Porträt

laut.de-Biographie

Mike Huckaby

Wer je die Ruinen der einstmals prosperierenden Autostadt Detroit gesehen hat, kann leicht ermessen, welchen großen Respekt die Techno-Väter Ende der 80er Jahre ernten, als die von ihnen erfundene elektronische Clubmusik ihren internationalen Siegeszug antritt.

Einer, der den Erfolg von House und Techno zu jener Zeit ganz genau beobachtet, ist Mike Huckaby. Bei Pionieren wie Kevin Saunderson, Juan Atkins und Derrick May schaut er sich Tricks ab und macht sich mit den neuartigen Produktionsgeräten wie den Roland-Drumcomputern vertraut. Als 1995 die ersten Tracks von Mike Huckaby erscheinen, hat Techno Europa fest im Griff.

Vom großen Hype und dem damit verbundenen Geschäft kriegt der sympathische Produzent aus Detroit aber nichts ab. Während vielenorts harte Techno läuft, produziert Huckaby für seine "Deep Transportation"-EPs Tracks, die heute als wegweisend für die weitere Entwicklung von House angesehen werden. Mitte der 90er Jahre bleibt Huckaby jedoch ein Insider-Tipp, der nach nur drei Releases erst einmal wieder von der Bildfläche verschwindet.

"Früher war ich ein Perfektionist. Das war mein Problem. Ich habe das aber jetzt so gut es geht hinter mir gelassen. So lange man versucht, seinen Sound auf ein neues Level zu hieven, ist alles gut. Besser als nach Perfektion zu streben allemal. Qualität geht für mich aber trotzdem nach wie vor vor Quantität", sagt Huckaby von sich selbst.

Es ist genau diese Perfektion, das intime Wissen über Hunderte von Produktionsgeräten, die ihm 2007 den späten aber verdienten Durchbruch bringen. "Sessions" nennt sich die Kooperation mit dem Berliner Tresor-Act Pacou, die die gesamte Szene aufhorchen lässt.

Das ganz spezielle Soundesign in seinen Tracks bringt im eine Vielzahl von Remixanfragen ein. Deepchord, Juan Atkins, Vladislav Delay, Pole, Losoul und Loco Dice stehen Schlange, um vom Oldie aus Detroit geremixt zu werden. Auch seine technisch versierten und musikalisch extrem geschmackssicher vorgetragenen DJ-Sets stehen mit einem Mal hoch im Kurs. In nur zwei Jahren veröffentlicht Huckaby drei DJ-Sets, unter anderem über die angesehenen britischen Musik-Magazine Fact und Resident Advisor.

Trotz des wachsenden Interesses an seiner Musik und seiner Person bleibt Mike Huckaby seiner Heimatstadt treu. Als sich die Gelegenheit bietet, an Schulen Workshops, die sich mit Musikproduktion beschäftigen, anzubieten, sagt er spontan zu. Sein Mission sieht er darin, den Kids aus Detroit eine Perspektive zu eröffnen. Nur zu gut erinnert er sich an seine Jugend, als sich die erste Generation von Techno-Musikern als DJs und Produzenten ihren Lebensunterhalt verdiente.

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