Porträt

laut.de-Biographie

Menomena

Menomena sind untypisch. Ein merkwürdiger Name, der laut unterschiedlichen Bandaussagen mal auf den Begriffen "men" und "phenomena" basiert, mal der puren Sexiness der Aussprache geschuldet ist ("the way it rolls off the tongue, sexually, or something"). Ein Bandgefüge, das so gar nicht aus dem Modell Highschool-Freundschaft erwachsen ist. Und drei Jungs, die auf eindeutige Schubladen nur mit Achselzucken reagieren.

Logische Konsequenz: Menomena klingen allerhöchstwahrscheinlich vollkommen anders als deine Lieblings-Indie-Combo. Experimentell, vielschichtig, subtil, zugleich offensiv, und vor allem: bunt. "Wir haben wenig Respekt vor Leuten, die versuchen, komplizierte Dinge immer auf einen einfachen Nenner herunterzubrechen", geht das dazugehörige Statement. "Das Leben ist widersprüchlich." Nächstes Faszinosum: ihre Aufnahmemethode. Anhand einer eigens entwickelten Audiosoftware namens "The Deeler" loopt man Drum und Bass, um hiernach weitere Spuren improvisierend hinzuzufügen.

Hervorgegangen aus einem Spätneunziger-Seitenprojekt von Drummer Danny Seim, als der sich in Portland Ende 2000 mit dem College-Absolventen Brent Knopf (Keyboards, Gitarren, Bass) und Justin Harris (Saxophone, Gitarren, Moog-Bass-Synthie) zusammentut, begeht das Artrock-Trio seinen ersten öffentlichen Auftritt gut ein halbes Jahr später.

Angemerkt sei die Tatsache, dass die Musiker alle paar Minuten – gerne auch innerhalb eines einzigen Songs-, die Position wechseln. Schlagzeuger ist Organist ist Gitarrero ist Glockenspieler. Bezeichnenderweise eröffnet eine Coverversion des Flaming-Lips-Songs "The Abandoned Hospital Ship" das Set. Eine gar nicht so weit hergeholte Referenz für den extrem weitgespannten Menomena-Kosmos.

Sie klängen wie eine Kreuzung aus Wayne Coynes Psych-Poprockern und Mercury Rev, heißt es von Leuten aus dem Musikfach oft. Die lapidare Antwort der Band: "Wenn wir erst mal anfangen, Drogen zu nehmen ... Wer weiß, vielleicht irgendwann." Spaß haben die drei auch ohne Substanzen - beweist nicht zuletzt ihr Debüt "I Am The Fun Blame Monster!", ein Anagramm von "The First Menomena Album". Man tourt mit Gang Of Four und The National, bekommt von der zusehends aus dem Häuschen geratenden US-Musikpresse pausenlos Ovationen und neue Vergleiche an den Kopf geworfen (Spoon, Talk Talk, XTC, Brian Wilson).

Auf das Instrumentalalbum "Under An Hour" folgen schließlich Plattenverträge. In den Staaten erhält Barsuk Records den Zuschlag. Mit der PR-Maschine des Labels hinter sich, steigen Menomena Anfang 2007 zu einem der größeren Indie-Hypes Amerikas auf. "Friend And Foe" erscheint. Die Gewinnspanne der Platte dürfte bei Produktionsgesamtkosten von 800 US-Dollar entsprechend großzügig ausgefallen sein. Für Europa unterschreiben Knopf, Harris und Seim bei City Slang, dort ist das Album wie auch der Nachfolger "Mines" erhältlich.

Alben

Menomena - Mines: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2010 Mines

Kritik von Matthias Manthe

Vom Älterwerden, von Lügen, Angst und Mutlosigkeit. (0 Kommentare)

Menomena - Friend And Foe: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Friend And Foe

Kritik von Matthias Manthe

Experimentelle Schüttelrhythmik und modulare Schachtelmelodien. (0 Kommentare)

Videos

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