Hurts" folgt ein Problem dem anderen; man kommt weder anständig zu Potte, noch ist man im Nachhinein sonderlich mit den Resultaten zufrieden. Die beiden Gitarristen Nick St. Denis und Mike Hollman (Ex-Possessed) lassen die Band an Stelle von Klimchuck zum Quartett anwachsen und sorgen damit für einen weiteren Schritt in Richtung Metal.

Einer der Hauptkritikpunkte an der neuen Scheibe ist Garys Gesang, der mit dem vom Debüt nicht mehr viel gemein hat. Das Positive daran ist aber, dass Pro Pain von da ab alles selbst in die Hand nehmen. Management, Produktion, Booking, alles wird von Gary und seinen Mannen persönlich verwaltet.

A propos Mannen, nach "The Truth Hurts" greifen Rob Moschetti (Ex-M.O.D.) und der zurück gekehrte Tom Klimchuck in die Saiten. Sowohl Nick als auch Mike machen sich nach einer Europa-Tour 1994 mit den Spudmonsters und Life Of Agony vom Acker.

"Contents Under Pressure" ist Dans letztes Album. Er verabschiedet sich - laut Gerüchten mit der Bandkasse - in Richtung Life Of Agony. Dort bleibt aber auch nicht lange, sondern gründet lieber Stereomud.

Über den Titel "Contents Under Presssure" sollte sich kaum jemand wundern. Es dürfte auch keinem verborgen geblieben sein, dass Gary stinksauer ist, denn so gnadenlos, wie er mit den Leuten textlich abrechnet, die ihm in letzter Zeit auf den Sack gegangen sind, verfährt er seitdem selten. Die Platte profitiert von dieser Aggression ganz eindeutig und macht den Patzer von "The Truth Hurts" wieder wett.

An den Drums sitzt derweil Dave Chavarri, der später mit Ill Nino seine eigene Truppe am Start hat und kurzfristig auch bei Soulfly Station macht.

Das selbstbetitelte "Pro Pain"-Album bestätigt den positiven Eindruck nachdrücklich, zeigt Gary aber wieder kritikfreudiger an der Gesellschaft und lässt durch den Einsatz von Keyboards (unter anderem bei "Don't Kill Youself To Live") aufhorchen. Auf dieser Scheibe ist Dave Chavarri noch an den Drums zu hören. Es zeichent sich aber ab, dass der Dicke nicht mehr lange dabei bleibt.

Dass Pro Pain in Deutschland unter anderem mit den Böhsen Onkelz touren, steigert ihren Bekanntheitsgrad um Einiges. Allerdings sind sie zuvor schon mit GurD und Pissing Razors unterwegs.

Auf den folgenden Scheiben "Act Of God" und "Round 6" ändert sich bis auf das Line-Up nicht wirklich viel. Mal mit Bläsern, mal mit Keys, mal mit klarer Stimme: Pro Pain haben ihren Sound gefunden und verändern ihn nur noch um Nuancen.

2001 kommt endlich eine Live-Scheibe heraus, deren Titel "Road Rage" eigentlich schon Programm verrät. Im selben Jahr erscheint "Raw Video", das denjenigen, die das inzwischen nach Florida übergesiedelte Quartett aus NYC bisher nicht live gesehen haben, klar macht, dass sie dieses schleunigst nachzuholen haben. 2002 folgt mit "Shreds Of Dignity" das siebte Studio-Album und geht mit einigen Up-Tempo-Rockern noch einen Schritt weiter back to the roots.

Die tiefsten Wurzeln überhaupt gräbt das Quartett jedoch 2003 mit "Run For Cover" aus. Hierauf covern Pro Pain einige ihrer wichtigsten Einflüsse. Eric Klinger zeigt bei einigen Sachen, dass er seit seiner Zeit bei den Spudmonsters als Sänger nichts verlernt hat. Allerdings sitzt inzwischen Rich Ferjanic an den Drums. Er bleibt aber auch nicht lange Teil der Band, sondern wird bald duch J.C. Dwyer von Paingod ersetzt.

Ohne sich lange auf ihren Lorbeeren auszuruhen, schroten die Jungs ihr nächstes Langeisen "Fistful Of Hate" ein. Für den Song "Godspeed" gewinnen sie Stephan Weidner als prominenten Support. Da sie schon seit einiger Zeit sowohl in den Staaten, als auch in Europa einen kompletten Satz Equipment stehen haben, können sie den finanziellen Aufwand ihrer Touren überall so gering wie möglich halten.

Nachdem sie auf dem Abschiedsfestival der Onkelz am Lausitzring gespielt haben, nutzt Gary die folgenden Zeit, um ein paar Reunion-Gigs mit seiner alten Truppe, den Crumbsuckers, zu zocken. Allerdings kommen Pro Pain dabei auch nicht zu kurz, denn Ende März 2007 wartet mit "Age Of Tyranny/The Tenth Crusade" schon das nächste Album auf seine Veröffentlichung. Stilvariationen sucht man auch hier vergebens. Allerdings setzt die Band kleine, aber feine Akzente.

Anfang August kommt dann die überraschende Nachricht, dass sich die Band von Gitarrist Eric Klinger getrennt habe und fortan mit Marshall Stephens weitermachen wolle. Die gute Freundschaft zu den Onkelz zeigt sich auf der Solo-Scheibe von Stephan Weidner: Die komplette Band trägt ihren Teil zu "Schneller Höher Weidner" bei. Der W. lässt es sich natürlich nicht nehmen, auf dem 2008er Werk "No End In Sight" zu singen.

Nachdem 2010 "Absolute Power" gewohnt starke Kost von Pro Pain bietet, ist Mitte 2011 leider für Gitarrist Tom Klimchuck Schicht im Schacht. Wegen schwerer gesundheitlicher Probleme muss er der Band den Rücken kehren, hilft aber zuvor noch bei der Suche nach seinem Nachfolger. Der hört auf den Namen Adam Phillips und ist außerdem bei Indorphine aktiv. Mit ihm geht es zum 20-jährigen Jubiläum auf Tour, in deren Verlauf sie das komplette "Foul Taste Of Freedom"-Album spielen.

Zwischenzeitlich schieben sie im August 2011 noch die Best-Of "20 Years Of Hardcore" in den Handel. Nur ein Jahr später lassen die Amis ihr nächstes Studiowerk auf die Massen los ("Straight To The Dome") - ein Album, das aufgrund ungewohnt thrashiger Anleihen nicht bei allen Anhängern gut ankommt.

Doch eine Art Wiedergutmachung lässt nicht lange auf sich warten: Im November 2013 legen Pro Pain "Final Revolution" nach und präsentieren sich von der gewohnt metallischen HC-Seite. In punkto Struktur und Songwriting geht allerdings alles seinen gewohnten Gang. Geradeaus und kompromisslos heißt die Devise: "Wir sind Pro Pain und keine Band, die sich mit jedem Album neu erfindet. Das ist unser Ding. Das ziehen wir durch. Wer auf Experimente steht, der ist bei uns an der falschen Adresse."

Alben

Pro Pain - Round 6: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2000 Round 6

Kritik von Michael Edele

Ein Sound, der "back to the roots" geht und dir die Rübe abschraubt. (0 Kommentare)

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Summer Breeze 2008 Haben viel Hass zu vergeben.

Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: ) Haben viel Hass zu vergeben., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: )

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