Porträt

laut.de-Biographie

Mooryc

Für die Tatsache, dass eine musikalisch geprägte Kindheit auch Electro-Künstlern den Weg ebnen kann, gibt es etliche Beispiele. Sänger und Producer Maurycy Zimmermann aus dem polnischen Poznan liefert eines davon. Unter dem Pseudonym Mooryc entwickelt er über die Jahre einen eigenen Sound, den sie beim Berliner Label Freude Am Tanzen grob unter 'Electronica/Pop/Indietronic/House' verorten.

Mooryc - Roofs Aktuelles Album
Mooryc Roofs
Sanft, schwermütig, basslastig und tanzbar.

Als "Musikenthusiasten in jeder Faser" bezeichnet der Pressetext Zimmermanns Eltern, die ihren Sohn bereits mit sieben Jahren ans Klavier setzen. Mit der Zeit macht sich Maurycy auch mit Gitarre, Percussion, Bass, Geige und Saxophon zum Multiinstrumentalisten.

Peter Gabriel und Paul Simon, aber auch Bach und Händel begleiten seine Jugend, erinnert er sich später. Für die elekronische Musik begeistern ihn schließlich ehrwürdige Acts wie Aphex Twin, Depeche Mode und Boards Of Canada. Schon bald kommen zu seiner Instrumentensammlung auch Synthesizer und Computer hinzu.

Nach ersten Releases über kleine Labels erlebt Mooryc 2010 eine wegweisende Begegnung: Techno-Produzent Douglas Greed stellt nicht nur den Kontakt zur künftigen Labelheimat Freude Am Tanzen her, sondern steht dem Polen auch immer wieder musikalisch zur Seite und lädt ihn als Featuregast auf sein 2011 veröffentlichtes Debütalbum "KRL" ein. Gemeinsam entsteht das Projekt Eating Snow.

Über die elektronische Szene in seiner Heimat erklärt Mooryc 2012 beim Radiosender Elastic Notes: "Sie steht unmittelbar vor ihrer Geburt. Sie entwickelt sich, sie wird immer besser. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Es wird noch ein paar Jahre dauern." Daher zieht es ihn wenig später nach Berlin, wo auch seine Freundin lebt.

In der Hauptstadt der elektronischen Musik verpasst er seinem eigenen Debüt, das zuvor größtenteils in Polen entstand, den letzten Schliff – von den üblichen Selbstzweifeln geprägt: "Lyrics zu schreiben und die Gesangsmelodie für einen Song zu finden bereitet mir einiges an Kopfzerbrechen. Ich bin schnell von einem Instrument gelangweilt, das gilt auch für meine Stimme", zitiert tonspion.de den Künstler.

Dennoch kommt "Roofs" im November 2013 bestens an. Kritiker sehen in der Platte ein "ausgefeiltes Glanzstück, das fast schon zu sorgfältig für ein Debütalbum wirkt". Für Zimmermann geht, wie er es selbst ausdrückt, mit der "Gelegenheit, ein Album auf einem so guten Label zu veröffentlichen", ein Traum in Erfüllung.

Alben

Mooryc - Roofs: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Roofs

Kritik von Simon Langemann

Sanft, schwermütig, basslastig und tanzbar. (0 Kommentare)

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