Porträt

laut.de-Biographie

Pissing Razors

Die Legende spricht von unangenehmen Nebenwirkungen, die nach einem Besuch einer "Stripkneipe" (nennen wirs beim Namen: Es war wohl'n Puff) im benachbarten Mexiko bei einem Bekannten auftraten, die aber der Band ihren Namen geben. Dieser kam anscheinend nach diesem Besuch mal vom Strullern zurück und meinte lapidar "Feels like pissing razors." Was genau dran ist, wissen die vier Jungs aus Texas nur selbst. Auf jeden Fall ist Pissing Razors seit 1994 die Bezeichnung, unter der Matt Lynch (g), Rick Valles (b), Joe Rodriguez (voc) und Eddy Garcia (dr) durch die Clubs tingeln. Da alle schon einiges an Banderfahrung in verschiedenen Bands rund um El Paso gesammelt haben, sind die ersten Songs schnell geschrieben. 1996 wird ein selbstfinanziertes Album namens "Psycho Punko Metal Groove" aufgenommen, welches von Drummer Eddy selber produziert wird. Trotzdem dauert es noch einige Zeit, bis das Quartett auf einer Tour mit Pro Pain und Stuck Mojo von einem Noise Records-Scout gesehen und unter Vertrag genommen werden.

Pissing Razors - Evolution
Pissing Razors Evolution
Die beiden Neuzugänge fügen sich harmonisch ein.
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Somit kommt 1998 das selbstbetitelte Debüt raus, worauf sich die Öffentlichkeit schon mal ein eindrucksvolles Bild vom aggressiven Thrash Metal machen kann, der schon damals stark an Pantera, Machine Head und Fear Factory erinnert. Heavy Riffs werden mit ultrafetten Grooves vermischt und alles in gesunder Geschwindigkeit durch die Speaker geblasen. Da es an geschickt eingebauten Melodien aber auch nie mangelt, kann ein relativ großer Konsumentenkreis bedient werden.

Auf dem Nachfolger "Cast Down The Plague" wird am Gesamtkonzept wenig verändert, man hört höchstens, dass sich die Cowboys an ihren Instrumenten verbessert haben und Brachialität und Melodie noch besser unter einen Hut bekommen. Die Aufnahmen laufen im Deutschland, wieder zusammen mit Producer Andy Sneap (Kreator, Machine Head oder Nevermore) ab. Im selben Jahr erscheint über das mexikanische Indie-Label Grita Records ein Sampler, auf dem die Pissing Razors mit jeder Menge Underground Acts aus ihrem Umfeld vertreten sind.

Cesar Soto gibt auf "Fields Of Disbelief" sein Debüt ab, nachdem Matt schon vor der Tour mit Skinlab seine Koffer gepackt hat. Auch auf die Scheibe selber hat Cesar schon unmittelbaren Einfluss, war er doch voll ins Songwriting integriert. Die Produktion übernimmt, wie schon einmal, Drummer Eddy mit leichter Unterstützung von Sterling Winfield, der schon die letzte Pantera soundlich aufgemöbelt hat. Anstatt anschließend, wie geplant, mit Vader und Entombed durch die Lande zu rödeln, zieht man ersatzweise mit Deep und Dirt los. Doch Sänger Joe kommt plötzlich mit der Nachricht an, dass er gerne mehr Zeit mit Frau und Kind verbringen möchte, weshalb er der Band musikalisch und in Frieden den Rücken kehrt. Für die laufende Tour kann Interims-Schreihals Todd Brashear von N-Cyde verpflichtet werden, der seinen Job auch anständig erfüllt.

Mit "Fields Of Disbelief" läuft der Vertrag mit Noise Records aus, und man sucht neben einem Sänger auch nach einem geeigneten Label. Unglücklicherweise bleiben dabei die für Europa angesetzten Dates auf der Strecke. Den Job am Micro bekommt schließlich Jason Bragg, der mal kurz aus New Orleans übersiedelt und der Deal geht an Spitfire Records, die im Dezember 2001 "Where We Come From" auf den Markt schmeißen und damit beweisen, dass diese Konstellation, zumindest auf CD, ganz gut funktioniert. Doch wirklich eng mit der Band verbunden scheinen sich weder Jason noch Cesar zu fühlen, denn beide verlassen die Truppe nach den Aufnahmen zu der Live Scheibe "Live In The Devil's Triangle", die Anfang 2003 erscheint.

Ersatz findet sich in Sänger Andre Acosta, der mit Eddy zusammen schon in einem Nebenprojekt namens Speed Razor gespielt hat und in Gitarrist Matt Difabio, der auch schon seit einiger Zeit zum Pissing Razors Umfeld gehört. Das neue Album "Evolution" nimmt das Quartett in Eddys Homestudio auf, der es dort auch abmischt. Durch Andres variablen Gesang treten Parallelen zu Fear Factory und auch einigen Nu Metal-Acts noch deutlicher hervor, wenn auch der Sound der CD ziemlich dumpf ausfällt.

Alben

Pissing Razors - Evolution: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Evolution

Kritik von Michael Edele

Die beiden Neuzugänge fügen sich harmonisch ein. (0 Kommentare)

  • Pissing Razors

    A bisserl spartanisch und noch im Aufbau.

    http://www.pissingrazors.com/

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