Porträt

laut.de-Biographie

Phosphorescent

"Ich bin mit der Musik von Willie Nelson und Bob Dylan aufgewachsen und habe mich anschließend für ältere Musiker interessiert", sagt der Singer/Songwriter Matthew Houk aka Phosphorescent.

Melodien und Stimme bringen ihm seitens der Presse Vergleiche mit Neil Young und Will Oldham ein. Der London Evening Standard erklärt ihn zu Beginn dieses Jahrtausends gar zum "most significant American in his field since Kurt Cobain". Große Wort über einen bescheidenen Mann, der nach eigenen Aussagen nur seiner Intuition folgt.

Matthew wächst in einer Kleinstadt in Alabama auf, wo seine Mutter als Lehrerin arbeitet und sein Vater im Gesundheitsamt beschäftigt ist. Mit 14 Jahren beginnt er, Musik für sich zu entdecken und lernt Gitarre. Beeinflusst ist er von Folk- und Country-Größen wie Willie Nelson, Peter, Paul And Mary, Woody Guthrie, Leadbelly, Roger Williams und der Carter Family.

Nachdem er sich für kurze Zeit an der Hochschule eingeschrieben hat, verlässt er diese im Alter von 18 Jahren und verdingt sich anschließend zwischen New Orleans und Südkalifornien als Straßenmusiker. Ins Song-Repertoire, das aus Folk- und Country-Covers besteht, integriert er auch eigene Lieder, mit denen er sich in Bars und Cafés präsentiert.

Bei einem seiner Gigs in einer Jugendherberge wird eine britische Bookerin auf den hoffnungsvollen Songwriter aufmerksam. Sie verschafft ihm im Jahr 2000 eine Solotour durch Großbritannien, die von der Presse euphorisch aufgenommen wird.

In die Staaten zurückgekehrt, lässt er sich in Athens, Georgia nieder, lehnt aber diverse Angebote europäischer Labels und Talent-Agenturen ab. Stattdessen lässt er von seiner akustischen One-Man-Show ab und startet als Phoshorescent einen musikalischen Neuanfang.

Nach wie vor selbst für alle Songs verantwortlich, sucht er sich für die anstehenden Plattenaufnahmen und Livegigs befreundete Mitmusiker wie Jana Hunter, Ray Raposa, Liz Durrett und Dave Longstreth von den Dirty Projectors.

Als Phosphorescent veröffentlicht der 24-Jährige 2003 sein Debüt "A Hundred Times Or More" auf Warm Records, auf dem 2004 auch die EP "The Weight Of Flight" erscheint. Beide Werke zeichnen sich durch Reduktion, tiefgründige wie ironische Lyrics und die verletzliche Stimme Houcks aus, der man Ähnlichkeiten mit der eines Will Oldham oder Neutral Milk Hotels Jeff Mangum bescheinigen darf.

Die folgende auf Misra erscheinende Platte "Aw Come Aw Wry" (2005) setzt hingegen auf kraftvollere Arrangements und rückt die Band ins Zentrum. Die ungestüme Orchestrierung geht einher mit einer spirituellen und psychedelischen Klangfarbe. Hörner und Orgeln kommen genauso zum Einsatz wie die Steel-Gitarre, Percussions und chorale Gesänge, was dem Album einen kakophonisch unbändigen Glanz zwischen Trauermarsch, Jahrmarkt und Lagerfeuerromantik verleiht. Eine US-Tour mit den Pernice Brothers und The Cloud Room folgt im Anschluss.

2007 kommt der dritte Longplayer "Pride" via Dead Oceans. Abgesehen von einem Chor hat Houck diesmal auf Gastmusiker verzichtet und alle Instrumente selbst eingespielt. Der entrückten und einsamen Atmosphäre dieser Platte folgt mit der Gründung einer Band auch die musikalische Rückbesinnung. Scott Atapleton (Piano), Jeff Bailey (Bass), Chris Marine (Drums) Jesse Anderson Ainslie (Gitarre) und Ricky Ray Jackson (Pedal Steel) komplettieren das sechsköpfige Line-Up.

Houck macht sich in der Folge daran, zuerst seinem großen Idol Willie Nelson mit einem Tribute-Album zu huldigen ("To Willie", 2009), bevor er seine große Leidenschaft für den Country mit eigenen, klar strukturierten Songs auslebt ("Here's To Taking It Easy", 2010). Der Track "Nothing Was Stolen" findet 2012 Verwendung im Streifen "The Vow", bereits 2011 taucht die 2007er-Nummer "Wolves" im Film "Margin Call" auf. 2013 erscheint dann Album Nummer sechs des momentan in Brooklyn wohnenden Musikers.

Alben

Phosphorescent - Muchacho: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Muchacho

Kritik von LAUT-Redaktion

Tolles Album zwischen Country und Alternative-Folk. (0 Kommentare)

Phosphorescent - Pride: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Pride

Kritik von Martin Leute

Einnehmender, esoterisch angehauchter Art-Folk. (0 Kommentare)

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