Porträt

laut.de-Biographie

MoTrip

"Manchmal weiß ich nicht, ob ich verflixt bin oder zugenäht. Ich hab diese Szene erst gefickt, dann wieder zugenäht. Auweia, ich glaub', das wird ein bisschen ausleiern - immerhin könnt ihr euch sicher sein: Es wird ein Aufreißer!" 2011 mischt ein Rapper die Szene auf, der "seinen ganz eigenen Trip geht": Mohamed El Moussaoui, geboren am 7. März 1988 in Beirut im Libanon.

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Bereits zwei Jahre nach Mos Geburt flüchtet die Familie vor dem herrschenden Bürgerkrieg nach Deutschland und findet eine neue Heimat im nordrhein-westfälischen Aachen. Über seinen großen Bruder Hassan El Moussaoui kommt MoTrip schon in frühen Jahren in Kontakt mit der Rap-Musik. Mit 15 Jahren schreibt er an seinen eigenen Texten. Aus dem Vornamen und dem arabischen Wort "MuTrip" für "Künstler" wird "MoTrip".

Nachdem die ersten Tracks in der Szene kursieren, bekunden einige Berliner Rapper großes Interesse an einer Zusammenarbeit. So auch Savas' Bruder Sinan, der in der darauffolgenden Zeit mit MoTrip die Crew Krieger der Sonne (KDS) gründet.

Kool Savas ist schnell begeistert von dem Newcomer und nimmt ihn unter die Fittiche seiner Optik Records-Crew. Da hat der King of Rap, wie es scheint, den richtigen Riecher gehabt! Denn nachdem Trip auf diversen Alben von Künstlern wie Savas, Fler, Cutheta, Silla und Joka zu hören ist, entwickelt sich 2011 ein regelrechter Hype um den jungen Rapper.

MoTrip - Mama
MoTrip Mama
Auf Augenhöhe mit Haftbefehl, Sido, Azad u.a.
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Der selbsternannte "erste Kanake mit Grips" darf im Sommer nicht nur ohne eigenes Release auf dem Splash! auftreten, sondern wird zudem ins Fernsehformat "Cover my Song" eingeladen, in dem er mit dem Song "Du Kannst Nicht Immer 17 Sein" gegen Schlager-Star Chris Roberts in den Ring steigt.

Flow und Rhymes des Aacheners finden großen Anklang in der Szene. Samy Deluxe fördert Trips Talent, nimmt in kurzerhand mit auf seinen Track "Terrorist" für die Juice-EP und tourt mit ihm im Rahmen seines "Crossover"-Projekts durch die Schulen Deutschlands. Für seinen Track "Alptraum" holt Mo sich nicht nur Probs von Sido, Marteria und Savas ein – nein: ganz nach seinem Motto "Tut Gutes und ihr kriegt Gutes zurück!" klopfen auch die Major-Labels an die Tür. Fler will ihn ebenfalls für sein Label Maskulin Digital unter Vertrag nehmen.

MoTrip, der neben Silla und Joka zudem Mitglied der Rapcrew Schnelles Geld ist, entscheidet sich für Universal - und stürzt sich in die Arbeit fürs Debütalbum "Embryo", das im März 2012 erscheint.

Das Debüt begeistert nicht nur Fans und Kritiker, sondern auch diverse Kollegen, sodass sich MoTrip vor lauter Feature-Anfragen kaum noch retten kann. So kommen unter anderem Tracks mit so verschiedenen Künstlern wie Genetikk, Tua, Fabian Römer und Haftbefehl zustande. Den hohen Ansprüchen an sich selbst geschuldet, lässt Album Nummer zwei stolze drei Jahre auf sich warten. Das widmet Mohammed ganz selbstlos seiner "Mama".

Wie seit jeher gilt auch hier: "Mo flowt auf der Street, fickt jeden Beat und schreibt so leicht Texte wie ein Zeppelin fliegt! Er scheißt auf Old School und New School, er macht Mo School und geht seinen eigenen Trip."

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MoTrip - Mama: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2015 Mama

Kritik von Laura Sprenger

Auf Augenhöhe mit Haftbefehl, Sido, Azad u.a. (0 Kommentare)

MoTrip - Embryo: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2012 Embryo

Kritik von Max Brandl

Wenn hier einer Deutschrap rettet, dann dieser Mann. (0 Kommentare)

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Mama
Versus
Selbstlos
So wie du bist (feat. Lary)

Termine

Sa 30.07.2016 Frankfurt/Oder (Helenesee)
Sa 03.09.2016 Berlin (IFA Sommergarten)

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  • Die einzig wahre offizielle MoTrip-Page

    Wer wissen will, wann MoTrip Badminton spielen oder Tee trinken geht, sollte hier unbedingt reinschauen. Zudem aktuelle Infos, Dates, Freetracks und Videos ...

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  • Labelseite

    Infos und Termine.

    http://www.motrip.de

1 Kommentar mit 7 Antworten

  • Vor 2 Monaten

    MoTrip - Alien EP

    2015, das kommerziell erfolgreichste Jahr in der Karriere des einstigen Wunderkindes des Deutschraps, namentlich MoTrip, spülte neben einem exorbitant erfolgreichen Solo-Werk samt Perioden-Hymne für die heranwachsende Weiblichkeit auch eine eher weniger beachtete EP mit dem griffigen Titel "Alien" in hiesige, teils überschwemmte Sprechgesangsgewässer.

