Porträt

laut.de-Biographie

Paolo Nutini

Das bisherige kurze Leben des 1987 geborenen Paolo Nutini hat es in sich und liest sich wie die Geschichte des netten Jungen von nebenan, der plötzlich im Rampenlicht steht. Viele träumen von einer Karriere als Singer/Songwriter, er hat sich diesen Traum verwirklicht.

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Die Mutter stammt aus Glasgow in Schottland, der Vater ist Italiener. Bereits seit vier Generationen besitzen die Nutinis einen Fish'n'Chips-Imbiss in ihrer Heimatstadt Paisley, den die Eltern noch immer führen. Seine musikalische Sozialisierung begann mit dem Großvater, der Paolo traditionelle schottische Folksongs nahe brachte und mit Vorliebe Opern-Arien sang.

"Er war ein großer Musikliebhaber", sagt Nutini, "Er liebte Boogie Woogie und verehrte die Oper. Er war es, der mich zu singen ermutigte. Er wollte immer, dass irgendwer in der Familie die Musik zu seinem Leben machte. Leider kann er es nicht miterleben, aber ich tue das, was er sich wünschte und ich tue es ihm zu Ehren."

Über seinen Vater lernte er die Musik von R'n'B-Größen wie den Drifters und Ray Charles kennen, in der Plattensammlung seiner Tante stieß er auf Wet Wet Wet und den von ihm verehrten Elton John; die Entdeckung von John Martyn und Van Morrison ergibt sich da fast von selbst.

Seit Paolo 15 ist, treibt er seine Gesangskarriere aktiv voran: vom Roadie über T-Shirt-Verkäufer bis zum Studiohelfer durchläuft er alle Stationen des Musikbetriebs. Schließlich hat sich für ihn die Chance aufgetan, mit der Band eines Freundes auf Tour zu gehen. Diese Gelegenheit nutzt er, verlässt die Schule und zieht nach London, wo er regelmäßig in Clubs auftritt. "Es fiel mir schwer, meine Familie zu verlassen, aber es war unmöglich, zwischen Glasgow und London zu pendeln."

Paolo Nutini - Caustic Love
Paolo Nutini Caustic Love
Ein Palast aus Pop, Blues, Funk, Soul und R'n'B.
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Diese große Entbehrung macht sich aber schnell bezahlt, London bringt ihn weiter. Sein Talent macht die Runde, Plattenfirmen umschwärmen ihn. Kurz nach seinem 18. Geburtstag unterschreibt Paolo Nutini 2005 bei Atlantic. Der 82-jährige Ahmet Ertegun, der legendäre Gründer von Atlantic Records, bezeichnet Paolo Nutini als "Zukunft des New Yorker Traditionslabels". Ganz einfach, weil Paolo die Stimme, das Aussehen und die Songs hat.

"Ich weiß, dass sie mich erst als schottischen Soulsänger betrachteten", so Paolo. "Aber das bin ich nicht, denn für mich ist Soul kein Genre, sondern ein Gefühl. Ich wollte auch nicht amerikanisiert werden. Ich sagte ihnen: Gebt mir noch ein bisschen Zeit, denn ich muss erst noch ein paar Songs schreiben."

Einige Wochen später geht er mit Produzent Ken Nelson (Coldplay, Gomez) in die Liverpooler Parr Street-Studios. "Ken ist ein echter Old-School-Produzent. Er macht alles nach seiner eigenen Methode, die genau zu den Songs passt. Es war großartig." Das Ergebnis dieser Aufnahmen ist sein hochgelobtes Debütalbum "These Streets".

Seine Popularität wächst nun stetig. Paolo spielt im Hardrock Café bei den Gibson Acoustic Nights und im Badford in Balham Auf zwei Live-Akustik Sessions beim BBC-Radio in London beweist er sein außergewöhnliches Talent für Live-Darbietungen und er ist außerdem im Vorprogramm von KT Tunstall, Amy Winehouse und Ian Archer zu hören. Ende Januar 2006 war er das "hot ticket" auf dem South X Southwest-Festival in Austin Texas und im April 2006 begleitete er sein Idol Paul Weller auf dessen Tour als Support-Act.

Der Erfolg der ersten Single-Auskopplung ist vielversprechend: "Last Request" chartet in der ersten Woche auf Platz 5 der UK Charts und auf Platz 1 in seiner Heimat Schottland. Hierzulande erscheint "These Streets" am 15. September 2006. Es ist ein sehr persönliches Album. "Die Songs beschreiben die letzten drei Jahre", so Paolo. "Gute Gefühle, schlechte Gefühle, neue Schuhe, Lügen, die erzählt wurden, alles mögliche. Es ist ein Album wie ein Tagebuch. Aber ich denke, auch andere können die Gefühle gut verstehen."

Paolo Nutini hat es geschafft. Mit seiner außergewöhnlichen Stimme, die an den frühen Sting erinnert, der Soulkraft eines Joe Cocker und der Eleganz der großen Rhythm-Crooner der 70er Jahre erobert er die Herzen weltweit. Und, was man nicht vergessen darf, er ist erst 19 und hat es nun selbst in der Hand, einer der ganz Großen im kurzlebigen Musikbusiness zu werden.

Das stellt er mit seinem Zweitling "Sunny Side Up" im Jahr 2009 nachdrücklich unter Beweis. Unter den jungen Singer/Songwritern verknüpft er auf beeindruckende Weise klassische Song- und Sound-Strukturen und belebt sie mit scheinbar leichter Hand. Stets spürbar bleibt aufrichtige Authentizität. Paolo dazu: "Ich habe noch nie einen hypothetischen Song geschrieben."

Nach den Erfolgen seiner ersten beiden Alben zieht sich der Schotte erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück. Fünf Jahre vergehen, ehe der Brite mit dem Live-Clip eines neuen Songs ("Iron Sky") eine neuerliche Hysterie um seine Person entfacht. Sogar Kollegin Adele ist aus dem Häuschen: "Das ist mit das Beste, was ich je in meinem eben gesehen habe." Im April legt Nutini nach und präsentiert sein drittes Album mit dem Titel "Caustic Love". Abermals reißt sich die Öffentlichkeit um den scheuen Sänger: "Ich mag diese Aufmerksamkeit nicht gerne. Aber es gehört automatisch zu dem dazu, was ich nun mal mache."

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