    9 Tracks lang wie kurz offeriert der höfliche Deutsch-Libanese ein buntes Potpourri an Themenvielfalt der Marke Battletracks, Liebesbekundungen, nachdenkliche Stimmungen und pure Representer. Das liest sich zwar auf dem Papier noch halbwegs interessant, neu ist das jedoch auch nicht und extraterrestrisch schon mal gar nicht.

    Der Einstieg läuft indes verlockend und stimmungsvoll an. Der Kanacke mit Grips fühlt sich in der sphärischen Akkustiksteppe des Titeltracks hörbar wohl und kleidet seine tiefgehenden Ausführungen in passende Worte. Die sich steigernde Untermalung sorgt zusätzlich für manch wohligen Schauer, trotz MoTrips leider schon gewohnt schläfrigen Vorstellung als Gastgeber.Damit ist zugleich auch schon viel über den versandeten Begeisterungsgrad über die gesamte Spieldauer hinweg gesagt: Ob sich Trip mit Feature Joka auf dem treibend inszenierten "Universal" halbherzig auslebt oder im emotionslosen "Angst" eine Schlafwagen-Performance in der Hook beisteuert, nie ist man wirklich mit beiden Ohren voll dabei.

    Das hastig-dynamische "Muhammed Ali" mit einem (überlegenen) Ali As verkommt zum lauen Schlagabtausch mediocrer Punchlines. Ali, der seinen euphorischen Amnesie-Zustand gegen Dienst nach Vorschrift eintauscht, schickt im Tag-Team mit Mo Dirty Shit keine Zuhörer auf die Bretter, das erledigen für so manchen wohl eher die flockig-süßlichen "Roter Faden" und das luftige "Zuhause ist wir". Der besunge "leichte Fahrtwind" ist in diesem grundsoliden Popnummern deutlich zu spüren. Angenehm, mit einem Schuss Melodik versehen, rauschen die romantischen Stücke wie im Flug am Hörer vorbei. Mittendrin versucht ein wieder wachgewordener Main-Act im kühlen "Versus" per Express-Rap einigen Boden gut zu machen, verkommt im schleppenden Closer "Zurück zu mir selbst" aber wieder zur selbsteinlullenden Schlaftablette.

    Die Produktionen sind großteils solide bis gut, so auch das drückende "Angekommen" in dem MoTrip gönnerhaft die eingängige Hook übernimmt und die Parts den eher unbekannteren MCees Aki, Biso und Mighty Mike überlässt, die vorallem gen Ende hin mit der ein oder anderen gekonnten Wortkette überzeugen und positiv auf sich aufmerksam machen können.

    So bleibt auch beim Alien das unangenehme Hörgefühl der angezogenen Handbremse am Ende übrig, Akzentuierungen nach Oben messbar und keine größeren Ausfälle zu vermelden. An Charakter wie Ausstrahlung sollte und muss MoTrip weiterhin arbeiten, will er innerhalb der Szene noch höheren Stellenwert als den netten Integrierten genießen.

    3/5

    • Vor 2 Monaten

      Was bist du denn für einer? Ich dachte, Motrip wäre hier ein absolutes No-Go? :D

    • Vor 2 Monaten

      Nachdem ihr BEIDE warme Worte für Samy übrig hattet, ist Mo motherfucking Trip ja wohl das kleinere Übel. :lol:

    • Vor 2 Monaten

      Garret ist außerdem sowas wie unser todesmütiger Vorkoster, der sich ob seiner ehrenhaften Position an alles wagt!

    • Vor 2 Monaten

      Garret setzt seine Ehrenmaskulinitaet auf's Spiel, bugsiert sich hier langsammit den Wertungen fuer solche Alben ins Abseits, in den Grenzbereich zwischen Luksoropoulos und keine_Ahnung.

      Obacht!

    • Vor 2 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 2 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 2 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 2 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 2 Monaten

      Schmeichler

      Allgemein herzlichen Dank für die wärmenden Worte. Es tut stets gut sich eines sicheren Rückhalts gewiss zu sein

      musste noch edithen: Sicherlich kann der ein oder andere am Endes des Tages auch mit einer 2/5 nach Hause gehen in Bezug auf Alien, klar warum nicht
      3/5 einfach weils relativ störungsfrei von Dannen zieht und niemandem weh tut mit kleinen Melodien ohne schwülstiges Prozedere

      Geht gut ins Ohr, geht gut wieder raus. Akustische Gleitcreme also nicht nötig

      +

      Sicherlich ist der Akt des nicht-weh-tuns bei einem braven Buben wie Motrip eigentlich noch ein viel gravierenderer Punkt der holden Kritik, aber das ist okay, schlichtweg okay. Niedriger Preis, wenige Songs, da macht man als Hörer nicht viel falsch, außerdem beteilige ich mich gerne an der Schnitzeljagd nach dem wahren Motrip, der mir vor Jahren mal ins Ohr gestochen kam

      Wieso das hier verpönt allgemein sein soll. k.A hier macht doch eh jeder was er will ohne einen konkreten Plan dahinter abgezeichnet zu haben

      Wieso auch?

      Das wäre LANGWEILIG und eben diese Gegenbewegung, contra Monotonie macht das doch auch aus

      Also ich vergebe 3/5, ein anderer 2/5 und wir beide haben recht

      Für ne 1/5 muss noch viel mehr schieflaufen